Mistral muss Kredit aufnehmen, Umsatzwarnung von VAT und BP Pulse Chef ist draußen - BÖRSE TO GO
Mistral muss Kredit aufnehmen - französisches AI-Startup findet nicht genug Eigenkapitalgeber
Mistral ist gezwungen, eine Kreditlinie aufzunehmen. Das Interesse der Venture Capital Investoren an dem französischen AI-Start-up ist so gering, dass man sich Geld bei einem Bankensyndikat leihen musste. VAT muss eine Umsatzwarnung für das 1. Quartal veröffentlichen. Der Iran-Krieg hat bereits zu Unterbrechungen und Beeinträchtigungen der Lieferketten geführt. Meg O’Neill wirft ihren Schatten voraus. Bevor die neue BP Chefin ihren Job antritt, geht der Chef von BP Pulse freiwillig, da mit einem Verkauf der Sparte zu rechnen ist.
Die Verluste im asiatischen Aktienhandel gehen auch am Dienstag weiter. Der Nikkei 225 Index sank um -1,27 % auf 51.227,00 Punkte und der KOSPI kollabierte regelrecht um -4,26 % auf 5.052,46 Punkte. Die südkoreanische Benchmark schloss zudem in der Nähe des Tagestiefs. Der Hang Seng Index fällt nur leicht und notiert vor Handelsschluss -0,40 % tiefer. Der Terminmarkt ist hingegen sehr freundlich gestimmt. Der DAX-Future (Juni) wird vor Eröffnung der europäischen Börsenplätze 0,44 % höher bei 22.787,00 Punkten gehandelt.
Zum Wochenauftakt wurden in Frankfurt noch die Short-Positionen eingedeckt, was insbesondere den DAX in die Höhe schnellen ließ. Der Blue Chip Index beendete den ersten Handelstag der Woche mit einem Gewinn von 1,16 % auf 22.562,88 Punkte. Tagesgewinner war dabei Scout24 (DE000A12DM80), die um 3,24 % auf 65,40 Euro kletterten, nachdem am vergangenen Donnerstag der Jahresabschluss und die neue Prognose die Anleger wieder beruhigten. Auch der TecDAX konnte sich am Montag wieder deutlich erholen und schloss 1,04 % höher bei 3.384,37 Punkten.
Die Wall Street profitiert hingegen nicht von Short-Eindeckungen. Die Blue Chips performten am besten und der Dow Jones Industrial Average Index konnte knapp über dem tiefen Schlusskurs vom Freitag schließen bei 45.216,14 Punkten (+0,11 %). Der Sell-off beim S&P 500 Index ging hingegen weiter und drückte den Index um -0,39 % auf 6.343,72 Punkte. Der Nasdaq 100 Index war der größte Verlierer und gab -0,78 % auf 22.953,38 Punkte ab. Der Speicherchiphersteller Micron Technology (US5951121038) gehörte erneut zu den größten Verlierern, da die Anleger in Zukunft mit einem Einbruch der RAM-Preise rechnen. Auch war am Montag der Ex-Tag, aber die Dividende lag bei lediglich 0,15 US-Dollar je Aktie bei einem Tagesverlust von -35,42 US-Dollar (-9,92 %) auf 321,80 US-Dollar.
Mistral muss Kredit aufnehmen
Das französische AI-Start-up Mistral ist gezwungen, einen Kredit aufzunehmen. Mistral ist eines der wenigen Highlights im europäischen AI-Geschäft, das im Vergleich zu den USA und China fast nicht existent ist. Während bei AI-Unternehmen, insbesondere bei den amerikanischen Konkurrenten, der Verkauf von jungen Aktien zu stark erhöhten Unternehmensbewertungen der gängige Weg zur Ausweitung der Finanzierung ist, musste Mistral am Montag eine Kreditlinie bei einem Bankensyndikat aufnehmen, um die Kosten für das neue Rechenzentrum in der Nähe von Paris zu decken, das mit 13.800 GB300 AI-Chips von Nvidia (US67066G1040) ausgestattet werden soll. Mistral bekommt aus der Kreditlinie 830 Mio. US-Dollar. Der Schritt ist überraschend, denn die Finanzierungskosten sind jüngst erheblich gestiegen. Eine neue Kapitalerhöhung über den Verkauf von jungen Aktien hätte hingegen die Chance beinhaltet, die Unternehmensbewertung zu heben, die im letzten Jahr nur magere 12 Mrd. Euro erreichte, und gleichzeitig den Vorteil geboten, dass man sich keine hohen Zinslasten aufbürdet. Die niedrige Unternehmensbewertung und die Notwendigkeit, dass man einen Kredit aufnehmen muss, deutet darauf hin, dass das Interesse auf der Eigenkapitalseite zu gering ist. Was daran liegen kann, dass Mistral sehr langsam seine Kapazitäten ausweitet. Im Februar kündigte man ein neues AI-Rechenzentrum in Schweden an, aber man will sich bis 2027 Zeit lassen, um es in Betrieb zu nehmen.
Umsatzwarnung von VAT
Die Schweizer VAT (CH0311864901) versuchte am Morgen Süßholz zu raspeln. Man rückte den hohen Auftragseingang vonseiten der Kunden im 1. Quartal in den Vordergrund. Der Spezialist für Vakuumventile, die unter anderem in der Halbleiterproduktion verwendet werden, nannte aber keinen konkreten Wert für den Auftragseingang, sondern ließ diese wichtige Information offen. Wo man jedoch konkret wurde, war bei der neuen Umsatzprognose. VAT hatte seinen Anlegern für das März-Quartal einen Umsatz von 240 bis 260 Mio. Franken versprochen. Das korrigiert man heute früh auf „rund“ 215 Mio. Franken nach unten. Eine herbe Enttäuschung. Als Begründung verweist man auf teilweise und temporäre Unterbrechungen der Lieferketten aufgrund des Iran-Krieges. Auch spricht man von verspäteten Lieferungen von Komponenten und Materialien, was die Auftragsabwicklung negativ beeinflusst hat und die Auslieferungen auf das 2. Quartal verschiebt, so die Hoffnungen der Geschäftsführung. Am Jahresausblick will man jedoch nicht rütteln, sondern bestätigte die gemachten Prognosen.
BP Pulse Chef nimmt seinen Hut
Meg O’Neill wirft ihren Schatten voraus bei BP (GB0007980591). Die neue Chefin beim britischen Öl-Major hat den Job, den Energiekonzern möglichst schnell wieder zurück ins alte, profitable Kerngeschäft mit fossiler Energie zu bringen, dieses Geschäft zu beschleunigen und sich gleichzeitig von unattraktiven und wenig profitablen Geschäftsbereichen rund um „Erneuerbare Energien“ zu trennen. Offiziell tritt O’Neill ihren Job erst am 01. April an, doch die ersten Weichen werden bereits im Vorfeld gestellt. So musste Martin Thomsen im März seinen Hut nehmen. Thomsen war im Downstream-Geschäft für BP Pulse verantwortlich, das im Wesentlichen die Ladeinfrastruktur des Konzerns für Elektrofahrzeuge betreibt. Die Sparte verkaufte im vergangenen Jahr mehr als 1,5 Terawattstunden Energie, was einem Wachstum von 8 % im Jahresvergleich entsprach. Die Margen im „Erneuerbaren Energie“ Geschäft liegen jedoch im Schnitt bei bestenfalls der Hälfte dessen, was BP im klassischen Kerngeschäft verdienen kann, weswegen ein Verkauf von BP Pulse in diesem Jahr wahrscheinlich ist.
Tagestermine
Der Einzelhandel in Deutschland darbt weiterhin. Für den Monat Januar war die Börse eigentlich von einem Wachstum von 1,0 % im Vergleich zum Dezember ausgegangen. Dieses Wachstum wurde heute früh nachträglich fast halbiert auf nur noch 0,6 %. Auch die Erwartung eines weiteren Wachstums um 1,0 % im Februar erfüllte sich nicht. Die erste Lesung geht von einem geringeren Wachstum von 0,7 % aus.
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31.03.2026 - Mikey Fritz

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