Intel übertrifft alle Erwartungen, AMD zieht mit in die Höhe, Nvidia wagt den Ausbruch und auch SAP sorgt wieder für bessere Stimmung
Künstliche Intelligenz sorgt wieder für Rekordkurse an der Börse
Ein wenig KI-Müdigkeit war in den vergangenen Monaten durchaus festzustellen. Besonders im ersten Quartal konnten die Aktien aus dem Segment kaum noch für neue Rekorde sorgen, während an einzelnen Playern wie Oracle bereits recht offen gezweifelt wurde. Doch das oft heraufbeschworene Platzen der Blase blieb bisher aus und stattdessen gibt es nun weitere Anzeichen dafür, dass die gigantische Nachfrage weiterhin bestehen bleiben dürfte.
Für das größte Ausrufezeichen sorgte Intel (US4581401001) mit seinen neuesten Quartalszahlen. Die Erwartungen der Analysten konnten nicht einfach nur übertroffen, sondern regelrecht gesprengt werden. Das gilt vor allem für den Gewinn je Aktie. Die Konsensschätzung belief sich auf lediglich 0,01 US-Dollar. Geliefert werden konnten nun 0,29 Dollar.
Angetrieben wurden die Entwicklungen durch eine „Renaissance“ von Zentralprozessoren, wie Finanzchef David Zinsner es gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nannte. In KI-Rechenzentren werden nicht nur KI-Beschleuniger, sondern eben auch Unmengen an CPUs benötigt. Dadurch bedingt konnte Intel Preise erhöhen und sogar Chips verkaufen, die eigentlich bereits abgeschrieben waren. Unter dem Strich blieb es zwar bei roten Zahlen, was die Bullen aber großzügig hinnahmen. Die Intel-Aktie sprang um 23,6 Prozent in die Höhe und erreichte aus Schlusskursbasis mit 82,54 Dollar ein neues Allzeit-Hoch.
AMD nutzt den Windschatten
Die Zahlen von Intel werden an der Börse nicht als Momenterscheinung interpretiert. Viel mehr gehen die Marktakteure davon aus, dass es sich um den Beginn etwas Größerem handelt und neben Grafikchips und Speicher künftig auch klassische Prozessoren knapp und teuer werden dürften. Das würde natürlich auch für den Konkurrenten AMD (US0079031078) hervorragende Aussichten bedeuten, weshalb der Aktienkurs dort muntere Sprünge machte.
Ein Aufschlag von 13,9 Prozent bescherte der AMD-Aktie einen Schlusskurs in Höhe von 347,81 Dollar, was ebenfalls einer neuen Bestmarke entspricht. Im Handel am Mittag waren sogar bis zu 352,99 Dollar zu bewundern. Eine steigende Nachfrage nach CPUs dürfte AMD hervorragende Geschäfte bieten, da die Chips generell als technologisch überlegen gelten. Gleichwohl scheint das nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen. Gekauft zu werden scheint von den Betreibern der Rechenzentren derzeit alles, was auch nur irgendwie verfügbar ist.
Nvidia auf dem Weg nach vorn
Von der neuen Begeisterung im KI-Segment konnte natürlich auch die Aktie von Nvidia (US67066G1040) profitieren. Jene traute sich nach einer längeren Seitwärtsphase wieder über die Marke von 200 Dollar; in der Spitze waren 210,95 Dollar zu sehen. Zu Handelsschluss standen 208,27 Dollar auf dem Ticker, was noch immer sehr eindrucksvoll ist. Das Allzeit-Hoch ist in Schlagweite und die Marktkapitalisierung übersteigt die Marke von fünf Milliarden Dollar.
Neuigkeiten hatte Nvidia zwar nicht im Gepäck. Das scheint momentan aber auch gar nicht notwendig zu sein. Denn solange weiterhin fleißig Chips gekauft werden und dafür mehr oder minder jeder Preis gezahlt wird, scheint kaum etwas schiefgehen zu können. Die neue Lust auf KI beschränkt sich an der Börse indes nicht nur auf das Hardware-Segment.
Profitiert SAP von KI?
Positiv überraschen konnte am Freitag auch die deutsche Software-Schmiede SAP (DE0007164600). Jene wurde an der Börse schon als potenzieller KI-Verlierer gehandelt, da aufgrund des Siegeszugs von KI-Agenten mit einer sinkenden Bedeutung klassischer Unternehmenssoftware gerechnet wird. Doch im ersten Quartal konnte das Unternehmen deutlich höhere Umsätze vorweisen, und das auch dank einer steigenden Nachfrage bei Cloud und KI.
Die Reaktion war nicht ganz so euphorisch wie bei Intel und Co. Am Freitag ging es für die angeschlagene SAP-Aktie aber um immerhin 4,7 Prozent bis auf 147,28 Euro aufwärts und es ließ sich damit ein wenig mehr Abstand zu den jüngsten Tiefständen herstellen. Ein Ausbruch wäre aber erst oberhalb von 160 Euro zu erwarten. Die Zweifel scheinen also trotz guter Ergebnisse noch erhalten zu bleiben.
Es boomt wieder!
Der KI-Boom scheint zurück zu sein. Vielleicht war er auch nie wirklich weg und wurde an den Märkten nur zeitweise etwas unterschätzt. Insbesondere was den Aufbau von Rechenzentren und die damit verbundene Nachfrage nach Hardware angeht, scheint es überhaupt kein Halten mehr zu geben. Die Kapazitäten reichen derzeit schlicht nicht aus, um die gigantische Nachfrage zu bedienen. Das sind eher unschöne Nachrichten für Verbraucher, die sich wohl auf weitere Preissprünge und eine maue Verfügbarkeit einstellen müssen. Für Intel und Konsorten bedeutet das Ganze aber prallgefüllte Auftragsbücher und tendenziell immer höhere Margen.
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25.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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