Goldman Sachs läutet die Berichtssaison mit Ergebnissen ein, welche den Anteilseignern leider nicht allzu gut bekommen
Das Beratungsgeschäft von Goldman Sachs läuft blendend, doch mit Anleihen verdient man weniger
Die Berichtssaison steht wieder in den Startlöchern und wie üblich beginnt sie mit den Zahlen der großen US-Banken. Am gestrigen Montag gab sich Goldman Sachs die Ehre und hatte dabei durchaus einige gute Neuigkeiten im Gepäck. Allerdings gab es auch einige Kennzahlen, welche die Anleger eher verunsicherten und Kauflaune kam im Handel an der Wall Street letztlich nicht auf.
Die größten Erfolge feierte Goldman Sachs (US38141G1040) im vergangenen Quartal mit dem Beratungsgeschäft. Dort gingen die Erträge um schwindelerregende 89 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar in die Höhe. Begleitet wurden im ersten Quartal gleich mehrere große Transaktionen, darunter der Verkauf des Lebensmittelgeschäfts von Unilever an McCormick. In Deutschland stand man unter anderem Henkel bei einer größeren Übernahme zur Seite.
Zulegen konnte bei Goldman Sachs zudem das Aktiengeschäft, wo es um 27 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar aufwärts ging. Das trug auch einen großen Anteil zum Gesamtumsatz in Höhe von 17,3 Milliarden Dollar bei. Davon blieben nach Steuern 5,4 Milliarden Dollar hängen, was im Vergleich zum Vorjahresquartal einem Plus von 18 Prozent entspricht. Die Erwartungen der Analysten konnten damit geschlagen werden. Dennoch machte sich an den Märkten keine Begeisterung breit, denn mit einer Sparte sorgte Goldman Sachs auch für eher lange Gesichter.
Goldman Sachs verdient weniger mit Anleihen und Rohstoffen
Weniger gefragt waren im letzten Quartal offenbar Anleihen, Währungen und Rohstoffe. In diesem Segment meldete Goldman Sachs einen Rückgang um zehn Prozent auf rund vier Milliarden Dollar. Da die Sparte für annähernd ein Viertel der Umsätze verantwortlich ist, können die Anteilseigner das Ganze kaum ignorieren. Zumal zu vermuten steht, dass die Zinsentwicklung das Ganze negativ beeinflusst haben könnte. Bedingt durch die wieder höhere Inflation steht zu befürchten, dass es hier in Zukunft noch unschöner werden könnte.
Die Ergebnisse von Goldman Sachs sind letztlich ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite atmen die Anleger auf, da der Irankrieg beim Beratungsgeschäft sowie dem Aktienhandel noch zu keinen Einbrüchen geführt hat. Auf der anderen Seite werden die Aussichten für Erträge durch Anleihen und Rohstoffe aber spürbar gekürzt. Die Aktie reagierte letztlich mit Verlusten von 1,9 Prozent im Handel am Montag und der Kurs setzte auf 890,79 Dollar zurück.
Bezüglich weiterer Risiken kam Goldman Sachs auch nicht umhin, selbst auf den Konflikt im Nahen Osten zu verweisen. Die Blockade der Straße von Hormus berge die Gefahr abreißender Lieferketten und anhaltende geopolitische Spannungen könnten Schieflagen am Markt von Privatkreditfonds weiter verschärfen, teilte CEO Jamie Dimon mit. Immerhin rechnet Goldman Sachs aber damit, dass das gut laufende Beratungsgeschäft im laufenden Jahr weiter an Rückenwind gewinnen dürfte.
Was macht die Konkurrenz?
Die Berichtssaison startet letztlich etwas holprig, doch noch bleibt Raum für weitere Impulse. Bereits heute stehen Ergebnisse der Konkurrenz von Goldman Sachs an. Platzhirsch JPMorgan wird ebenso seine Bücher öffnen wie die Citigroup. Am Mittwoch folgen dann Ergebnisse von Morgan Stanley und der Bank of America. Sollte es dabei noch den einen oder anderen Lichtblick geben, so wäre es vermutlich auch für die Goldman Sachs-Aktie eine gute Neuigkeit.
Unter dem Strich schlägt sich das Unternehmen ohnehin weiterhin hervorragend, auch wenn hier und dort einige Abstriche gemacht werden mussten. Die Nettoeigenkapitalrendite fällt jedoch weiterhin geradezu unverschämt hoch aus und liegt weit über dem, was bei deutschen Banken üblich ist. Der Sektor bleibt also grundsätzlich im Aufwind. Die größte Sorge aktuelle liegt eher darin, dass das Wachstum etwas langsamer als erhofft stattfinden könnte.
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14.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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