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Russland: Goldproduktion steigt, Silberproduktion fällt

Russische Goldproduktion legt zu, Silberproduktion sinkt

 

Wie das russische Finanzministerium zuletzt mitteilte, entwickelten sich die Förderzahlen für Gold und Silber im Jahr 2019 in Russland deutlich divergent.

Danach legte die russische Goldproduktion im letzten Jahr um 9,26 % zu, während jene für Silber um 11,1 % zurückging.

Mengenmäßig wurden 2019 danach 343,54 Tonnen Gold gefördert, nachdem die Fördermenge im Jahr 2018 noch bei 314,42 Tonnen gelegen hatte.

Die Silberproduktion sank dagegen um 11,1 % und erreichte eine Produktionsmenge von 996,17 Tonnen.

 

Kreml

Bildnachweis: © Telefonaktiebolaget L. M. Ericsson

 

Bis zum April 2020 hatte die russische Zentralbank ihre Goldreserven stetig erhöht. Aber mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie teilte die Notenbank mit, dass sie alle Goldkäufe bis auf Weiteres aussetzt. Bis Ende 2019 hatte die Zentralbank die russische Goldproduktion aufgekauft, um die eigenen Goldreserven zu erhöhen.

Per 01.05.2020 betrugen die Goldreserven Russlands nach Angaben der Zentralbank 126 Mrd. US-Dollar.

Parallel dazu konnten die russischen Banken ihre Goldverkäufe jedoch erhöhen, nachdem die weltweite Nachfrage weiter angestiegen war. Allein im April exportierten russische Banken 4,6 Tonnen Gold, was einem Anstieg von 15 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Russland ist der drittgrößte Goldproduzent weltweit. Neben der russischen Zentralbank gehörten bislang Großbritannien und die Schweiz zu den größten Abnehmern der russischen Goldproduktion.

 

Fazit

 

Die bislang von der Zentralbank aufgekaufte russische Inlandsproduktion von Gold steigt nicht nur weiter an, sie könnte auch strategisch für die in Russland gängige Nutzung seiner Potenziale für seine Außenpolitik eine stärkere Rolle spielen. Dies wäre eine Aufwertung der russischen Goldpolitik zur Verbesserung seiner Positionierung im strategischen Wettbewerb zwischen dem weltweit größten Goldförderer China, dem potenziellen strategischen ,,Balancer‘‘ und großem Goldimporteur Indien und einem ,,Mixed Emotions‘‘- Handelspartner und historischem Konkurrenten Großbritannien.

Bislang spielt die EU nur eine geringe strategische Rolle in der Goldpolitik Russlands, was wohl auch an den bereits hohen Anteilen von Gold an den Devisenreserven der großen europäischen Staaten wie Deutschland, Frankreich und Italien liegt. Man darf gespannt sein, wie sich der strategische Wert des russischen Goldhandels entwickelt, wenn die ungebremste Monetarisierung europäischer Staatsschulden seine ,,Vertrauensverlustschwelle‘‘ erreicht. Von Silber ganz zu schweigen.

 

29.05.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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