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BVB: Hoffen auf Normalität

Verein bleibt beim Ertragsausblick vorsichtig

 

Der Einstand in die neue Bundesliga-Saison fiel für Borussia Dortmund positiv aus. Doch konnte der erste Sieg nicht alle überzeugen. Denn die Aktie des BVB hat in dieser Woche einen erneuten kräftigen Taucher gemacht. Das hat mehrere Gründe.

Sicherlich darf man hier die sportliche Komponente nicht außer acht lassen. Denn so, wie sich der Erzrivale Bayern München am ersten Spieltag präsentierte, dürfte es in diesem Jahr für den BVB erneut nichts mit einer Meisterschaft werden. Immerhin bleibt das Ziel der internationalen Wettbewerbe. Was allerdings noch gravierender belastete, waren die Ängste im Markt, dass es zu neuen Corona-Einschränkungen kommt.

 

Wieder mit Zuschauern

 

Dabei hatte der BVB wie auch etliche andere Fußballvereine gerade in den letzten Wochen einen ersten Schritt hin zu einer gewissen Normalisierung machen können. So konnten beim ersten Spieltag wieder 10.000 Zuschauer ins Stadion gelassen werden. Und natürlich schwingt hier die Hoffnung mit, dass diese Zahl in den nächsten Wochen und Monaten substanziell erhöht werden kann.

Doch ist es nun mal so, dass sich die Politik nach wie vor nur an den Fallzahlen der Infektionen orientiert, obwohl alle Statistiken ausweisen, dass sich die herbei geredete zweite Welle der Pandemie derzeit wieder in ernsthaften Erkrankungen noch in Todesfällen widerspiegelt. In diesem Szenario ist es also durchaus möglich, dass es hier erneute Einschränkungen gibt. Und die Fußball-Ligen wären als Bestandteil der Entertainment-Sektors sicherlich davon betroffen.

 

Weiterer Verlust?

 

Entsprechend vorsichtig bleibt auch das Management des BVB. Nachdem man im zurückliegenden Geschäftsjahr (per Ende Juni) einen Verlust von 44 Millionen Euro einfahren musste (vorher betrug noch der Gewinn rund 17,4 Millionen Euro), fürchtet man natürlich, dass ohne Fans im Stadion in dieser Saison der Verlust noch höher ausfallen könnte. Zwar sieht sich der BVB hinsichtlich seiner Liquidität gut aufgestellt, um die Durststrecke finanziell noch eine Weile zu überstehen. Doch natürlich wird der Spielraum, auch in personeller Hinsicht, damit immer kleiner.

Fazit: Entsprechend negativ ist auch das aktuelle Sentiment gegenüber der BVB-Aktie. Die bisherige Unterstützungszone im Bereich von 5,50 Euro ist inzwischen nach unten durchbrochen worden. Aus technischer Sicht wäre damit der Weg frei bis auf das Corona-Tief bei rund 4,50 Euro. Das muss zwar nicht zwangsläufig kommen, aber das Risiko ist derzeit extrem hoch. Das muss man sich nicht antun.

 

 

25.09.2020 - Carsten Müller - cm@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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