RWE erfreut die Anleger mit einer angehobene Prognose, doch die Aktie steht dennoch derzeit dezent unter Druck
Die RWE-Aktie kämpft mit schlechter Stimmug im Segment
Bei RWE scheint es derzeit mehr als rund zu laufen. Das Unternehmen ließ am Dienstag mitteilen, die Prognose für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 nach oben zu korrigierten. Außerdem wurden Erhöhungen der Dividende bis 2031 um jährlich zehn Prozent in Aussicht gestellt. Dem Aktienkurs halfen diese an sich guten Nachrichten allerdings nicht weiter.
Vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr übertreffen laut RWE (DE0007037129) die Markterwartungen deutlich. Bemerkbar mache sich dabei eine starke operative Performance gestützt durch Einmaleffekte. Das bereinigte Ebitda soll nun zwischen 5,75 und 6,35 Milliarden Euro landen. Zuvor wurden lediglich 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Selbst im ungünstigsten Fall würde RWE laut neuer Prognose am oberen Ende der vorherigen Spanne landen.
Im nächsten Jahr soll es dann weiter aufwärts gehen. Das Ebitda soll dann bei 6,7 bis 7,3 statt der zuvor kommunizierten 6,2 bis 6,8 Milliarden Euro liegen. Trotz dieser erfreulichen Nachrichten reagierte die RWE-Aktie nur zeitweise mit Kursgewinnen am Dienstagmorgen. Im weiteren Verlauf mussten jene wieder vollständig abgegeben werden. Es ging letztlich um 2,9 Prozent auf 55,62 Euro in Richtung Süden.
RWE: Ein ungutes Gefühl
Verantwortlich dafür sind sehr wahrscheinlich nicht die frischen Prognosen, sondern eine insgesamt angeschlagene Stimmung im Segment. Eine zunehmende KI-Skepsis belastet momentan die Märkte, was bei den Versorgern nicht unbemerkt bleibt. Denn vorherige Rallyes fußten zu nicht unwesentlichen Teilen auf der Erwartung, dass der anhaltende Ausbau von Rechenzentren auch den Energiekonzernen ein hübsches Wachstum bescheren würde.
An dieser Aussicht hat sich im Prinzip auch nichts geändert, denn der Bedarf ist noch immer vorhanden. Es machen sich jedoch verstärkt Sorgen breit, dass einige Hyperscaler sich mit ihren Projekten verheben könnten. Die Börsianer wollen offenbar gar nicht erst warten, bis es dazu tatsächlich kommt. Daher werden momentan prophylaktisch Gewinne eingestrichen, was den Verkaufsdruck dann noch weiter erhöht und in einer miesen Gesamtstimmung endet.
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30.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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