Apple blickt auf eine sehr erfolgreiche Vergangenheit zurück und kann die Anleger auch mit seinen Zukunftsaussichten abholen
Apple bleibt auf der Erfolgsspur
Letztes Jahr um diese Zeit befand Apple sich noch in einer dezenten Krise. Die Absatzzahlen des iPhones sorgten teils für lange Gesichter und nicht wenige Anleger monierten, dass der einst wertvollste Börsenkonzern auf dem Planeten den KI-Boom vollständig verschlafen hatte. Dahingehend besteht noch immer Nachholbedarf, doch ansonsten gibt es bei Apple erstmal nichts zu meckern.
In der vergangenen Woche berichtete Apple (US0378331005) bei der Vorlage der Quartalszahlen über nicht weniger als neue Rekorde. Die Umsätze kletterten um 17 Prozent auf 111,18 Milliarden US Dollar Maßgeblicher Wachstumstreiber war wieder einmal das iPhone. Das iPhone 17 ist laut Unternehmensangaben das beliebteste Line-Up der Unternehmensgeschichte. Die Absätze erreichten ein Volumen von knapp 57 Milliarden Dollar und damit mehr als die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes.
Zu verdanken war dies nicht zuletzt auch wieder stärkeren Verkaufszahlen aus China, was an der Börse mit besonders viel Erleichterung aufgenommen werden dürfte. Dort kletterten die Erlöse im zurückliegenden Quartal um sehr ansehnliche 28 Prozent auf nun 20,5 Milliarden Dollar. Abseits davon konnte auch bei den Dienstleistungen ein respektables Wachstum erzielt werden. Die Einnahmen aus Abos und App-Store-Provisionen verbesserten sich um 16 Prozent auf 31 Milliarden Dollar.
Apple: Speicherkrise und KI-Träume
Der Blick in die Zukunft fällt bei Apple sogar noch besser aus, als es die Märkte erwartet hatten. Das Unternehmen will seine Umsätze im laufenden Quartal um 14 bis 17 Prozent verbessern. Es scheint also weiterhin blendend zu laufen. Daher bezeichnete der scheidende Konzernchef Tim Cook es auch als den optimalen Zeitpunkt, um das Zepter an John Ternus zu übergeben. Jener wird am 1. September Platz im Chefsessel von Apple nehmen. Hinterlassen wird ihm ein Unternehmen mit einer beispiellosen finanziellen Basis, aber auch durchaus mit der einen oder anderen Herausforderung.
Apple warnt etwa bereits davor, dass die Speicherkrise sich im kommenden Quartal stärker bemerkbar machen dürfte. Noch zehrt der Konzern von seinen Lagerbeständen, die sich aber freilich immer mehr leeren. Nachgekauft werden muss künftig zu deutlich höheren Preisen. Das wird auch die vergleichsweise hohe Marge nicht vollständig abfedern können. Eine weitere Herausforderung stellt das Segment KI dar, wo Apple zuletzt eine weitgehende Partnerschaft mit Google einging.
Diesbezüglich scheint aber die Basis für neue Wege gelegt zu werden. Finanzchef Kevan Parekh ließ wissen, dass Cash und Schulden in Zukunft unabhängiger voneinander bewertet werden sollten. Ein konkreter Grund dafür wurde zwar nicht genannt. Marktbeobachter erkennen darin aber eine mögliche Vorbereitung auf größere Übernahmen im KI-Segment oder den anstehenden Aufbau einer eigenen Infrastruktur. Die Konkurrenz hat bereits dreistellige Milliardenbeträge in Rechenzentren investiert und scheint damit noch nicht am Ende zu sein.
Apple kann sich sehen lassen
Für den Moment kann Apple die Aktionäre überzeugen, auch dank einer erneut angehobenen Dividende und eines neuen Rückkaufprogramms mit einem Volumen von 100 Milliarden Dollar. Die Aktie bedankte sich am Freitag mit Zugewinnen von 3,3 Prozent und der Schlusskurs kratzte mit 280,25 Dollar schon fast an bisherigen Rekorden. Mit einem Nettogewinn von 29,6 Milliarden Dollar in nur einem Quartal ist auch die finanzielle Basis vorhanden, um selbst mit großen Herausforderungen fertig zu werden.
Dennoch sind weitere Erfolge bei Apple natürlich nicht in Stein gemeißelt. Es wird spannend zu sehen sein, ob man mit dem nächsten iPhone an bisherige Erfolge anknüpfen kann. Außerdem bleibt Künstliche Intelligenz ein wenig der Elefant im Raum. Bisher nehmen die Nutzer es dem Hersteller nicht weiter übel, dass Funktionen fehlen oder nur per Umweg über die Konkurrenz bewerkstelligt werden können. Doch in Zukunft wird Apple hier noch nachlegen müssen.
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04.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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