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Laut einem Medienbericht scheinen Gläubiger und Eigentümer sich auf ein neues Sanierungskonzept für BayWa einigen zu können

Ein Schuldenschnitt soll BayWa wieder auf die Beine helfen

NTG24 - Laut einem Medienbericht scheinen Gläubiger und Eigentümer sich auf ein neues Sanierungskonzept für BayWa einigen zu können

 

Vor einigen Jahren nutzte BayWa niedrige Zinsen, um munter zu investieren und seine Fühler in immer mehr Bereiche auszustrecken. Diese Taktik sollte sich jedoch rächen. Als die Zinsen schließlich anzogen, drohte der Konzern unter den steigenden Kapitalkosten zusammenzubrechen. Vor rund zwei Jahren wurde der Schuldenberg zu einem existenziellen Problem. Ganz überwunden wurde jenes noch immer nicht.

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Bisher ist es BayWa (DE0005194005) nur zum Teil gelungen, den erdrückenden Schuldenberg etwas kleiner werden zu lassen. Bis 2028 sollen über vier Milliarden Euro an Schulden reduziert werden. Durch Verkäufe konnte bisher lediglich etwas mehr als eine Milliarde Euro realisiert werden. Der geplante Verkauf von BayWa r.e., welcher 1,7 Milliarden Euro in die Kassen spülen sollte, scheiterte im Frühjahr. Die ursprünglich angepeilte Summe wird mittlerweile als nicht mehr realistisch angesehen.

 

 

 

Nun haben weder die Eigentümer, zu denen vor allem Genossenschaftsbanken gehören, noch die Gläubiger Interesse an einer Insolvenz. Sie spielten sich in den letzten Monaten den Ball aber munter gegenseitig zu. Jeder verlange vom anderen, sich mehr einzubringen, spricht mehr Geld nachzuschießen. Nun scheint es laut einem Bericht des „Handelsblatt“ eine Lösung zu geben, welche dem Vernehmen nach am Dienstag offiziell vorgestellt werden soll

 

Schuldenschnitt für BayWa

 

Nach intensiven Wochen der Verhandlungen soll ein neues Sanierungskonzept sich in der finalen Phase befinden und es seien lediglich noch technische Details zu klären, berichtet die Zeitung unter Verweis auf Finanzkreise. Kernpunkt des neuen Konzepts wird wohl ein Schuldenschnitt sein, dessen Volumen im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen soll. Die Gläubiger sollen darauf verzichten, während die Eigentümer-Banken noch einmal neues Kapital zuschießen. Um welche Summen es sich dabei handeln könnte, ist bislang nicht bekannt.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinTeil der Vereinbarung ist anscheinend, die Tochter BayWa r.e. aus dem Konzern herauszulösen, was die Schuldenlast des restlichen Konzerns deutlich senken würde. Miese Zahlen und hohe Schulden in diesem Segment gelten als einer der größten Faktoren in der aktuellen Krise. Details zum genauen Ablauf eines möglichen Abschieds wurden allerdings noch nicht kommuniziert. Klar ist aber, dass unter Hochdruck daran gearbeitet wird, die Bilanz des an sich eher margenschwachen Konzerns grundlegend aufzupolieren.

Die Anleger scheinen noch nicht recht davon überzeugt zu sein, dass mit dem neuen Kompromiss endlich alles besser werden wird. Die Sanierung bleibt eine Mammutaufgabe und der Ausgang des Ganzen ist weiterhin ungewiss. Investments sind daher noch immer eine hochspekulative Angelegenheit. Darauf scheinen sich noch immer nicht allzu viele Börsianer einlassen zu wollen. Am Montag startete die BayWa-Aktie mit leichten Verlusten und blieb bei übersichtlichen 11,95 Euro hängen. Der Abstand zum 10-Jahres-Tief bei 10,50 Euro bleibt überschaubar.

 

Warten auf den Durchbruch

 

Die einzige gute Nachricht ist für den Moment, dass bei BayWa im Hintergrund noch an einer Rettung gebastelt wird und damit der Gang in die Insolvenz noch verhindert werden könnte. Doch es bleiben etliche offene Fragen und ob ein Schuldenschnitt im dreistelligen Millionenbereich bei Verbindlichkeiten im Milliardenbereich wirklich die große Wende bringen mag, darüber kann für den Moment wohl nur jeder für sich selbst urteilen.

Handlungsdruck entsteht jedoch in keiner Weise. Selbst wer Comeback-Potenzial vermutet, wartet noch die offizielle Vorstellung des Sanierungsprogramms mitsamt weiterer Details ab. Ausgeschlossen werden soll an dieser Stelle nicht, dass damit vielleicht doch noch der große Wurf gelingt. In einem ohnehin angespannten Marktumfeld könnte es aber etwas mehr als nur ein Konzept benötigen, um die Aktie wieder dauerhaft in höhere Kursgefilde bugsieren zu können.

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29.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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