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Erhöhung der Ölproduktion: IEA warnt OPEC

Kann sich der Ölpreis über 40 Dollar stabilisieren?

 

Der Ölpreis schrammt seit Wochen in einer Seitwärtsbewegung oberhalb der Marke von 40 US-Dollar entlang. Ein Blick auf den mittelfristigen Chart zeigt, dass der Ölpreis der Marke Brent auf Wochenbasis zuvor an einem wichtigen Widerstand abgeprallt war.

 

 

Aus dieser Perspektive wäre ein ,,Ausatmen‘‘ durchaus gesund. Dazu könnten auch neue Nachrichten beitragen, wonach die Internationale Energieagentur IEA, eine autonome Agentur der OECD in Paris, die OPEC davor, das Ölangebot zu erhöhen. Dies würde das ohnehin schon fragile Marktgleichgewicht noch mehr destabilisieren.

Die IEA verweist dabei auf die steigenden Corona-Neuinfektionen weltweit. Dies könnte die Erholung der Ölnachfrage zum Stillstand bringen. Der Ölmarkt habe deshalb keine Pufferkapazität, zusätzliches Öl zu absorbieren. Bislang scheint die OPEC+ an ihrem Plan festhalten zu wollen, die Produktionskürzungen Anfang 2021 weiter zurückzunehmen.

In den letzten zwei Tagen sprachen sich sowohl der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate als auch der russische Energieminister dafür aus, die Produktionserhöhung um 2 Mio. Barrel pro Tag wie geplant umzusetzen.

Sollte sich die Nachfrage spürbar eintrüben, wird die OPEC+ gezwungen sein, von einer Produktionserhöhung abzusehen, wenn sie kein neuerliches Überangebot inklusive neuem starken Preisrückgang riskieren will. Heute trifft sich das ,,Technische Komitee‘‘ der OPEC+, um eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation am Ölmarkt zu machen.

 

Fazit

 

Der Ölpreis ist noch nicht in einem stabilen Marktgleichgewicht. Dafür hat die Corona-Krise weltweit Konsumenten und Produzenten zu sehr durcheinander gebracht. Der Test der Schmerzgrenze der OPEC+ in Bezug auf mögliche Förderkürzungen hat deshalb unter Umständen noch gar nicht stattgefunden. Sollte eine neue global Corona-Infektionswelle die Weltwirtschaft nochmals de facto zum Stillstand bringen, ist ein erneuter Rückgang des Ölpreises in den Bereich von 25 US-Dollar möglich. Solange besteht keine Eile zum Aufbau von Long-Positionen in Öl.

 

15.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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