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Kanada und die USA beschleunigen Kapazitätsaufbau bei seltenen Erden

Seltene Erden immer häufiger Stein des (strategischen) Anstoßes

 

Wie die Deutsche Rohstoffagentur unter Bezug auf den Saskatchewan Research Council mitteilt, hat die Regierung der kanadischen Provinz Saskatchewan Finanzmittel in Höhe von 31 Millionen kanadischen Dollar (CAD), was ungefähr 21 Mio. Euro entspricht, für den Bau einer Aufbereitungsanlage für seltene Erden beschlossen.

Die Anlage wird vom Saskatchewan Research Council betrieben werden, das weiter 4 Millionen CAD beisteuert. Es wird erwartet, dass die Anlage Ende 2022 betriebsbereit sein wird, wobei die Bauarbeiten im Herbst 2020 beginnen sollen. Die Anlage ist für die Verarbeitung von 3.000 t Monazit im Jahr ausgelegt.

Aus dem Monazit soll im ersten Schritt ein Mischkarbonat produziert werden, aus dem anschließend rund 500 t leichte SEO pro Jahr separiert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Auftrennung in schwere SEO geplant. Aktuell laufen noch Verhandlungen darüber, woher das Konzentrat bezogen werden soll. Ein erstes verbindliches Eckdatenpapier (binding term sheet) mit der australischen Vital Metals Limited ist bereits unterzeichnet.

Die aktuell größte Aufbereitungsanlage für Seltene Erden außerhalb Chinas wird von dem australischen Bergbauunternehmen Lynas in Malaysia betrieben. Die Anlage ging 2012 in Betrieb und war in der ersten Stufe für 11.000 t SEO ausgelegt. Die Baukosten wurden im Jahr 2010 auf rund 280 Mio. US-Dollar beziffert.

Auch das US-Verteidigungsministerium (DoD) hatte im Frühjahr ein Finanzierungsprogramm aufgelegt, um Aufbereitungsanlagen von seltenen Erden in den USA aufzubauen. Damit verfolgt das DoD das Ziel, die Abhängigkeit von China bei der Versorgung mit Seltenen Erden abzubauen. In einer ersten Ausschreibungsrunde konnte Lynas den Zuschlag für die Planung einer Aufbereitungsanlage für Schwere seltene Erden in Texas gewinnen. Die erste Phase umfasst eine Markt- und Strategiestudie sowie Planungs- und Konstruktionsarbeiten. Auch MP Materials, das die einzige US-Lagerstätte für seltene Erden Mountain Pass betreibt, bekam einen Zuschlag für den Aufbau einer Aufbereitungsanlage in Kalifornien.

 

Fazit

 

Die zentrale technologische Bedeutung von Seltenen Erden und die Abhängigkeit in der Versorgung von China lässt das Interesse an Aufbereitungsanlagen außerhalb Chinas weiter steigen. Zukünftig wird der Bedarf an seltenen Erden für Permanentmagnete durch den globalen Ausbau der Windenergie und der Elektromobilität zunehmen. Kanada und die USA sehen in der hohen Abhängigkeit von China bei seltenen Erden eine hohe Verwundbarkeit auf kritische Infrastrukturen, insbesondere militärische. Es ist deshalb weiterhin mit verstärkten Maßnahmen zur Verringerung dieser Abhängigkeit zu rechnen.

 

19.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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