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Walt Disney setzt auf Open AI, Alphabet erhält Drohungen und Ford verbündet sich mit Renault

Partnerschaften, Zweckgemeinschaften und Rivalitäten unter Börsenkonzernen

NTG24 - Walt Disney setzt auf Open AI, Alphabet erhält Drohungen und Ford verbündet sich mit Renault

 

Gerade in schwierigen Zeiten erinnern sich Börsenkonzerne gerne mal daran, dass sie zusammen stärker auftreten können und so entstehen immer wieder neue Partnerschaften. Besonders oft gab es das in den letzten Jahren in der Autobrachen zu sehen, die noch immer in einer tiefen Krise steckt. Doch auch anderswo entstehen Kooperationen , mit denen vielleicht nicht jeder gerechnet hätte.

Recht überraschend kam am Donnerstag die Ankündigung von Walt Disney (US2546871060), in Zukunft mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI zusammenzuarbeiten. Eine Milliarde US-Dollar nimmt der Micky-Maus-Konzern dafür in die Hand und erhält außerdem die Option, weitere Anteile in der Zukunft zu erwerben. OpenAI hingegen darf bei seinen KI-Systemen auf über 200 Charaktere aus dem Disney-Universum zurückgreifen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEine Auswahl so entstandener Videos will Disney auch auf seinem Streaming-Dienst Disney+ anbieten. Darüber hinaus soll OpenAI dabei helfen, neue Produkte und Werkzeuge zu entwickeln. Bei den Anlegern sorgte das Ganze durchaus für gute Stimmung. Die Disney-Aktie verbesserte sich gestern um 2,4 Prozent auf 111,46 Dollar, und das an einem eher schwachen Handelstag. Erfreut zeigte sich auch OpenAI-Chef Sam Altman, der neue Möglichkeiten identifiziert, mit denen Menschen „großartige Inhalte“ erstellen und erleben können.

 

 

 

Eine Drohung an Alphabet

 

Weniger freundlich geht Disney (US02079K3059) mit der Google-Mutter Alphabet um, welche im KI-Bereich mit OpenAI konkurriert und mit Gemini 3 zuletzt enorme Erfolge feiern konnte. Bereits am Mittwoch versendeten die Anwälte des Mediengiganten einen Drohbrief an Google, in welchem dem Konzern die Verletzung von Urheberrechten unterstellt wird. Für KI-Bilder und -Videos bediene sich Google unerlaubterweise and Bilder und Videos von Disney.

Konkrete Schritte gegen Google oder Alphabet wurden in dem Schreiben noch nicht angekündigt. Es zeigt sich aber recht klar, dass Disney aus seinen wertvollen Marken im KI-Zeitalter Vorteile zu ziehen gedenkt und der unerlaubten Nutzung nicht einfach zuzustimmen gedenkt. Dass nun ein Deal mit OpenAI geschlossen wurde, setzt Alphabet dezent unter Druck. Die Aktie des Internet-Giganten reagierte darauf gestern mit Verlusten von 2,3 Prozent. Bemerkbar machte sich dabei auch wieder eine etwas größere Furcht vor dem möglichen Platzen einer KI-Blase.

 

Ford: Gemeinsame Sache

 

Die Automobilbranche wird derweil um eine weitere Partnerschaft reicher, von der sich der US-Konzern Ford (US3453708600) wieder bessere Entwicklungen auf dem europäischen Markt erhofft. Dort geriet man in den letzten Jahren heftig ins Schwitzen und musste im Zuge dessen fleißig Kapazitäten abbauen. Eine Zusammenarbeit mit Renault soll nun die Trendwende bringen. In einem ersten Schritt sollen zwei neue Elektromodelle der Marke Ford auf Basis der Ampere-Plattform von Renault entstehen. Die Markteinführung ist für 2028 vorgesehen.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenDabei muss es allerdings nicht bleiben. Die Partnerschaft könnte in Zukunft ausgeweitet werden und muss nicht allein auf E-Autos beschränkt bleiben. Spannend ist das wohl auch mit Blick auf das kürzlich gekippter Verbrenner-Aus der EU. Ford verspricht, dass durch das neue Engagement die Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen gestärkt wurde. Die Anleger scheinen dem Glauben zu schenken und die Ford-Aktie legte gestern an den hiesigen Handelsplätzen um 2,4 Prozent auf 11,55 Euro zu.

 

Mehr zu tun für Renault

 

Unter den Anlegern von Renault (FR0000131906) fiel die Freude überschaubarer aus. Der Aktienkurs konnte hier nur um bescheidene 0,7 Prozent zulegen. Dabei hat die Partnerschaft auch für die Franzosen handfeste Vorteile. Sie dürfte dafür sorgen, dass die eigenen Werke in Europa in Zukunft wieder stärker ausgelastet werden, womit teils schmerzhafte Sparpläne und der damit verbundene Widerstand der Arbeitnehmervertreter in den Hintergrund rückt.

Gerade bei Elektroautos besteht bei Renault noch viel Nachholbedarf und die Kapazitäten für einen neuen Partner sind nach Unternehmensangaben vorhanden. Synergieeffekte sollen sich zudem aufgrund kurzer Wege in der Produktion ergeben. Derartige Kooperationen sind für Renault auch nicht vollkommen neu. In der Vergangenheit produzierte man in Nordfrankreich bereits für die japanischen Hersteller Mitsubishi und Nissan.

 

Krisen und Chancen

 

So manche vollmundig angekündigte Partnerschaft an der Börse versprüht am Ende des Tages eher den Charme einer Zweckgemeinschaft, was aus Anlegersicht aber nichts Schlechtes sein muss. Darin zeigt sich letztlich nur erneut, dass sich in jeder Krise auch Chancen verstecken. Im Falle von Disney und OpenAI hingegen werden neue Marktpotenziale frühzeitig ins Visier genommen, was nicht weniger interessant ist. Ob eine Zusammenarbeit auch von Erfolg gekrönt sein wird, das kann aber nur die Zeit zeigen.

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12.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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