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Netflix verliert sein Mojo, starkes Quartal für Zalando und die Metro warnt - BÖRSE TO GO

Trotz niedriger Erwartungen enttäuschte Netflix die Börse - Aktien fallen nachbörslich stark

 

Exzerpt: Netflix enttäuschte die Wall Street. Zalando wuchs im 1. Quartal weiter stark. Die Covid-19-Krise belastet die Metro länger als erhofft.

 

Der Handel in Asien schloss sich der schlechten Stimmung der Wall Street an. Alle wichtigen Börsenplätze verzeichnen Verluste, wobei erneut Tokio die Liste der Verlierer anführt. Einzig und allein der chinesische Aktienmarkt stemmte sich gegen den Trend und stieg heute früh. Die Futures signalisieren einen weiteren schwachen Tag. Der DAX-Future kann sich vor Eröffnung der europäischen Vorbörse zwar bei 15.168 Punkten leicht im Plus halten, war aber auch gestern stärker als der Rest gefallen. Der S&P 500 Future hingegen liegt -0,20 % niedriger bei 4.118 Punkten und der Nasdaq-Future wird bei 13.737 Punkten (-0,41 %) gesehen.

Frankfurt zog nach und gab am Dienstag deutlich ab. Man hatte am Montag noch versucht, optimistisch in die wichtige Woche der laufenden Berichtssaison zu gehen, doch die negative Stimmung in New York färbte ab. Alle wichtigen deutschen Benchmarks gaben ab. Der MDAX hielt die rote Laterne mit einem Tagesverlust von -1,69 % auf 32.540,15 Punkte, dicht gefolgt vom DAX, der um -1,55 % auf 15.129,51 Punkte fiel, und dem SDAX, der um -1,43 % auf 15.699,37 Punkte sank. Auch der TecDAX erlitt einen Verlust, stand aber am Ende mit einem Minus von -1,14 % auf 3.471,52 Punkte besser als die anderen Benchmarks da.

Der Risk-Off Modus setzte sich auch am Dienstag an der Wall Street fort. Insbesondere die Wachstumsaktien und die Small-Caps litten unter Abgaben der Investoren. Der größte Tagesverlierer war erneut der Russell 2000 Index, der um -1,96 % auf 2.188,21 Punkte abgab. Auch der Nasdaq Composite Index fiel um -0,92 % auf 13.786,27 Punkte. Dicht gefolgt vom Dow Jones Industrial Average Index, der um -0,75 % auf 33.821,30 Punkte abgab und dem S&P 500 Index, der um -0,68 % auf 4.134,94 Punkte sank. 

 

Umsatz- und Gewinnwarnung von der Metro

 

Die Covid-19-Krise belastet die Metro (DE000BFB0019) länger als erhofft. Die misslungene Impfkampagne in der Europäischen Union macht sich bei den Umsatz- und Absatzzahlen der Metro bemerkbar. Die Lockdowns in vielen Ländern dämpfen weiterhin die Geschäftsaktivitäten. So sank der Umsatz auf Basis der vorläufigen Zahlen im 1. Halbjahr um satte -11,5 % und das bereinigte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) beträgt rund 490 Mio. Euro. Die Metro rechnet aus dem EBITDA die Transformationskosten und den Rückgang bei den Immobilientransaktionen heraus. 

Die Prognose für das 2. Geschäftshalbjahr wird nach unten angepasst. Der Gesamtumsatz soll nun um mindestens -3 bis - 6 % fallen und das bereinigte EBITDA soll bei -50 bis -175 Mio. Euro liegen. Die Prognose geht von stabilen Wechselkursen aus. Den kompletten Abschluss des 1. Halbjahres wird die Metro am 4. Mai veröffentlichen. 

 

Netflix verliert sein Mojo

 

Es war ein Rennen, das nur schwierig zu gewinnen war. Netflix (US64110L1061) musste sich mit Vorlage der Zahlen zum 1. Quartal mit dem ersten wichtigen Lockdown-Quartal von 2020 messen lassen. Und enttäuschte die Wall Street. Netflix konnte lediglich 4 Millionen neue Abonnenten für sich gewinnen, was ein harscher Rückgang der Wachstumsrate ist. Im Vorjahresquartal konnte man noch 16 Millionen Abonnenten gewinnen und 2020 insgesamt 37 Millionen. Damit erreichte die Streaming-Plattform zu Ende März einen Bestand an 208 Millionen Abonnenten und blieb damit sogar unter der eigenen Prognose, die von 210 Millionen Abonnenten ausgegangen war. 

 

Netflix Inc.

 

Die Streaming-Party ist vorbei. Das gilt insbesondere für die USA, wo inzwischen die Hälfte der Erwachsenen mindestens eine Impfdosis bekommen hat. Vor diesem Hintergrund verkaufte die Wall Street die Aktien nachbörslich und schickte die Notierungen -8,76 % in den Keller bis auf 501,44 US-Dollar. Da half nicht einmal, dass Netflix den Umsatz um 24 % auf 7,2 Mrd. US-Dollar steigerte und einen Netto-Gewinn von 1,7 Mrd. US-Dollar auswies. 

 

Starkes Quartal für Zalando

 

Die Mode-Plattform Zalando (DE000ZAL1111) konnte auf Basis der vorläufigen Zahlen zum 1. Quartal weiter stark wachsen. Und Frankfurt nahm die Zahlen positiv auf. Nach Handelsschluss auf Xetra konnten die Aktien um 0,53 % auf 90,98 Euro steigen. So verbesserte sich das Bruttowarenvolumen im Vergleich zum 1. Quartal 2020 um 54,5 bis 56,5 % auf 3,13 bis 3,17 Mrd. Euro von zuvor 2,0 Mrd. Euro. Der Umsatz entwickelte sich schwächer mit einem Anstieg um 46 bis 48 % auf 2,22 bis 2,26 Mrd. Euro nach 1,5 Mrd. Euro. Das „bereinigte“ Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) soll zwischen 80 und 100 Mio. Euro liegen, nachdem man auf dieser Berechnungsebene im Vorjahr einen Verlust von -98,6 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Die Gesellschaft gab nicht bekannt, um was das EBIT „bereinigt“ wurde. Auch prognostizierte man kein Ergebnis nach Steuern. Der vollständige Quartalsbericht wird am 6. Mai erwartet. 

 

Tagestermine

 

Am späten Mittag erwarten wir um 13:00 Uhr die jüngsten Daten zum amerikanischen Hypothekenmarkt. Unter anderem wird der 30-jährige MBA Hypothekensatz, die MBA Hypothekenanträge und der Index für den Hypothekenmarkt veröffentlicht. 

Der wichtigste Termin am Nachmittag ist aber die Veröffentlichung der wöchentlichen Rohöllagerbestände in den USA um 16:30 Uhr. Erwartet wird ein Rückgang um -2,98 Mio. Barrel nach einem Rückgang um -5,89 Mio. Barrel in der Vorwoche. 

 

21.04.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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