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Goldlieferung aus Südafrika unterbrochen

Südafrikanische Münzanstalt stoppt Goldlieferung nach London

 

Die südafrikanische Rand Refinery Ltd. hat die Lieferung von Gold nach London derzeit eingestellt. Damit dürfte sich die Verwerfungen auf dem Goldmarkt, der in den letzten Tagen bereits zu einem deutlichen Prämienanstieg bei physisch lieferbaren Gold gekommen.

Die Rand Refinery ist Afrikas einzige Gold-Raffinerie. Sie teilte mit, man prüfe alternative Maßnahmen, um den Lieferverpflichtungen für den Londoner Goldmarkt zu entsprechen. CEO Praveen Baijnath erklärte, dass derzeit die Belieferung von den Goldminen unterbrochen sei. Man arbeite hart mit den Logistikpartnern daran, die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.

Er spezifizierte jedoch nicht, welche Menge an Gold derzeit von den Lieferstörungen betroffen sei. Diese Situation ähnelt jener in der italienischen Schweiz, wo in drei Goldraffinerien im Tessin 70 % des weltweiten Goldes verarbeitet werden und es derzeit auch zu einem drastischen Produktionsrückgang kommt.

 

Gold

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Zudem zeigt ein Vergleich für russische Goldverschiffungen, dass sich die Dauer von einem Tag auf inzwischen eine Woche verlängert hat.

Die Rand Refinery arbeitet derzeit auch die Zulieferschwierigkeiten nicht mit voller Kapazität, da seit gestern ein 21-tägiger Lock-down besteht. Und dies, obwohl das Unternehmen von den Restriktionen ausgenommen ist. Hier wird beispielsweise das Gold der südafrikanischen Minenunternehmen AngloGold Ashanti und Gold Fields verarbeitet.

Baijnath erklärte auch, dass eine komplette Einstellung der Arbeiten in der Raffinerie einen Dominoeffekt auf die Goldproduktion in Afrika hätte. Denn eine oberirdische Lagerung des geförderten Golderzes hätte bedeutende Sicherheitsrisiken zur Folge, die die Unternehmen nicht eingehen wollten.  

 

Fazit

 

Das Coronavirus führt zunehmend auch bei der Verarbeitung von physischem Gold zu Störungen, die neben Produktionsproblemen auch die nachgelagerte Lieferkette von Terminkontrakten auf Gold an den Goldterminbörsen durcheinanderbringen. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was bei einem weiteren Anstieg der Goldnachfrage für ein ,,Marktstress‘‘ bei den Edelmetallen entstünde.

 

27.03.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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