Gamestop schreibt hohe Gewinne und stärkt seine Cash-Position noch weiter, doch der Wandel des Geschäftsmodells ist nicht ohne Risiken
Wie geht es bei Gamestop weiter?
Das ursprüngliche Geschäftsmodell von Gamestop ist weiterhin in akuter Gefahr, wenn nicht längst obsolet. Dennoch steht das Unternehmen erstaunlich gut da. Dem Management ist es gelungen, vom Börsenhype vor einigen Jahren kräftig zu profitieren. Durch die Ausgabe neuer Aktien baute man sich ein üppiges Finanzpolster auf, konnte munter Zinsen kassieren und in Aktien sowie Kryptowährungen investieren.
Die jüngsten Zahlen offenbarten nun einen überraschend hohen Gewinn von Gamestop (US36467W1099). Je Aktie belief jener sich im vergangenen Quartal auf 0,49 US-Dollar nach 0,30 Dollar im Jahr zuvor. Das operative Ergebnis verdoppelte sich annähernd bis auf 147,7 Millionen Dollar. Damit konnten die Erwartungen der Analysten klar übertroffen werden.
Neues Wachstum in den Ladengeschäften war dafür aber eher nicht verantwortlich. Zwar zeigte sich der Wandel dort dahingehend, dass Sammlerstücke beim Verkauf an Bedeutung gewinnen und das Geschäft mit Spielen sowie Hardware in den Hintergrund tritt. Beschäftigt war Gamestop im vergangenen Jahr dennoch hauptsächlich mit der Schließung von Filialen. Aus Europa hat man sich bereits komplett verabschiedet. Die letzten Filialen schlossen ihre Pforten im Jahr 2024 und im Januar 2025 wurde auch der Online-Shop abgeschaltet.
Gamestop: Wohin geht die Reise?
Gamestop sitzt heute auf Cash-Reserven von schwindelerregenden neun Milliarden Dollar, was noch einmal 200 Millionen Dollar mehr sind als nach Abschluss des dritten Quartals 2025. Dem gegenüber steht eine Marktkapitalisierung von etwas mehr als zehn Milliarden Dollar. Allerdings ist weiterhin unklar, was der Konzern mit seinen enormen Barreserven anzustellen gedenkt.
Möglich erscheint ein Szenario, in dem sich Gamestop immer mehr zu einer Holding wandelt, vielleicht nach dem Vorbild von Berkshire Hathaway. In einem solchen Fall würde auch das rückläufige Kerngeschäft immer weiter in den Hintergrund treten. Allerdings lässt das Management die Anleger über seine weiteren Pläne noch im Unklaren. Konzernchef Ryan Cohen ließ lediglich vage andeuten, sich die Übernahme eines deutlich größeren Konsumentenunternehmen vorstellen zu können. Eine konkrete Ankündigung gibt es bisher aber nicht.
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01.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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