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eBay zeigt kein Interesse am Übernahmeangebot von Gamestop und bezeichnet jenes als wenig glaubwürdig sowie unattraktiv

Wie wird GameStop auf die Zurückweisung von eBay reagieren?

NTG24 - eBay zeigt kein Interesse am Übernahmeangebot von Gamestop und bezeichnet jenes als wenig glaubwürdig sowie unattraktiv

 

In der vergangenen Woche sorgte GameStop mit einem Übernahmeangebot für eBay für viel Aufsehen. 125 US-Dollar oder insgesamt 56 Milliarden US-Dollar stellte der Spielehändler in Aussicht, um die eigentlich deutlich größere Online-Plattform zu schlucken. Bei eBay sah man sich das Ganze in aller Ruhe an, zeigt nun aber keinerlei Interesse daran, sich auf die Offerte einzulassen.

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Am gestrigen Dienstag veröffentlichte eBay (US2786421030) eine offizielle Ablehnung. Darin heißt es von Verwaltungsratschef Paul Pressler, dass das Angebot von Gamestop (US36467W1099) weder glaubwürdig noch attraktiv sei. Berücksichtigt worden seien dabei Faktoren wie die weiteren Aussichten für eBay auf eigenen Beinen, die Ungewissheit der Finanzierung und den Einfluss auf die langfristige Profitabilität. Das Unternehmen sieht sich in einer starken Ausgangslage und kann für sich keine Vorteile erkennen, die sich durch eine Übernahme ergeben könnten.

 

 

 

Auch an den Märkten machten sich bereits Zweifel an der Finanzierung des Vorhabens bemerkbar. Gamestop hat sich zwar während der Meme-Stock-Zeiten durch geschickte Aktienverkäufe ein ansehnliches Finanzpolster aufgebaut. Dennoch sollten 20 Milliarden Dollar an Fremdkapital aufgenommen werden, um die eBay-Übernahme zu stemmen. Bisher konnte Gamestop-CEO Ryan Cohen nicht glaubhaft darlegen, wie eine solche Summe in absehbarer Zeit wieder hereingeholt werden könnte. In Aussicht gestellt wurden lediglich Einsparungen von zwei Milliarden Dollar innerhalb von zwölf Monaten nach einer möglichen Übernahme.

 

Passen eBay und Gamestop zusammen?

 

Grundsätzlich verfolgen eBay und Gamestop recht unterschiedliche Geschäftsmodell, bei denen sich aber durchaus gemeinsame Nenner finden lassen. Der Verkauf von Spielen verliert immer weiter an Bedeutung, weshalb Gamestop in den eigenen Filialen immer mehr Merchandise und dergleichen verkauft. Darüber hinaus wird noch mit gebrauchten Spielen gehandelt. Solche finden sich freilich auch bei eBay, neben etlichen weiteren Artikeln. Vorstellbar wäre durchaus, die noch rund 2.200 Filialen zu nutzen, um beispielsweise die Abwicklung von eBay-Transaktionen vor Ort durchzuführen.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinAngewiesen ist eBay darauf allerdings nicht und im Gegensatz zu Gamestop blickt man dort auf ein weitgehend gesundes Geschäftsmodell. Die stationären Geschäfte von Gamestop schrumpfen seit Jahren. Im vergangenen Jahr wurden weitere Filialen geschlossen. Aus Deutschland hat man sich längst vollständig verabschiedet. Der Konzern steht weiterhin vor der Herausforderung, zwar über ein üppiges Cash-Polster, aber kein funktionierendes Geschäftsmodell zu verfügen.

An der Börse wurde die Absage von eBay unterschiedlich aufgenommen. Die Anteilseigner von eBay reagierten erleichtert und der Aktienkurs steigerte sich um 2,1 Prozent auf 110,40 Dollar. Die Gamestop-Aktie hingegen gab am Dienstag um 3,5 Prozent auf 22,37 Dollar nach. Dort hätten die Anleger anscheinend schon gerne einen Zusammenschluss gesehen. Vollkommen undenkbar ist dieses Szenario weiterhin nicht. Gamestop könnte noch versuchen, ein ihm freundlich gegenüberstehendes Gremium auf die Beine zu stellen.

 

Verbesserungsbedarf?

 

Passende Argumente dafür hatte Gamestop-Chef Cohen bereits vorgelegt. Kritik gibt es unter anderem an der Ausgabenpolitik von eBay und ganz besonders an den Marketingkosten. Jene bezeichnet Cohen als ineffizient, allerdings ohne konkrete Alternativen vorzulegen. Ob noch ein weiterer Vorstoß geplant ist, bleibt derzeit abzuwarten. Gamestop reagierte bislang noch nicht offiziell auf die Zurückweisung durch eBay. Aus Anlegersicht ist das Thema spannend, aber nicht ohne Risiko.

Es wäre ein höchst ungewöhnliche Angelegenheit, wenn ein deutlich kleineres Unternehmen eine Übernahme auf den Weg bringen würde. Fraglich wäre in jenem Fall allerdings, ob die Anleger davon wirklich etwas hätten. Ein paar Synergien würden sich wohl ergeben, doch unter dem Strich würde vermutlich eBay hauptsächlich das schwächelnde Geschäft von Gamestop tragen. Mittelfristig würde dies den Kurs eines hypothetisch fusionierten Unternehmens wohl eher in die Tiefe befördern. Vielleicht wäre es für Gamestop schlicht eine bessere Alternative, sich nach einem etwas weniger gewichtigen Übernahmekandidaten umzusehen. Immerhin beweist das Managemtn aber große Ambitionen.

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13.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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