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Überraschend verabschiedet sich BP von Verwaltungsratschef Albert Manifold und löst damit eine Vertrauenskrise auf Seiten der Anleger aus

BP macht zunehmend einen kopflosen Eindruck

NTG24 - Überraschend verabschiedet sich BP von Verwaltungsratschef Albert Manifold und löst damit eine Vertrauenskrise auf Seiten der Anleger aus

 

Zwar verdient BP gerade nach den Ölpreisanstiegen der letzten Wochen gutes Geld. Die Bilanzen lassen aber im Vergleich zu US-Konkurrenten eher zu wünschen übrig. Um dies zu ändern, trieb der Konzern unter dem Einfluss aktivistischer Investoren vor gar nicht langer Zeit einen Kurswechsel voran. Erneuerbare treten in den Hintergrund und die Konzentration auf fossile Brennstoffe erlebt eine Renaissance.

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Eine der treibenden Kräfte dahinter war Verwaltungsratschef Albert Manifold, der erst im vergangenen Oktober sein Amt antrat. Nun allerdings wurde er seines Amtes schon wieder enthoben. BP (GB0007980591) begründete diesen Schritt damit, dass es „schwerwiegende Bedenken“ hinsichtlich des Verhaltens von Manifold gegeben habe. Weiter ins Detail ging man dazu nicht.

 

 

 

Die „Financial Times“ will von Insidern erfahren haben, dass Manifold sich wohl stärker ins Tagesgeschäft eingemischt haben soll, als dies von seiner Position erwartet wurde. Außerdem habe der bisherige Verwaltungschef sich herablassend gegenüber leitenden Mitarbeitern geäußert. An der Börse kam der plötzliche Abschied nicht gut an. Die BP-Aktie rutschte gestern zeitweise um über neun Prozent in die Tiefe.

Schwer zu verdauen ist das Ganze auch deshalb, weil BP schon seit Längerem mit einer Führungskrise zu kämpfen hat. Für zahllose Schlagzeilen sorgte vor allem der Abgang des ehemaligen CEO Bernard Looney im Herbst 2023, nachdem jener bezüglich einer Verhältnisses zu einer Mitarbeiterin nicht ganz ehrlich war. Auch davor gab es aber vorzeitige Abschiede in der Führungsebene und Ende 2025 wurde Konzernchef Murray Auchinchloss vorzeitig durch Meg O’Neill ersetzt. Dabei spielte auch Verwaltungsratschef Manifold eine tragende Rolle.

 

Chaostage bei BP

 

Dass bei BP nun endlich etwas mehr Ruhe einkehren mag, darauf lässt sich nur hoffen. Verlassen wollen die Anleger sich darauf aber nicht. Der Eindruck eines etwas kopflosen Unternehmens erhärtet sich. Höhere Ölpreise spielen dem Ölkonzern zwar in die Hände. Doch davon profitieren auch andere Unternehmen, die sowohl mit mehr Beständigkeit in der Führungsriege als auch hübscheren Bilanzen zu gefallen wissen. Es darf davon ausgegangen werden, dass BP weiterhin in der Branche nicht unbedingt die erste Wahl von Investoren sein wird.

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27.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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