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Bitcoin am Kreuzwiderstand

Baldiges Break bei Bitcoin?

 

War es nun das ,,Halving‘‘ oder war es etwas anderes? Man wird die aktuelle Dynamik des Bitcoin-Preises wohl mehreren Faktoren zuschreiben müssen, darunter auch derjenige der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Dabei steigt der Kurs dann, wenn genug Investoren daran glauben und deshalb kaufen. Im Ergebnis steigt es aufgrund des Glaubens an den Anstieg. Wie viel diese Zirkellogik mit den Fundamentaldaten zu tun hat, ist eine gänzlich andere Frage.

Aber wie die derzeitigen Märkte und die regelmäßig gelieferten Beweise ihrer relativen Ineffizienz zeigen, können sich ,,Märkte‘‘ auch über längere Zeit weit von ihrem ,,Gleichgewicht‘‘ entfernt stabil halten. Eine solche These vertrat in Bezug auf die Kapitalmärkte der US-Hedgefund-Manager George Soros in seinem Buch ,,Die Alchemie der Finanzen‘‘ aus dem Jahr 1987. Er machte eine Anleihe in der Arbeit seines Lehrers Karl Popper, der 1957 in seinem Buch ,,Das Elend des Historizismus‘‘ den Einfluss einer Vorhersage auf die Wahrscheinlichkeit, mit der dieses Ereignis dann eintritt, untersuchte.

Ob man nun bei der Analyse des Bitcoin-Kurses diese Annahmen berücksichtigt, dürfte dem Durchschnittsinvestor egal sein. Es bleibt allerdings analytisch eine potenziell entscheidende Kategorie, auf die wir je nach Relevanz erneut zurückgreifen werden.

Wie wir bereits in unserem letzten Beitrag zu Bitcoin am 07.05.2020 darlegten, dürfte das ,,Halving‘‘ gleichwohl einen kurstreibenden Einfluss haben, wenn wahrscheinlich auch nur zeitverzögert.

Am 12.05.2020 wurde das Bitcoin-Angebot durch das Halving weiter verknappt. Dabei halbierte sich die Belohnung pro geschürftem Block auf der Bitcoin-Blockchain auf 6,25 Bitcoins. So reduzierte sich zumindest zeitweise das Angebot, was unter der Annahme gleichbleibender oder zunehmender Nachfrage zu einem Preisanstiegsimpuls führen sollte.

 

Bitcoin short term

 

Der Ausverkauf von Bitcoin in trauter Gemeinsamkeit mit den anderen Märkten zeigt aber, dass obiger Faktor die Kursentwicklung beeinflussen mag, aber zumindest im März und in der sich anschließenden Erholung als Gegenimpuls nicht überwogen haben dürfte.

Gleichwohl könnte er für die weitere Entwicklung eine Rolle spielen. Denn Bitcoin hat sich nun entlang seines seit März gebildeten kurzfristigen Aufwärtstrends bis fast an den mittelfristigen Abwärtstrend herangearbeitet.

 

Bitcoin mid term

 

Chart 2 zeigt, dass der Ausverkauf vom März 2020 den Boden vom Jahreswechsel 2018/2019 getestet hat, jedoch auf Monatsschlusskurs-Basis deutlich darüber schloss. Nun kann man darüber streiten, wie dieser untere Docht und die relativ hohen Umsätze im März 2020 langfristig zu bewerten sind. Wir haben dies am Beispiel Silber bereits getan und die Idee des ,,Slingshot Moves‘‘ zur Diskussion gestellt. Danach ist der Ausverkauf nur das Schwungholen für einen Ausbruch nach oben. Dies könnte bei Bitcoin die mittelfristige Trendlinie sein, deren Überwinden einen Anstieg bis auf das Zyklushoch vom Juni 2019 bei 13.764 Dollar ermöglichen könnte.

 

Fazit

 

Aber so weit sind wir noch nicht. Gleichwohl zeigt der Bitcoin-Preis eine gewisse Versteifung auf aktuellem Niveau. Bezieht man das ,,Halving‘‘ in die Würdigung der aktuellen Lage mit ein, wird ein erneuter Absturz bis in den Bereich von 6.000 Dollar und darunter unwahrscheinlich. Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich damit weiter zugunsten eines Ausbruchs über die mittelfristige Abwärtstrendlinie verbessert.

Sollte dies gelingen, dürften dann auch die Momentum-Investoren Gewehr bei Fuß stehen, um auf den fahrenden Chart-Zug aufzuspringen. Denn auch sie kennen den Effekt sich selbst erfüllender Prophezeiungen nur zu gut.

 

20.05.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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