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Dominik Lochmann von der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG im Interview

Der Jahresrückblick Edelmetalle - Teil 2

 

Im zweiten Teil unseres "Jahresrückblick Edelmetalle" interviewen wir Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG mit Sitz in Rheinstetten (BW) und Schänis (nahe Zürich). Die ESG zählt zu den Marktführern im europäischen Edelmetallhandel und Herr Lochmann dürfte vielen als Erfinder der knickbaren Tafelbarren (CombiBars) bekannt sein.

NTG24.de: Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr gab es einen enormen Andrang auf Edelmetalle, während gleichzeitig logistische Probleme in den Lieferketten die Verfügbarkeit vieler Sorten einschränkten. Wie haben Sie die Situation erlebt?

Lochmann: So einen Run auf Edelmetalle hatten wir tatsächlich noch nie. Gleichzeitig hatten ja auch die Produzenten mit der Krise zu kämpfen und mussten ihre Produktion drosseln, auf mehrere Schichten verteilen, und teilweise sogar stilllegen. Auch der Nachschub des Rohstoffes Gold aus Afrika und Asien kam ins Stocken, da zum einen die Minen dort natürlich auch mit Schließungen zu kämpfen hatten, und außerdem der Transport eine Herausforderung war, da ja der Flugverkehr so gut wie eingestellt worden war. Wir hatten uns zum Glück unser Lager rechtzeitig gefüllt und aufgrund guter Vernetzung in der Branche fast durchgehend Barren und Münzen anzubieten gehabt. Einzelne Stückelungen gingen natürlich auch bei uns mal aus, aber Gold ist Gold, und die Käufer waren ja zum Großteil froh überhaupt sofort verfügbare Ware erwerben zu können.

NTG24.de: Sicherheitsmaßnahmen bei der Paketzustellung betrafen auch die Unternehmen der Wertlogistik und damit den Versandhandel von Edelmetallen. Gab es hier Einschränkungen?

Lochmann: Die Paketzustellung lief erfreulicherweise besser als erwartet. Lediglich die Wertschwelle nach Oben war zeitweise begrenzt, da die Werttransportfirmen, die für Zustellungen von Sendungen über 25.000 Euro Einzelwert zuständig sind, teilweise keine Privatadressen mehr anfuhren. Aber 2 x 500g ergeben ja auch ein Kg, und so wurden Privatkunden eben gebeten, auf kleinere Stückelungen umzusteigen und die Sendungen wurden dann auf mehrere Pakete verteilt.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNTG24.de: Welche Münztypen und Barrensorten wurden in 2020 besonders gefragt und wie haben sich die klassischen Anlageprodukte gegenüber der Numismatik entwickelt? Gab es auffällige Verschiebungen bei der Nachfrage?

Lochmann: Auffällige Verschiebungen gab es nicht. Wie immer führte der Krügerrand bei den Goldmünzen die Hitliste der beliebtesten Anlagemünzen an. Bei den Barren waren besonders 1oz Barren, 100g Barren und Tafelbarren gefragt. Bei Silber lief alles gut, und auch die Einführung der ersten Silbermünze mit 'Ottifantenmotiv' war ein voller Erfolg.

NTG24.de: Wie bewerten Sie den Markt in 2021? Welche Empfehlungen würden Sie den Anlegern hinsichtlich physischer Edelmetalle geben?

Lochmann: Mit einem Edelmetallinvestment bis zu einer Krise zu warten, ist selten gut. Daher sollte, wer beabsichtigt sein Portfolio durch Edelmetalle zu ergänzen oder bestehende Bestände aufzustocken am besten einfach regelmäßig Käufe tätigen. Keiner schafft es genau den Kurstiefpunkt zu erwischen, und durch regelmäßige Käufe kann man seine Einstandspreise über einen längeren Zeitraum hinweg glätten. Außerdem sind in normalen Zeiten die Aufgelder für Barren und Münzen nicht so hoch wie in Krisenzeiten. Auch die Händler haben in Zeiten hoher Nachfrage und eingeschränktem Angebot ihre Margen natürlich erhöht. Jetzt aktuell sind diese aber wieder auf ein fast normales Niveau zurückgegangen. Auch der Goldpreis ist wieder unter die 50 Euro/g Marke gefallen. Es ist also kein schlechter Zeitpunkt, um einzusteigen oder nachzukaufen.

NTG24.de: Herzlichen Dank für die interessanten Antworten. Das Redaktionsteam von NTG24 wünscht Ihnen und dem Team der ESG besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleiben Sie gesund!

 

27.12.2020 - Christian Teitscheid - ct@ntg24.de

 






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