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BÖRSE TO GO - Apple, ThyssenKrupp und Zoom

Positive Vorbörse

 

Vorsichtiger Optimismus am Terminmarkt. In der Woche vor dem amerikanischen Labor-Day Wochenende hängen sich die wenigsten Anleger mit großen Wetten aus dem Fenster, da das Handelsvolumen traditionell niedrig ist, doch die Stimmung bleibt grundsätzlich positiv. Der DAX-Future notiert vorbörslich wieder knapp über der Marke von 13.000 Punkten und alle US-Futures bewegen sich leicht im Plus. Die Führung hat der Nasdaq-Future mit einem Plus von mehr als 0,3 % auf über 12.150 Punkte übernommen. 

Das sah gestern Nachmittag noch deutlich trüber aus. Der Handel in Europa sackte zum Börsenschluss ins Minus. Fast alle wichtigen Leitindizes schlossen am Montagnachmittag tiefer. Der DAX sank am Ende um -0,67 % und fiel unter die entscheidende Marke von 13.000 Punkten mit einem Schlussstand von 12.945,38 Punkten. Unter den deutschen Leitindizes konnte sich nur der TecDAX auf dem Schlusskursniveau vom Freitagnachmittag halten. 

An der Wall Street das gleiche Bild. Während der Nasdaq Composite Index um 0,68 % auf 11.775,46 Punkte stieg, beflügelt durch die Kurssteigerungen bei Apple und Tesla, schlossen alle anderen US-Leitindizes im Minus. Am stärksten traf es den Dow Jones Industrial Average, der um -0,78 % auf 28.430,05 Punkte fiel. Der S&P 500 Index sank um -0,22 % auf 3.500,31 Punkte.

Der Euro kratzt an der Marke von 1,20 US-Dollar. Im asiatischen Handel konnte die europäische Gemeinschaftswährung bis auf 1,996 US-Dollar steigen. Die Dollar-Schwäche zog auch die Edelmetalle mit nach oben. Silber notiert knapp über 29 US-Dollar / Feinunze und Gold erreichte Intraday-Höchstkurse von 1.996 US-Dollar / Feinunze.

 

Apple: 75 bis 80 Millionen iPhones im Herbst 

 

Wie heute früh bekannt wurde, hat Apple seine Produktionsvorgaben an die Zulieferer weitergegeben. Danach plant man im Herbst 75 bis 80 Millionen der kommenden iPhones 12 zu verkaufen, die den neuen 5G Mobilfunkstandard haben werden. Der Launch für das iPhone wurde vom September auf den Oktober verschoben. Voraussichtlich wird das Event am 12. Oktober stattfinden. 

Nachdem das iPhone 11 mit Neuheiten eher geizte, sind die Erwartungen an das iPhone 12 hoch. Die Gerüchteküche geht davon aus, dass Apple einen LiDar Sensor verbauen wird, der noch besser Abstände und Tiefen messen kann, was nicht nur bei Fotos Einsatz finden wird, sondern auch bei AR-Applikationen. Der Bildschirm soll deutlich auf 120 Hertz verbessert werden bei einer maximalen Auflösung von 4K. Die Pro Variante des iPhone soll voraussichtlich ab November ausgeliefert werden. Die Aktien von Apple stiegen am Montag nach dem Aktiensplit um 3,39 % auf 129,04 US-Dollar. 

 

ThyssenKrupp gerät ins Schlingern

 

Die Stahlindustrie steckt in einer tiefen Krise. Der Nachfrageeinbruch durch Corona hat dem bereits angeschlagenen Konzern noch zusätzlich schwer geschadet. Die Lage ist inzwischen so bedrohlich geworden, dass die Bundesregierung einen Einstieg bei ThyssenKrupp erwägt, um das Unternehmen zu retten. 

Tatenlos ist man in Essen nicht. Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren mehrere Anläufe unternommen, um mit anderen Stahlunternehmen zu fusionieren, doch man stieß immer wieder auf die Ablehnung der EU-Kommission, die in den Fusionen Nachteile für die Kunden sah. Inzwischen ist die Bilanz durch Verluste mit Stahlwerken im Ausland und dem Verkauf des Tafelsilbers ausgeblutet. Die Nachfrage, insbesondere vonseiten der Automobilindustrie und der Maschinenbauer, ist eingebrochen und kommt nur langsam wieder. Obendrein fordert die Politik, dass Stahlunternehmen CO2-neutral werden, was die Wettbewerbsfähigkeit zu den Dumping-Angeboten aus Fernost noch weiter untergraben wird. Die Aktien von ThyssenKrupp notieren vorbörslich bei 6,085 Euro (+0,43 %). 

 

Folgende wichtige Aktien gehen heute Ex-Dividende: Fox, Halliburton, NVIDIA und Schlumberger

 

Zoom überraschte die Wall Street

 

Der Anbieter von Videokonferenzsystemen konnte nach Börsenschluss mit starken Zahlen auftrumpfen. Im nachbörslichen Handel kletterten die Aktien um 22,9 % auf 399,38 US-Dollar, nachdem sie bereits im Präsenzhandel um 8,6 % auf 325,10 US-Dollar gestiegen waren. Obwohl der Erfolg der Zoom-Software kein Geheimnis ist, konnte das Unternehmen die hohen Erwartungen (Prognose: 500 Mio. US-Dollar) mit einem Umsatz von 664 Mio. US-Dollar deutlich schlagen. Der Knüller war jedoch die Jahresprognose, die Zoom auf 2,39 Mrd. US-Dollar anhob, während die Analysten im Schnitt mit 1,2 Mrd. US-Dollar Umsatz gerechnet hatten. 

 

Zoom Inc.

 

Obendrein ist Zoom hochprofitabel. Nicht gerade das, was man von einem jungen amerikanischen Tech-Start-up gewöhnt ist. Zoom erwirtschaftete einen Netto-Gewinn von 186 Mio. US-Dollar im 2. Quartal (31.07.2020) und 213 Mio. US-Dollar im 1. Halbjahr. Die Basisvariante der Videokonferenzsoftware ist kostenlos, im Gegensatz zu den gewerblichen Lizenzen. Zoom weist aktuell knapp 1.000 Kunden aus, die mehr als 100.000 US-Dollar im Jahr für die Dienste zahlen. Insgesamt habe man 370.000 Geschäftskunden. 

 

Einkaufsmanager-Index Tag

 

Die ersten wichtigen Wirtschaftsdaten bekommen wir heute früh um 08:00 Uhr aus Deutschland. Die Einzelhandelsumsätze für den Monat Juli werden veröffentlicht. Nach einem Rückgang im Juni um -1,6 % im Vergleich zum Mai wird für Juli ein Rückgang um -3,3 % zum Juni erwartet. 

Danach bekommen wir über den Tag verteilt aus zahlreichen Ländern die jüngsten Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes für den Monat August. Die Indizes spiegeln die Stimmung im Einkauf der wichtigsten nationalen Unternehmen wider und stellen Frühindikatoren für ihren jeweiligen Sektor dar. Ein Indexstand über 50 Punkten signalisiert Wachstum, ein Punktestand unter 50 Index signalisiert eine kommende Kontraktion des Geschäfts. 

Um 09:15 Uhr bekommen wir den ersten Einkaufsmanagerindex aus Spanien. Danach folgen die Schweiz, Italien, Frankreich, Deutschland, die EU, Großbritannien, Kanada und am Nachmittag nach Börseneröffnung die USA. 

Um 09:55 Uhr werden die monatlichen deutschen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Die Börse erwartet eine Arbeitslosenquote von 6,4 %. Die Zahl der Arbeitslosen soll um 1.000 Menschen gestiegen sein. 

Die EU wird um 11:00 Uhr den vorläufigen Verbraucherpreisindex für den Monat August veröffentlichen. Im Jahresvergleich lag die Inflationsrate im Juli bei 0,4 % und soll den Prognosen zufolge im August auf 0,2 % gefallen sein. 

 

01.09.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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