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Wie weit steigt der Brent-Ölpreis bis zur nächsten Korrektur?

Der Ölpreis charttechnisch zwischen Baum und Borke

 

In unserem Kommentar zum Ölpreis am 02.12.2020 stellten wir bei einem damaligen Ölpreis für die Nordseesorte Brent von 47,23 Dollar fest, dass die Korrekturrisiken am Ölmarkt zunehmen.

Inzwischen hat sich der Ölpreis über den mittelstarken Widerstand von 48,98 Dollar, der aus dem Juni 2017 stammt, hinweggerobbt und steht nun zwischen mehreren Impulsschwellen, nach unten wie nach oben.

Die inzwischen überwundene Widerstandslinie bei 48,98 Dollar ist inzwischen eine Unterstützung (rote Horizontale). In Chart 1 sind zudem die Fibonacci-Retracements der Abwärtsbewegung seit dem Zwischenhoch vom Oktober 2018 abgebildet.

 

 

Er zeigt, dass der Brent-Ölpreis bei 53,34 Dollar sein 50 %-Retracement hat, welches noch gut 6 % vom aktuellen Kurs entfernt ist. Dieses Niveau fällt zudem mit dem Widerstand auf Monatsbasis vom Januar 2019 zusammen und bildet damit einen relativ starken Kreuzwiderstand!

Darüber liegt bei aktuell rund 58 Dollar die mittelfristige Abwärtstrendlinie, wie Chart 2 zeigt.

Ein Blick auf den gesamten Aufwärtszyklus des Ölpreises seit der Jahrtausendwende zeigt ebenfalls dort, dass im Bereich zwischen 33,36 Dollar und 33,88 Dollar eine Unterstützung liegt, die allerdings im Frühjahr 2020 im Zuge des Corona-Schocks auf die Märkte deutlich unterschritten wurde.

 

 

Damit bleibt festzuhalten:

 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe1. Der Ölpreis hat über sich mehrere bedeutende statische und dynamische Widerstände, die ein korrekturloses Weiterlaufen über 58 Dollar unwahrscheinlich machen.

2. Die politische Agenda des neuen US-Präsidenten könnte die effektive Nachfrage nach dem schwarzen Gold kurzfristig dämpfen, da neue Lockdown-Maßnahmen in den USA die Nachfrage stärker drücken könnten als die Produktionsrückgänge.

3. Eine sinkende Förderdisziplin innerhalb der OPEC+ könnte den Ölpreis zusätzlich belasten, denn neue Nachfragerückgänge sind inzwischen angebotsseitig wesentlich schwieriger durchzusetzen.

4. Charttechnisch hat der Ölpreis nach seinem Absturz im Frühjahr bislang keinen überzeugenden Boden gebildet. Ein Abprallen am 50 %-Fibonacci-Retracement im Bereich von 53 Dollar könnte damit ein Vorbote eines neuerlichen Rückganges bis in den Bereich von 33 Dollar sein.

 

Fazit

 

Der Ölpreis bewegt sich fundamental, politisch und charttechnisch weiter zwischen Baum und Borke. Erst ein Anstieg über 58 Dollar wäre aus dieser Perspektive ein Indiz einer mittelfristigen Stabilisierung. Sollte sich der Ölpreis dagegen nochmals den Rückwärtsgang einlegen, ist ein Test der Tiefstkurse vom Frühjahr 2020 mehr als nur möglich!

 

23.12.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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