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Edelmetall Marktbericht vom 18.02.2026: Goldpreis unter Druck, Silber taumelt, Platin zögert, Palladium überrascht - Jetzt entscheidet die Geldpolitik

Zwischen Geldpolitik und Diplomatie stehen die Edelmetalle unter spürbarem Anpassungsdruck

NTG24 - Edelmetall Marktbericht vom 18.02.2026: Goldpreis unter Druck, Silber taumelt, Platin zögert, Palladium überrascht - Jetzt entscheidet die Geldpolitik

 

Der Goldpreis notiert zur Wochenmitte bei 4936 US-Dollar und liegt damit auf Wochensicht im Minus, während das bisherige Monatsergebnis leicht positiv ausfällt. Silber steht bei rund 76 US-Dollar und verzeichnet sowohl im Wochen- als auch im Monatsvergleich deutliche Abschläge. Platin hält sich bei 2053 US-Dollar vergleichsweise stabil, Palladium bei 1718 US-Dollar mit Zugewinnen auf Wochen- und Monatssicht. Damit zeigt sich ein Edelmetallmarkt, der zunehmend von Einzelthemen statt von einer einheitlichen Richtung geprägt ist.

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Beim Goldpreis sorgten zuletzt politische Entwicklungen für spürbaren Gegenwind. Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und Iran reduzierten die geopolitische Unsicherheit, was die Nachfrage nach klassischen Absicherungsinstrumenten dämpfte. Parallel dazu belastete ein festerer US-Dollar, der Gold (TVC:GOLD) für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert. Zusätzlich wirkte sich die geringere Liquidität aus Asien rund um die Feiertage zum Lunar New Year aus und verstärkte kurzfristige Ausschläge.

In den Vereinigten Staaten richtete sich der Blick verstärkt auf die Geldpolitik. Vor der Veröffentlichung der Protokolle der Januar-Sitzung der US-Notenbank wurde der Goldpreis zunehmend als Positionierung auf den weiteren Zinspfad interpretiert. Kurzfristig dominieren damit Makrodaten und geldpolitische Erwartungen das Geschehen, während die physische Schmucknachfrage in den Hintergrund tritt. Entscheidend bleibt, ob die diplomatischen Annäherungen Substanz entwickeln oder ob neue Spannungen die Risikoprämie rasch wieder erhöhen.

 

 

 

Goldpreis: Starke Kapitalflüsse und anhaltende Notenbankkäufe

 

Trotz der jüngsten Korrektur sprechen die Kapitalströme weiterhin für den Goldpreis. Physisch besicherte Gold-ETFs verzeichneten zum Jahresauftakt kräftige Zuflüsse und stabilisieren Rücksetzer. Diese Nachfrage wirkt wie ein Puffer gegen abrupte Abverkäufe und signalisiert, dass institutionelle Investoren strategische Positionen aufbauen oder ausweiten.

Hinzu kommt die anhaltende Aktivität der Notenbanken. Die chinesische Zentralbank hat ihre Goldreserven erneut erhöht und damit ihre Serie kontinuierlicher Käufe fortgesetzt. Diese staatliche Nachfrage bildet einen strukturellen Unterbau für den Markt. Auch von Analystenseite werden höhere Preisniveaus bis zum Jahresende für möglich gehalten, sofern die Kombination aus offiziellen Käufen und Investoreninteresse intakt bleibt. Der nächste Impuls dürfte allerdings wieder aus den USA kommen, insbesondere durch Signale der Fed und den anstehenden PCE-Inflationsbericht.

 

Silber: Zwischen Dollar-Druck und enger physischer Lage

 

Silber (TVC:SILVER) reagierte in den vergangenen Tagen besonders sensibel auf den stärkeren US-Dollar und die geringere Handelsaktivität in Asien. Mit dem temporären Ausfall wichtiger Nachfrageimpulse fehlte es dem Markt an Unterstützung, was den Preis zusätzlich unter Druck setzte. Wie so häufig fungierte der Goldpreis als Taktgeber für die gesamte Edelmetallkurve: Nach Inflationsdaten, die Spielraum für Zinssenkungsspekulationen eröffneten, setzte auch bei Silber eine Gegenbewegung ein.

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Werbebanner EMH PM TradeAbseits der kurzfristigen Volatilität rückt die physische Verfügbarkeit stärker in den Vordergrund. Prognosen der London Bullion Market Association deuten auf eine schnellere Verengung des Angebots hin. Lagerbildung, Handelskonflikte und politische Eingriffe reduzieren die frei verfügbare Marktliquidität. Einschätzungen von S&P Global unterstreichen, wie fragil das Gleichgewicht zwischen Finanzinvestoren und realer Verfügbarkeit ist. Das Silver Institute verweist zudem auf eine robuste Investitionsnachfrage bei nur moderat wachsendem Minenangebot. Silber bleibt damit ein Markt mit erhöhtem Ausschlag – nach oben wie nach unten.

 

Platin und Palladium: Angebotsrisiken rücken in den Vordergrund

 

Im Platinmarkt liegt der Schwerpunkt klar auf der Angebotsseite. Große Produzenten setzen trotz der Rally im Vorjahr auf Kapitaldisziplin, Dividenden und Kostensenkungen statt auf aggressive Expansion. Das bremst zusätzliche Fördermengen und hält die Risikoprämie im Markt. In Südafrika verschärfen steigende Energie- und Lohnkosten die Situation, während Tarifkonflikte beim Versorger Eskom die Stromkosten erneut in den Mittelpunkt rücken.

Auch beim Palladium bestimmen Produzentenmeldungen das Bild. Der russische Konzern Nornickel legte solide Zahlen vor, betonte jedoch die fragile mittelfristige Marktbalance. Gleichzeitig bestätigen südafrikanische Unternehmen, dass Preisrallys nicht automatisch in höhere Fördermengen münden. Damit bleibt Palladium stark von konkreten Produktions- und Absatzpfaden abhängig und weniger von rein makroökonomischen Narrativen.

 

Technische Lage: Gold mit Trendvorsprung

 

Aus charttechnischer Sicht präsentiert sich Gold am robustesten. Der Kurs notiert oberhalb des 50- und 200-Tage-Durchschnitts, wobei der kurzfristigere Durchschnitt über dem langfristigen liegt. Das unterstreicht ein intaktes Aufwärtsbild. Ein ADX nahe 40 signalisiert eine ausgeprägte Trendstärke, was Rücksetzer tendenziell zu Kaufgelegenheiten macht.

Silber bewegt sich zwischen dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt. Zwar liegt der 50er über dem 200er, doch die Seitwärtsbewegung spricht für eine Übergangsphase. Der ADX auf erhöhtem Niveau deutet dennoch auf eine gewisse Trenddynamik hin. Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) zeigen ein ähnliches Muster: Beide Kurse pendeln zwischen ihren gleitenden Durchschnitten, der ADX signalisiert lediglich moderaten Trend. Hier fehlen neue Impulse für eine klare Richtungsentscheidung.

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Ausblick: Makrodaten als Taktgeber

 

In den kommenden Tagen dürften vor allem US-Konjunkturdaten und geldpolitische Signale die Richtung vorgeben. Der PCE-Inflationsbericht sowie weitere Hinweise der Fed werden maßgeblich dafür sein, ob der Goldpreis seine konstruktive Struktur behaupten kann. Gleichzeitig bleibt bei Silber, Platin und Palladium die Angebotsseite ein sensibles Thema. Sollten sich geopolitische Spannungen erneut verschärfen oder Produktionsrisiken konkretisieren, könnte der Edelmetallmarkt rasch in eine neue Phase erhöhter Dynamik eintreten.

 

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18.02.2026 - Andreas Opitz

Unterschrift - Andreas Opitz

 

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