Evotec im Tiefenrausch, Rheinmetall fängt sich wieder, ungewisse Zeiten für TUI und BioNTech in der Identitätskrise
Die Verunsicherung an den Märkten ist groß
Am Freitag zog es den DAX wieder einmal in den roten Bereich, wenngleich das Tempo der Verkäufe ein wenig nachließ. Steigende Ölpreise, der Irankrieg und zahllose unbeantwortete Fragezeichen lasten auf der Stimmung der Börsianer. Bei manchem Einzeltitel kommen dazu dann noch zusätzliche Hiobsbotschaften, was den Anlegern das Leben natürlich nicht eben einfacher mach. Mancher Titel musste in dieser Woche einen regelrechten Ausverkauf erleben.
Besonders schwer hat es die Aktie von Evotec (DE0005664809) getroffen, die Tag für Tag mehr an Wert verlor. Zuletzt wurde das Papier am Freitag um drei Prozent auf 4,18 Euro geprügelt. Auf Wochensicht ergeben sich Abschläge von etwa 20 Prozent und es werden die tiefsten Kursstände seit fünf Jahren erreicht. Dabei stellte der Wirkstoffentwickler noch eine neue Strategie unter dem Namen „Horizon“ vor.
Der eine oder andere Analyst erkennt darin auch tatsächlich Chancen. Die Anleger scheinen den Horizont hingegen momentan nicht erkennen zu können. Das liegt vor allem daran, dass Evotec mit seiner Prognose für tiefe Enttäuschung sorgte. Für das laufende Geschäftsjahr werden Umsätze von 700 bis 780 Millionen Euro vorgesehen. Selbst am oberen Ende liegt Evotec damit unterhalb bisheriger Erwartungen, was die Anleger in ohnehin schwierigen Tagen in die Flucht treibt.
Rheinmetall: Ein Stockwerk tiefer
Bessere Zahlen hatte Rheinmetall (DE0007030009) zu bieten. Im vergangenen Jahr konnte der Rüstungskonzern erneut so manchen Rekord aufstellen und das Wachstum soll in Zukunft munter weitergehen. Trösten konnte es die Anteilseigner allerdings nur geringfügig. Statt mit einer neuen Rallye reagierte die Aktie mit Gewinnmitnahmen. Zeitweise ging der Kurs in dieser Woche bis auf rund 1.520 Euro zurück.
Erst kurz vor dem Wochenende konnte Rheinmetall wieder Boden gutmachen, nachdem Analysten sich mehrheitlich positiv zu Aktie uns Ausblick äußerten. Besonders optimistisch ist die Privatbank Berenberg. Dort bleiben Kaufempfehlung und Kursziel in Höhe von 2.100 Euro erhalten. Nach einer Phase der Korrektur wird damit nun umso mehr Aufwärtspotenzial in Aussicht gestellt. Argumentiert wird hier und auch bei anderen Analysehäusern damit, dass die grundsätzlichen Wachstumstreiber bei Rheinmetall nach wie vor intakt seien.
TUI im Rückwärtsgang
Von TUI (DE000TUAG505) lässt sich das nur noch sehr bedingt behaupten. Der Reiseveranstalter ist vom Irankrieg besonders heftig getroffen. Zahlreiche Destinationen fallen weg, und wie lange diese Lage anhalten mag, ist noch völlig offen. Beschäftigt ist man dieser Tage nicht nur damit, die Menschen in den Urlaub zu bringen. Viel Kraft muss auch dafür aufgewendet werden, Reisende aus der Krisenregion wieder nach Hause zu bringen. Dabei feiert TUI immerhin einige Erfolge.
Die Auswirkungen des Konflikts auf die Bilanz werden an der Börse jedoch schwer gefürchtet, was der TUI-Aktie einen kontinuierlichen Abwärtstrend einbrockt. Am Freitag verlor die Aktie um 1,7 Prozent an Wert und ins Wochenende ging es mit einem Kurs von 6,60 Euro. Seit Kriegsbeginn hat der Kurs sich bereits um etwas mehr als 18 Prozent reduziert und ein Ende ist leider nicht in Sicht.
Exodus bei BioNTech
Aus fundamentaler Sicht hatte BioNTech (US09075V1026) keine schlechten Nachrichten zu melden, zumindest keine, mit denen nicht ohnehin schon gerechnet wurde. Natürlich fuhr der Konzern im letzten Jahr wieder einmal Verluste ein, was aber angesichts fehlender Umsatztreiber zu erwarten war. Weitaus mehr schmerzte die überraschende Ankündigung, dass das Gründer-Ehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci sich zum Jahresende verabschieden, um ein neues Unternehmen zu gründen.
Das ist für BioNTech zwar lange kein Todesurteil. Es kommt aber einem Gesichtsverlust gleich. Sahin und Türeci sind nicht nur maßgeblich für Forschungserfolge von BioNTech verantwortlich. Sie waren auch stets das Aushängeschild des Konzerns und beliebte Interview-Partner. Auch unter den Anlegern scheinen die beiden viele Anhänger gehabt zu haben. Nun scheint es, als würden jene den beiden folgen und den Rückzug antreten. Die BioNTech-Aktie fing sich zum Wochenende etwas und ging mit 78,70 Euro aus dem Handel am Freitag. Die Verluste im 5-Tages-Vergleich belaufen sich hier jedoch noch immer auf 7,5 Prozent.
Wie geht es weiter?
Nicht nur die hier genannten Aktien haben derzeit mit dem Problem zu kämpfen, dass Zukunftsperspektiven unter ein großes Fragezeichen gestellt wurden. Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung treten schon wieder in den Hintergrund. Stattdessen sorgt man sich um steigende Energiepreise, welche möglicherweise die Inflation erneut befeuern könnten. Gesellt sich dazu dann noch Gegenwind im Newsflow, werden Einzeltitel schnell mal in Richtung Kurskeller gedrückt.
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14.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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