Tagesbericht Gold vom 26.02.2026: Goldpreis mit neuem Kursziel - Wie J.P. Morgan eine alte Debatte neu entfacht
Nahost-Diplomatie kann den Goldpreis schnell kippen, je nach Tonfall
Der Goldpreis läuft am Donnerstag wieder stärker als politisches Barometer. Zölle, Diplomatie und Dollar bestimmen den Takt, während klassische Konjunktursignale in den Hintergrund rücken. In der Mitte der Woche markiert der Goldpreis 5.200 US-Dollar, liegt in der Handelswoche 1,8 Prozent im Plus und seit Monatsbeginn 6,4 Prozent höher. Das Umfeld bleibt nervös – und genau davon lebt Gold. Für Anleger heißt das: Schlagzeilen schlagen Daten, solange der Zollnebel weiter hängt.
Nach den jüngsten Diskussionen um US-Importabgaben und deren juristische Flankierung dreht sich vieles um die Frage, ob neue Zölle gleichzeitig Inflation anheizen und Wachstum bremsen. Das macht Risikoassets anfälliger und erhöht die Nachfrage nach Absicherung wie etwa Gold (TVC:GOLD). In den letzten Stunden half zudem ein schwächerer US-Dollar, der dem Goldpreis traditionell Rückenwind gibt. Dazu kommt die Schlagzeilenlage in Nahost: Die angekündigten Gespräche zwischen den USA und Iran können den Risikoappetit kurzfristig drehen – je nach Tonfall, Ergebnis und möglicher Eskalationsspirale.
Goldpreis: J.P. Morgan setzt ein Kursziel, das Debatten verändert
Auf der Strategieseite liefert J.P. Morgan zusätzliche Munition für den Bullcase. Die Bank sieht das Jahresende bei 6.300 US-Dollar je Unze und nennt für den langfristigen Horizont 4.500 US-Dollar. Der Kern der Argumentation: anhaltende institutionelle Nachfrage sowie Gold als Reserve- und Absicherungsasset in einer fragmentierteren Weltwirtschaft. Solche Prognosen sind selten der Auslöser für eine Tagesrally, aber sie verschieben die Erwartungsachse. Für den Goldpreis zählt das, weil Sentiment und Positionierung in einem politisch getriebenen Markt schnell kippen können.
Daten bis Freitag, Fed-Ton und ein konstruktives Chartbild
Kurzfristig bleibt die Geldpolitik der zweite Hebel. Solange der Markt den künftigen Fed-Kurs nicht sauber einpreist, reagiert der Goldpreis empfindlich auf Renditen und den Dollar. In dieser Woche stehen das US-Verbrauchervertrauen am Dienstag und der US-Erzeugerpreisindex (PPI) am Freitag im Kalender – beide können Zinserwartungen neu sortieren. Das Chartbild wirkt übergeordnet konstruktiv: Der Kurs hält sich über dem 10-Tage-Durchschnitt, auch der 50-Tage-Trend zeigt nach oben. Der MACD lässt Momentum erkennen, weil die Signallinie unter der MACD-Linie liegt. Gleichzeitig bleibt die Zone nahe den jüngsten Hochs ein Widerstand; Rücksetzer wurden zuletzt gekauft, doch eine plötzliche Dollar-Wende kann schnelle Gegenbewegungen auslösen.
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26.02.2026 - Andreas Opitz

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