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Ist Bitcoin ein sicherer Hafen?

Bitcoin im Safe-Haven Beauty-Contest

 

Seit dem Beginn der Coronakrise klettern die Kurse von Gold und Bitcoin impulstechnisch praktisch im Gleichklang. Das lässt die Kryptowährung in den Augen mancher schon als sicheren Hafen erscheinen.

Diese Frage stellten sich die Analysten der Schweizerischen Bankgesellschaft UBS nach Informationen des Nachrichtenportals ,,Finews.ch‘‘.

Analysten der Schweizer Großbank haben ihre Erwartungen für den Goldpreis jüngst deutlich angehoben. Dieser soll nächstes Jahr auf 2.100 Dollar je Unze ansteigen und länger hoch bleiben, als die Anleger denken. Dies aufgrund von neuen Unsicherheiten wie den US-Präsidentschaftswahlen vom November und der Nachfrage seitens der Anleger.

 

Heller als Gold

 

Behalten die UBS-Analysten recht, dann stellt Gold seinen Wert als sicheren Hafen einmal mehr unter Beweis. Doch wie steht es um die Herausforderer aus der Kryptowelt? Die notorisch volatilen digitalen Devisen, allen voran die verbreitete Etherium und Bitcoin, konnten seit Jahresbeginn ebenfalls markant zulegen. Sie glänzten dabei noch heller als Gold. So gewann der Bitcoin zum Dollar mehr als 50 % an Wert, der Etherium verdreifachte seinen Preis sogar.

Dies bestätigt immer mehr Krypto-Fans in ihrer Hypothese, dass die digitalen Währungen ebenfalls zu sicheren Häfen in Krisenzeiten taugen.

 

UBS nicht überzeugt

 

Auch zu diesem Thema meldete sich die UBS dieser Tage zu Wort – in einer separaten Studie. Darin zeigten sich die Experten der Bank jedoch nicht überzeugt.

Die Analysten werten dabei eine Anlage als sicheren Hafen, wenn sie sich weitgehend unabhängig von der Konjunktur entwickelt und ihren Wert in Krisenzeiten zu bewahren vermag. Dies sei aber bei Bitcoin nicht der Fall, so der UBS-Report, und nennt gleich vier Gründe.

1. Volatilität: Die Preisschwankungen von Kryptowährungen seien immer noch zu groß, um sie einem Standard-Portefeuille zuzumuten. Zu groß sei die Gefahr, dass große Vermögensteile zerstört würden.

2. Kognitive Verblendung: Anleger in Kryptowährungen seien anfällig auf den ,,Survivorship Bias‘‘. Sie setzen oftmals auf die bekanntesten Kryptowährungen, weil deren Erfolg am besten sichtbar ist – und schätzen dabei die Wahrscheinlichkeit weiterer Zugewinne systematisch falsch ein. Das kann zu herben Enttäuschungen führen.

3. Keine Dividende: Gleiches gilt allerdings auch für Gold und ist ein Nachteil. Weil der stetige Cashflow aus den Ausschüttungen fehlt, bleiben den Anlegern nur die Buchgewinne (und -verluste).

4. Schwankende Korrelation: Die Wertentwicklung von Kryptowährungen im Vergleich zu anderen Anlageklassen ist ebenfalls Schwankungen unterworfen. Laut der UBS hat die Korrelation zu Wertpapieren in den letzten Wochen wieder zugenommen, was den Diversifikations-Effekt im Portefeuille der Anleger schmälert.

Ein Blick auf einen vergleichenden Chart von Gold und Bitcoin bestätigt jedenfalls in diesem Jahr die deutlich geringere Volatilität von Gold gegenüber Bitcoin.

 

 

Fazit

 

Der Paarlauf von Gold und Bitcoin hält also weiter an. Beide Anlagen haben Ende August einen Dämpfer erlitten, bei beiden haben sich die Kurse wieder erholt. Das letzte Wort im Streit um den sicheren Hafen ist wohl erst gesprochen, wenn sich eines der Investments aus dem Sturm nach oben verabschiedet. So weit ist es aber noch nicht.

Der nächste ,,Stresstest‘‘ für Bitcoin und Gold steht den auch schon bald an: Man wird aufmerksam beobachten, wie sich beide in möglichen Turbulenzen im Anschluss an die US-Präsidentschaftswahl am 03.11.2020 schlagen. Es bleibt also spannend.

 

21.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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