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Die Gründer von BioNTech kündigen ihren Abschied vom Unternehmen an und zusammen mit schwachen Zahlen lässt dies die Aktie abstürzen

BioNTech wird in Zukunft ohne Sahin und Türeci auskommen müssen

NTG24 - Die Gründer von BioNTech kündigen ihren Abschied vom Unternehmen an und zusammen mit schwachen Zahlen lässt dies die Aktie abstürzen

 

Die meisten Anleger dürften bereits damit gerechnet haben, dass BioNTech keine überwältigenden Zahlen vorlegen würde. Schließlich mangelt es dem Unternehmen noch immer an Umsatzbringern, während die Forschung hohe Summen verschlingt. Tatsächlich wurden die geringen Erwartungen der Analysten aber noch einmal unterboten und zusätzlich dazu hatte das Unternehmen eine waschechte Hiobsbotschaft im Gepäck.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeImmerhin den Umsatz konnte BioNTech (US09075V1026) im vergangenen Jahr auf 2,87 Milliarden Euro steigern, was einer Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb zu verdanken ist. Da endeten die guten Neuigkeiten dann aber auch schon wieder mehr oder weniger. Die Forschung an zahlreichen Krebsmedikamenten auf mRNA-Basis lässt die Kosten offenbar munter steigen und der Nettoverlust kletterte auf 1,1 Milliarden Euro. Zudem konnte BioNTech auch beim Ausblick nicht mit angenehmen Überraschungen aufwarten.

Die Umsätze sollen wohl wieder zurückgehen und bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro langen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen sich auf 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro belaufen und werden so mit einiger Wahrscheinlichkeit höher ausfallen. Der große Wendepunkt scheint also in diesem Jahr noch nicht erreicht werden zu können. Die Zahlen gerieten im gestrigen Handel aber fast schon etwas in den Hintergrund, da BioNTech überraschend den Abschied des Gründer-Paares Ugur Sahin und Özlem Türeci verkündete.

 

 

 

Eine neue Phase für BioNTech

 

Zum Ende des Jahres wollen sich CEO und CMO von BioNTech verabschieden, ohne dass es dafür auch nur den Hauch einer Vorwarnung gegeben hätte. Begründet wird der Schritt der beiden damit, dass jene sich wieder mehr auf die Forschung konzentrieren wollen. BioNTech befinde sich in einer neuen Phase, bei der die Kommerzialisierung im Vordergrund stehe. Das Unternehmen bereite sich auf ein industrielles Pharma-Modell vor. Das sei notwendig und sinnvoll, aber nicht das, wofür das Herz der beiden Gründer schlägt, ließ Türeci im Interview mit dem „Handelsblatt“ wissen.

Sahin und Türeci planen die Gründung eines neuen Unternehmens, das Medikamente auf Basis der nächsten mRNA-Generation entwickeln soll. Eine künftige Zusammenarbeit mit BioNTech wird explizit nicht ausgeschlossen; ein geplanter Austausch von Unternehmensanteilen macht dies sogar recht wahrscheinlich. BioNTech ließ wissen, die Suche nach geeigneten Nachfolgern bereits in die Wege geleitet zu haben, um einen fließenden Übergang zu ermöglichen.

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Das Unternehmen zeigt Verständnis für den Forscherdrang der beiden Gründer. Auf Seite der Analysten sieht das ein wenig anders aus. Fehlende Kenntnisse über die Führung eines Unternehmens werden dort nicht als pauschale Begründung für den Rückzug des Gründerpaares zugelassen. Schließlich ließe sich die entsprechende Expertise auch ohne einen Austausch des CEO ins Unternehmen holen. Für die Anleger ist der Abschied derweil ein kleiner Schock. Sahin und Türeci waren jahrelang das Gesicht von BioNTech.

 

BioNTech im Sinkflug

 

Die Anteilseigner zeigten sich erschüttert über den plötzlichen Abschied und die BioNTech-Aktie stürzte am Dienstag ins Bodenlose. Zu Handelsschluss schlug das Papier bei nur noch 68,85 Euro auf. Das ist der niedrigste Stand seit der Corona-Pandemie und allein der Verlust im gestrigen Handel belief sich auf etwas mehr als 20 Prozent. Die Märkte blicken offensichtlich mit Skepsis auf die Zukunft des Pharmakonzerns.

Zwar könnte eine erfolgreiche Industrialisierung durchaus Chancen mit sich bringen und die vielen Projekte aus der Pipeline sind nicht einfach verschwunden. Eine Erfolgsgarantie gibt es jedoch nicht und das Unternehmen verliert nun erstmal zwei seiner bekanntesten und vermutlich auch fähigsten Köpfe. Hätten jene BioNTech mit etwas besseren Zahlen verlassen, wäre den Anlegern der Abschied vermutlich etwas leichter gefallen. Nun aber verbleibt ein Unternehmen, dem abseits der guten Hoffnungen ein wenig die Zukunftsperspektive zu fehlen scheint.

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11.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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