
Fielmann mit Gegenwind im 2. Quartal
Fielmann mit nachlassender Gewinndynamik im 2. Quartal - schwacher Dollar belastet
Die hohen Erwartungen der Börse an Fielmann wurden mit Vorlage des Halbjahresberichts gedämpft. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Die positive Gewinndynamik liess zuletzt nach und man musste hohe Rücklagen für Wechselkursverluste machen, zulasten des Eigenkapitals.
Mit dem US-Geschäft hat sich Fielmann (DE0005772206) auch ein Währungsrisiko eingekauft. Und dieses neue Risiko hat sich im 1. Halbjahr in aller Breite in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Bilanz bemerkbar gemacht. Die Schwäche des US-Dollars kostete den Brillenriesen in den ersten sechs Monaten 41 % des Gewinns.
Fielmann hat im 1. Halbjahr sehr gut gewirtschaftet. Man konnte den Umsatz um 12,6 % auf 1,22 Mrd. Euro steigern, was ein sehr zufriedenstellender Verlauf ist. Der Personal- und Materialaufwand stieg unterdurchschnittlich stark, wodurch Fielmann das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögensgegenstände) um 23,4 % auf 283,89 Mio. Euro steigern konnte. Das hohe Wachstum hielt man auch noch bis zum Vorsteuerergebnis durch, das sich um 24,1 % auf 151,73 Mio. Euro steigerte. Die Steuerbelastung stieg allerdings überdurchschnittlich stark um 30 %, wodurch am Ende nach Anteilen Dritter für die Aktionäre noch ein Gewinn von 103,66 Mio. Euro (+22,3 %) bzw. 1,23 Euro je Aktie übrigblieben.
Fielmann mit Gegenwind im 2. Quartal
Problematisch ist jedoch die Entwicklung des Eigenkapitals. Die starke Abwertung des US-Dollar gegen den Euro im Vergleich zum 1. Halbjahr 2024 führte zu Rücklagen für Wechselkursverluste in Höhe von -43,00 Mio. Euro. Dadurch sank das Gesamtergebnis auf nur noch 61,69 Mio. Euro, womit Fielmann fast ein Viertel weniger als vor einem Jahr verdiente. Der Anteil der Dritten fällt da mit 1,03 Mio. Euro kaum noch ins Gewicht. Diese Währungsverluste müssen nicht zwangsläufig realisiert werden, müssen aber in der Entwicklung des Eigenkapitals berücksichtigt werden. Das Eigenkapital stieg bei Fielmann also vom 1. Januar nicht von 913,14 Mio. Euro auf nun 1,02 Mrd. Euro, sondern nur auf 972 Mio. Euro. Der Best Case in diesem Fall wäre, wenn der Euro in Zukunft wieder gegen den US-Dollar abwertet, weil dann diese Rücklagen entsprechend abgebaut werden können, was dem Eigenkapital zugutekäme.
Der zweite wichtige Aspekt ist, dass die Profitabilität im 2. Quartal gesunken ist. Man konnte im Juni-Quartal zwar das hohe Umsatzwachstum (+12,9 %) aufrechterhalten, aber insbesondere der Materialaufwand stieg deutlich. Am Ende blieb die EBITDA-Marge im 2. Quartal mit 22,6 % deutlich unter dem Niveau des 1. Quartals 2025, aber immer noch über dem Vorjahresniveau (21,2 %). Unter dem Strich sank dann auch das Gewinnwachstum nach Steuern und Anteilen Dritter auf nur noch 19,4 %.
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29.08.2025 - Mikey Fritz
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