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Fashion meets Corona

Wie ein Virus eine Branche verändert!

 

Neue Liefertermine, geänderte Orderrythmen, Warenlieferungen in neu gedachten Timelines. Diese und andere Themen beschäftigen seit März 2020 die Modebranche im In-und Ausland. Industrie und Handel versuchen lang gehegte Interessen unter dem Deckmantel der Pandemie für sich durchzusetzen. Als am 18.03.20 der Einzelhandel in Deutschland aufgrund von Zwangsschliessungen lahm gelegt wurde, kam das Priorisieren der eigenen Ziele so richtig in Fahrt. Händler stornierten getätigte Aufträge für noch zu liefernde Warenflüsse, liessen sich ein Rückgaberecht zusichern, Produzenten befreiten sich von Qualitätsstandards und vereinbarten Lieferterminen. Die Unruhe war immens. Sowohl in der Fachpresse als auch in diversen Foren wurde heiss diskutiert, heisst lahmgelegt tot oder leben totgesagte länger? Der Onlinehandel gewann an Fahrt, aber nur bestimmte Produktgruppen profitierten. Homewear, Shirts, Bermudas, etwas bequemes für das Sofa oder das neu eingerichtete Homeoffice. Umsatzstarke Formelwear, Anzüge, Kleider, Hemden und Blusen hingen auch bei den Versendern wie Blei. Ohne Anlass kein Bedarf beim Endverbraucher. Ende April durfte der stationäre Handel seine Türen, schrittweise, wieder öffnen. Seit nunmehr 4 Monaten zeigt sich folgendes Bild:

1. Vorstadt vor Innenstadt
2. Klein vor Gross
3. Damenmode vor Herrenmode

 

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Die grossen Zentren der Städte werden gemieden. Die Damen verspüren mehr Lust auf neue Mode als die Herren der Schöpfung. Der kleinere Fachhandel profitiert von treuen Stammkunden, welche annonyme Kaufhäuser selten oder gar nicht haben. Die Krise rückt persönliche Werte, ein gutes Gespräch, bekannte Wohlfühlatmosphäre und das wichtige Miteinander wieder in den Fokus der Menschen. Aktuelle Diskussionen über Lieferrythmen, die sich seit Jahren verzerrt zum Bedarf entwickelt haben, Wintermode bietet der Handel ab Juni an und die Sommermode ab November, bevor der Winter startet, bleiben bestehen. Ein Nachdenken in die richtige Richtung. Bewegungen und Verschiebungen in einer unruhigen Zeit, in nie dagewesenem Ausmass, es bleibt spannend. Eine wichtige Erkenntnis kristallisiert sich aber bereits jetzt heraus, die Wertigkeit des Produkts und die Kompetenz des Dienstleisters spielen wieder eine herausragende Rolle. Qualität vor Quantität scheint das Mass der Dinge zu werden.
 

 

06.09.2020 - Thilo Pfeffer - Info@pfeffers-fashion.de

 






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