BioNTech verabschiedet sich von der eigenen Fertigung von Corona-Impfstoffen und schließt im Zuge dessen nahezu alle Produktionsstandort in Deutschland
Der Fokus von BioNTech fällt noch klarer auf Krebsmedikamente
Das Geschäft von BioNTech mit Corona-Impfstoffen entwickelte sich zuletzt weiter rückläufig. Das führte bereits zu einigen Sparmaßnahmen, die nun noch weiter ausgedehnt werden sollen. Mehrere Produktionsstandorte sollen ihre Pforten wohl schließen, während das Unternehmen sich für eine Zukunft bereitmacht, in der das Geschäft mit Krebsmedikamenten klar im Vordergrund steht.
Bei den jüngst vorgelegten Zahlen musste BioNTech (US09075V1026) erneut Rückschläge verkraften. Bei einem Umsatz von nur noch 118 Millionen Euro stand unter dem Strich ein Verlust von 531,9 Millionen Euro. Schon seit Längerem schreibt der Konzern rote Zahlen. Die Kosten für Forschung und Entwicklung steigen stetig an, während die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen sich in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Immerhin fielen die Verluste aber geringer aus, als Analysten es im Vorfeld erwartet hatten.
Dennoch sollen die Kosten nun noch weiter gedrückt werden und bei Corona-Impfstoffen wird zu diesem Zweck gespart. Schon im letzten Jahr kündigte BioNTech den Wegfall von bis zu 1.350 Stellen im Laufe von zwei Jahren an. Diese Pläne wurden nun noch weiter ausgeweitet. Wie das Unternehmen mitteilen ließ, sollen mehrere Produktionsstandorte für Corona-Vakzine ihre Pforten schließen. In Deutschland soll die Produktion sogar vollständig eingestellt werden. Das könnte bis zu 1.860 Stellen kosten, was fast einem Viertel der gesamten Belegschaft entsprechen würde.
BioNTech auf Sparkurs
Ganz aufgeben will BioNTech das Geschäft mit den Impfstoffen zwar nicht. Die Produktion wird allerdings in Zukunft dem Partner Pfizer überlassen. Die angekündigten Schließungen begründeten die Mainzer auch mit der Übernahme von Curevac, wodurch zusätzliche Produktionskapazitäten entstanden seien. Darüber hinaus handele es sich um eine Reaktion auf veränderte Nachfragebedingungen. Bis Ende 2027 sollen die Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur geschlossen werden. Um den Stellenabbau abzufedern, wird ein Verkauf in Erwägung gezogen.
Eingespart werden sollten durch die Restrukturierungen bis zum Jahr 2029 jährlich 500 Millionen Euro. Diese Mittel sollen dann vollständig in die Entwicklung von Krebsmedikamenten gesteckt werden. In dieser Hinsicht berichtete BioNTech in der jüngeren Vergangenheit über einige Fortschritte. Das Ziel lautet derzeit, bestenfalls noch vor Jahresende einen ersten Zulassungsantrag zu stellen. Im Erfolgsfall sollen dann die Umsätze auch endlich wieder zulegen können.
Die Betriebsräte sind von den neuen Plänen des Managements wenig begeistert. Die IG BCE warf BioNTech vor, skrupellos die Produktion zu opfern, um die Aktionäre zu beeindrucken. Sollte dies der Fall gewesen sein, so ist der Plan allerdings nicht ganz aufgegangen. Die Börsianer reagierten eher zurückhaltend; die BioNTech-Aktie gab am Dienstag um 3,9 Prozent und nachbörslich um weitere 2,6 Prozent an der Wall Street nach. Der große Schnitt bei der Produktion scheint auch unter den Anteilseignern als ein Risiko wahrgenommen zu werden.
Warten auf den Durchbruch
Mehr noch als zuvor setzt BioNTech derzeit alles auf eine Karte. Um die Aktie wieder in höhere Gefilde befördern zu können, ist ein Durchbruch bei Krebsmedikamenten mittlerweile zur Pflicht geworden. Dummerweise gibt es für Erfolge in dieser Hinsicht aber keine Garantien, auch nicht in Form aussichtsreicher Studienergebnisse. Denn dass ein Medikament auch auf den letzten Metern noch scheitern kann, das stellte das übernommene CureVac während der Corona-Jahre eindrucksvoll unter Beweis. Nachdem dort ein Corona-Vakzin bei der Wirkung nicht überzeugen konnte, stellte das Unternehmen das Ganze ersatzlos ein.
Anlegerinnen und Anleger gehen bei BioNTech letztlich eine Wette auf einen Erfolg in der Forschung ein. Das ist nicht gänzlich uninteressant und im Erfolgsfall könnte die Aktie viel Boden gutmachen, der in den letzten Jahren verloren wurde. Das Risiko spielt aber klar mit, was an den Märken momentan eher wenig gefragt ist. Erschwerend hinzu kommt der bevorstehende Abschied der Gründer, welche sich auf die Gründung eines neuen Unternehmens vorbereiten.
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06.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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