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Edelmetall Marktbericht vom 18.03.2026: Anspannung vor der Fed- Was Gold, Silber, Platin und Palladium bremst oder stützt

Edelmetall Marktbericht vom 18.03.2026: Anspannung vor der Fed- Was Gold, Silber, Platin und Palladium bremst oder stützt

NTG24 - Edelmetall Marktbericht vom 18.03.2026: Anspannung vor der Fed- Was Gold, Silber, Platin und Palladium bremst oder stützt

 

Zur Wochenmitte zeigt sich der Edelmetallmarkt in uneinheitlicher Verfassung. Gold hält sich vergleichsweise stabil, Silber steht stärker unter Druck, während Platin und Palladium zuletzt wieder etwas Boden gutmachen konnten. Damit prallen am Markt derzeit mehrere Kräfte aufeinander: geopolitische Unsicherheit, neue Inflationssorgen und die angespannte Erwartung vor der nächsten Zinsentscheidung der US-Notenbank. Vor allem die Unterschiede zwischen den einzelnen Metallen werden nun wieder deutlicher sichtbar.

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Beim Goldpreis standen in den vergangenen Stunden vor allem geopolitische Unsicherheit und die Nervosität vor der nächsten Zinsentscheidung der US-Notenbank im Mittelpunkt. Die neuen Spannungen im Nahen Osten haben nach Berichten von Reuters nicht nur den Ölmarkt angeschoben, sondern zugleich die Sorge verstärkt, dass der Inflationsdruck wieder hartnäckiger werden könnte. Für Gold (TVC:GOLD) ist das grundsätzlich ein unterstützendes Umfeld, denn das Metall profitiert in solchen Phasen von seiner Rolle als Sicherheitsanlage.

 

 

 

Gleichzeitig bleibt der Aufwärtsdrang begrenzt. Denn je stärker die Inflationssorgen ausfallen, desto eher wächst an den Märkten die Erwartung, dass die Federal Reserve an ihrer restriktiven Haltung länger festhalten könnte. Genau diese Gemengelage erklärt, warum Gold fundamental gut abgesichert wirkt, aber dennoch nicht in einen dynamischen Rallymodus übergeht. Der Markt findet also Halt, stößt aber bei stärkeren Erholungsversuchen rasch auf geldpolitische Widerstände.

 

Silber reagiert empfindlicher auf Stimmungswechsel

 

Deutlich ruppiger verlief die Entwicklung beim Silberpreis. Während Gold seinen defensiven Charakter besser ausspielen konnte, geriet Silber (TVC:SILVER) spürbar stärker unter Druck. Das hat vor allem mit seiner Doppelrolle zu tun. Einerseits gilt Silber ebenfalls als Krisenmetall, andererseits hängt es wesentlich enger an Konjunkturerwartungen, industrieller Nachfrage und spekulativer Marktstimmung.

Gerade in Phasen, in denen Anleger vor einer Fed-Entscheidung vorsichtiger werden, trifft diese Kombination Silber oft härter als Gold. Das Metall wird dann weniger als klassischer sicherer Hafen gehandelt, sondern stärker als volatiler Zykliker mit Momentum-Komponente. Hinzu kommt, dass die strukturell starke Industrienachfrage zwar ein längerfristiges Argument bleibt, der Markt aber sensibel auf Hinweise reagiert, dass hohe Preise Anpassungen auslösen könnten. Berichte über Substitutionsbemühungen in der Solarbranche zeigen genau diesen Mechanismus. Kurzfristig erhöht das die Anfälligkeit für Gewinnmitnahmen und abrupte Richtungswechsel.

 

Platin und Palladium: gemeinsame Makrotreiber, unterschiedliche Reaktion

 

Bei Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) ist das Bild derzeit zweigeteilt. Beide Metalle werden von der allgemeinen Unsicherheit an den Rohstoffmärkten mit beeinflusst, beide reagieren auf steigende Energiepreise und beide hängen indirekt an der Frage, wie restriktiv die US-Notenbank bleibt. Dennoch entwickeln sie sich nicht im Gleichschritt.

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Werbebanner EMH PM TradePlatin hat zuletzt relative Stärke gezeigt. Händler scheinen bei Rücksetzern eher wieder auf die Käuferseite zu wechseln, weil Platin neben dem Autosektor auch mit Blick auf industrielle Anwendungen und mögliche Substitutionsthemen als robuster eingeschätzt wird. Palladium konnte zwar ebenfalls zulegen, bleibt aber deutlich anfälliger, sobald Konjunktursorgen oder Risikoaversion wieder zunehmen. Das ist plausibel, weil Palladium stärker an die Katalysatornachfrage im klassischen Autosektor gekoppelt bleibt.

Gerade diese Spreizung innerhalb der Platingruppenmetalle dürfte kurzfristig wichtig bleiben. Beide Metalle werden zwar von denselben makroökonomischen Impulsen bewegt, die Ausschläge fallen aber unterschiedlich aus. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich ihre Kurswege weiter auseinanderentwickeln.

 

Technische Lage: Gold im Vorteil, die übrigen Metalle in Wartestellung

 

Aus charttechnischer Sicht bleibt Gold am besten positioniert. Der Kurs notiert sowohl über dem 50-Tage- als auch über dem 200-Tage-Durchschnitt. Zudem liegt der 50er über dem 200er, was das positive Grundmuster bestätigt. Ein ADX von 27,5 Punkten signalisiert eine klar erkennbare Trendstärke. Das spricht dafür, dass Rücksetzer bislang eher gekauft werden.

Silber liefert ein deutlich neutraleres Signal. Der Kurs bewegt sich zwischen SMA50 und SMA200 und befindet sich damit in einer Übergangsphase ohne klaren Trend. Zwar liegt der 50-Tage-Durchschnitt weiterhin über dem 200-Tage-Durchschnitt, doch der ADX von 24,7 Punkten zeigt nur einen moderaten Trend. Das Bild bleibt also offen.

Ähnlich sieht es bei Platin aus. Auch hier pendelt der Kurs zwischen den wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der übergeordnete Aufbau bleibt konstruktiv, weil der SMA50 über dem SMA200 verläuft. Mit einem ADX von 16,3 Punkten ist die Trendstärke allerdings schwach. Der Markt wirkt eher seitwärts gerichtet.

Palladium schließlich bewegt sich ebenfalls zwischen SMA50 und SMA200. Der positive Durchschnittsaufbau bleibt erhalten, doch der ADX von 20,2 Punkten steht nur für einen mäßig ausgeprägten Trend. Damit fehlen auch hier noch klare charttechnische Signale für eine nachhaltige Richtungsentscheidung.

 

Ausblick

 

In den kommenden Tagen dürfte der Edelmetallmarkt vor allem auf zwei Faktoren reagieren: auf neue Nachrichten aus dem Nahen Osten und auf jede Nuance aus der US-Geldpolitik. Gold bleibt dabei am ehesten der stabile Anker, während Silber weiter die größeren Schwankungen zeigen könnte. Bei Platin und Palladium entscheidet vor allem, wie der Markt die Industriekonjunktur und die Perspektiven des Autosektors einordnet. Die Ruhe am Markt dürfte daher vorerst ausbleiben.

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18.03.2026 - Andreas Opitz

Unterschrift - Andreas Opitz

 

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