Die Bank of America erhöht ihre Erwartungen gegenüber Intel deutlich und steckt mit ihrem Optimismus die Bullen an
Comeback dank Krise bei Intel?
Im Halbleitersegment haben wir es momentan mit einer veritablen Krise zu tun, welche den Chipherstellern allerdings sehr gelegen kommt. Die Kapazitäten reichen nicht einmal annähernd aus, um die Nachfrage bedienen zu können. Dadurch bedingt steigen die Margen rapide und es wird so ziemlich alles von Hyperscalern leergekauft, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Bei Intel zeigte sich schon bei den letzten Zahlen, dass selbst zuvor abgeschrieben Chips plötzlich heiß begehrt waren.
Vielleicht war das aber nur der Anfang von etwas noch viel Größerem. Davon zumindest scheinen die Analysten der Bank of America auszugehen. In einer neuen Studie zur Aktie von Intel heißt es, dass sich besonders im Markt für Server-Prozessoren noch enormes Potenzial verstecken würde. Zudem wird Intel (US4581401001) als Schlüssel angesehen, um in den kommenden Jahren Engpässe bei Wafern ein Stück weit auflösen zu können. Das wird zum Schaden des einst größten Chipkonzerns kaum sein, so diese Erwartung auch erfüllt werden sollte.
Fortschritte erkennen die Börsen-Profis zudem beim chronisch defizitären Foundry-Geschäft. Kooperationen mit Branchengrößen wie MediaTek und Apple sollen für mehr Planbarkeit bei einer gleichzeitig erhöhten Sichtbarkeit sorgen. Das Geschäft als Zulieferer könnte sich in naher Zukunft endlich auszahlen, so zumindest die Hoffnung der Analysten.
Klares Upgrade für Intel
Der Optimismus wird unterstrichen mit einem deutlichen Upgrade für die wichtigsten Kennzahlen. Konkret rechnet die Bank of America bei Intel nun mit einem Umsatz von mehr als 40 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2030. Der Gewinn je Aktie soll derweil auf über sechs Dollar steigen können. Zuvor wurden vergleichsweise bescheidene drei bis vier Dollar in Aussicht gestellt.
Die bisher auf „Underperform“ lautende Einschätzung lässt sich bei so viel Zuversicht freilich nicht halten. Daher gab es gleich einen ganz großen Sprung und der Intel-Aktie wird nunmehr eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Dabei schoss das Kursziel mal eben von 96 auf 135 Dollart in Richtung Norden. Wie es scheint, kann Intel dank der massiven Nachfrage von Seiten der KI-Betreiber das Tal der Tränen wohl erst einmal hinter sich lassen.
Der Funke sprang auf die Bullen über und die Intel-Aktie machte nach vorherigen Abschlägen wieder einen großen Satz nach vorne. Um 9,3 Prozent ging es für den Titel gestern in die Höhe und nachbörslich ließen die Käufer nicht locker. Damit ist der Titel aus rein technischer Sicht im Aufwärtskanal geblieben. Bleibt nur zu hoffen, dass Inflationssorgen diese Entwicklung nicht wieder torpedieren mögen. Möglich ist in diesen unruhigen Zeiten aber so ziemlich alles.
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13.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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