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Transparenzoffensive für Gold nimmt Fahrt auf

Schweizer Banken wollen Transparenz der Goldbeschaffung erhöhen

 

Im Schweizer Bankenmarkt erhielt vor Kurzem die Initiative zur besseren Rückverfolgung bei Gold neuen Schwung. In separaten Mitteilungen kündigten die Zürcher Kantonalbank und die Bank Raiffeisen an, die Transparenz im Goldhandel erhöhen zu wollen und damit eine vollständige Rückverfolgung des gehandelten Goldes bis zur Quelle, also seiner geografischen Lagerstelle, gewährleisten zu wollen.

Raiffeisen teilte mit, man verfolge von nun an eine Beschaffungspolitik, die eine genaue Rückverfolgung des Goldes erlaubt und zudem eine höhere Umwelt- und Sozialverträglichkeit jener Betriebe unterstützt, die Teil der Gold-Lieferkette sind.

Wie Raiffeisen darlegte, übernimmt die Schweizer Raffinerie Argor-Heraeus auch in Zukunft die Herstellung der Goldbarren für die Bank. Argor-Heraeus besitzt eine ,,Responsible-Gold-Guidance-Zertifizierung‘‘ der ,,London Bullion Markets Association‘‘ und die notwendigen Zertifizierungen des ,,Responsible Jewellery Councils‘‘. Zusätzlich will Raiffeisen seinen Kunden in Zukunft auch die Namen sämtlicher Minenunternehmen und weiterer Gesellschaften in der Gold-Lieferkette sowie die Herkunft des Goldes offenlegen. So kann mit der Produktionsnummer jeder Goldbarren an seine Quelle zurückverfolgt werden.

Und auch die Zürcher Kantonalbank, nach eigenen Angaben die größte Goldhändlerin in der Schweiz, legt in Zukunft noch größeren Wert auf die höchstmögliche Transparenz in ihrem Goldgeschäft und nutzt dabei die DNA-Markierungstechnik des ETH-Spin-offs Haelixa und Argor-Heaeus. Sie betont, dass es eine erhöhte Nachfrage nach verantwortungsbewusst hergestellten Goldprodukten durch institutionelle Anleger gibt. Damit wird eine bessere Rückverfolgbarkeit des Goldes zu Wettbewerbsvorteil im Goldhandel.

Denn auch bei institutionellen Anlegern wie Pensionskassen und Versicherungen erhöhen sich die Anforderungen an Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG). Zudem erfordern neue Reportingpflichten eine ununterbrochene Dokumentation.

 

Und was ist das Fazit?

 

Die erhöhte Transparenz im Schweizer Goldhandel durch die großen Schweizer Goldhändler Zürcher Kantonalbank und Raiffeisen dürfte ein wichtiger Schritt hin zur Definition von Standards im Goldhandel werden. Davon profitieren insbesondere institutionelle Investoren, deren ESG-Anforderungen steigen. Neben aufsichtsrechtlichen Pflichten entwickelt sich zudem auch eine ,,ESG-Gruppendynamik‘‘, die letztendlich zur Standardisierung der Transparenzmaßnahmen innerhalb der Lieferkette von Gold führt und damit in einer Rückkopplung die ESG-Qualität in dieser Lieferkette auch für kleine Minenunternehmen erhöht.

 

15.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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