Apple gerät ins Visier der US-Regierung, welche dem Unternehmen vorwirft, auf seinen Plattformen „linke Medien“ zu bevorzugen
Apple scheint sich vor der Trump-Regierung nicht zu fürchten
Die US-Tech-Giganten reagierten auf die Wahl von Donald Trump zu weiten Teilen mit vorauseilendem Gehorsam. Auch Apple ging dabei ein Stück weit mit, spendete etwa großzügig für die Amtseinführung von Donald Trump. Doch in Teilen geht der iPhone-Hersteller auch seinen eigenen Weg. So hält man beispielsweise bis heute an DEI-Programmen fest, die bei Meta und anderen längst wieder begraben wurden.
Den Ärger der US-Behörden zieht Apple (US0378331005) aktuell mit seinem Portal „Apple News“ auf sich. Die Verbraucherschutzbehörde FTC wirft dem Konzern vor, dort „linke Medien“ zu bevorzugen. Belegt werden soll dies mit einer Analyse der konservativen Medienaufsichtsbehörde Media Research Center, wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist.
Darin heißt es, dass Apple sich bei der Auswahl von Nachrichten noch weitgehend auf einen redaktionellen Ansatz verlasse und dabei eben „linke“ Standpunkte bevorzuge. Andere Medienhäuser würden „objektive Algorithmen“ nutzen, was vom Media Research Center wohl als ausgewogener angesehen wird. Letzteres wirbt auf der eigenen Webseite übrigens damit, den Einfluss liberaler Medien zu „vernichten“ und die „Zensur“ von Big Techs aufdecken zu wollen. Wie ausgewogen solche Botschaften sein mögen, sei dahingestellt.
Propagiert Apple Trump-Kritik?
Konkret beklagen die Behörden, dass ein konservatives Angebot bei Apple quasi inexistent sei. Dadurch würden Nutzer von den Nachrichten getäuscht. Insbesondere US-Präsident Donald Trump und dessen Regierung würden stets in einem negativen Bild erscheinen. Hier sei die Frage erlaubt, ob das wirklich an Apple oder vielleicht doch eher an Trump selbst liegt, der in Umfragen mittlerweile die schlechtesten Zustimmungswerte eines US-Präsidenten aller Zeiten einfährt. Wie die Sache von FTC und Media Research Center eingeschätzt wird, dürfte klar sein.
Selbstreden griff auch Trump selbst die Angelegenheit auf und teilte den Bericht der Medienaufsicht auf seinem Kurznachrichtendienst „Truth Social“ mit den Worden, dass Apple News „linke Medienhäuser“ bewerben würde. Bekannt dürfte dabei sein, dass für Trump alles links von Rechtsextrem bereits als linksextrem gilt. Einige seiner Anhänger gehen noch weiter und bezeichnen selbst unbescholtene Bürger wie die von der Einwanderungsbehörde ICE ermordeten Renée Good und Alex Pretti als linksextreme Terroristen. Trump selbst wich von derartigen Behauptungen zurück, nachdem der öffentliche Aufschrei zu groß geworden war.
Apple reagierte auf die Vorwürfe bisher nicht. Allerdings zeigte Konzernchef Tim Cook indirekt, dass er sich vor den Repressalien aus Washington nicht zu fürchten scheint. In der vergangenen Woche teilte Cook ein Selfie mit Bad Bunny, der bei der Halbzeitshow des Super Bowl ausschließlich Spanisch sprach und einige Spitzen gegen die Trump-Regierung im Gepäck hatte. In konservativen Kreisen ist Bad Bunny bereits zu einer Art Feindbild geworden. Gekontert werden sollte sein Auftritt mit einer alternativen Halbzeitshow, an der Kid Rock und einige weitgehend unbekannte Künstler teilnahmen.
Unbeeindruckt
Apple fand bisher trotz seines Festhaltens an manchen Grundsätzen und der Produktion in Indien und China einen guten Umgang mit der Trump-Regierung. Zölle konnten gemieden werden, indem großzügige Investitionen in den USA in Aussicht gestellt wurden. Auf direkten Konfrontationskurs geht man in Cupertino nur selten und ausgesprochen ungern. Es bleibt daher abzuwarten, wie man dort mit den aktuellen Vorwürfen umgehen mag.
Für den Konzern ist das Ganze eine Gratwanderung. Ärger mit der Regierung möchte man zwar vermeiden. Allerdings steht auch der Ruf bei der Kundschaft auf dem Spiel. Außerhalb der USA ist Trump ohnehin noch unbeliebter und dort würde eine Beschallung mit Regierungspropaganda su Washington wohl nicht allzu gut ankommen. Die aktuellen Vorwürfe bringen die Anleger noch nicht aus der Ruhe. Dass die Apple-Aktie am Donnerstag um fünf Prozent auf 261,73 US-Dollar nachgab, war einzig auf solide Arbeitsmarktdaten, sinkende Zinshoffnungen und das damit verbundene Marktsentiment zurückzuführen.
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13.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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