Neue Studiendaten sorgen für gute Stimmung bei den Aktionären von Eli Lilly
Eli Lilly bastelt am nächsten potenziellen Blockbuster-Medikament
Mit dem Abnehmmittel Zepbound feierte Eli Lilly bereits große Erfolge und setzte dem Konkurrenten Novo Nordisk besonders in den USA schwer zu. Darauf ruht das Unternehmen sich aber nicht aus. Gewerkelt wird bereits an neuen Wirkstoffen. Frische Studiendaten belegen dabei, dass die Forscherinnen und Forscher auf dem richtigen Weg sind.
Die gestern vorgestellten Ergebnisse stammen aus einer Phase-3-Studie mit dem Wirkstoff Retatrutid. Letzterer spricht im Körper drei Hormonrezeptoren an, wohingegen es bei Zepbound derer nur zwei sind. Die Hoffnung bei Eli Lilly (US5324571083) ist, dass durch diesen Ansatz der Gewichtsverlust bei Patienten noch einmal deutlich höher ausfällt. Die nun vorgestellten Studienergebnisse stützen dies und führen damit auch unter den Anteilseignern zu bester Stimmung.
Laut Eli Lilly betrug der Gewichtsverlust der Studienteilnehmer nach 68 Wochen 28,7 Prozent und viel damit deutlich höher aus als bei Zepbound. Zusätzlich untersucht wurden Auswirkungen auf Gelenkschmerzen. 75,8 Prozent der Patienten berichteten über eine deutliche Verbesserung. Über zehn Prozent sagten gar, dass sie vollkommen von Knieschmerzen befreit seien. Zwar lässt sich diskutieren, ob dies direkt mit dem Wirkstoff Reatatrutid zusammenhängen mag oder schlicht auf den Gewichtsverlust zurückzuführen ist. Doch beeindruckend ist das Ergebnis in beiden Fällen.
Eli Lilly auf der Überholspur?
Munter stimmt die Tatsache, dass Eli Lilly die Ergebnisse der letzten Zwischenstudie noch einmal deutlich verbessern konnte. Dort ergab sich nach 48 Wochen ein Gewichtsverlust von bis zu 24,2 Prozent. Dass der Effekt nach längerer Zeit noch einmal merklich höher ausfällt, spricht für eine langfristige Wirksamkeit und ist damit auch ein Indikator dafür, dass entsprechende Medikamente für längerfristige Umsätze sorgen könnten. Bis dahin liegt jedoch noch einiges an Arbeit vor Eli Lilly.
Im kommenden Jahr werden weitere Ergebnisse von sieben Studien erwartet. Setzt der positive Trend sich dabei fort, könnte ein Zulassungsantrag nicht mehr in allzu weiter Ferne liegen. Die Studien befinden sich größtenteils bereits in der Spätphase. Nebenwirkungen traten laut Eli Lilly bislang keine auf, welche nicht auch bei anderen Mitteln zur Gewichtsreduktion üblich wären. Damit deutet alles darauf hin, dass der US-Konzern im Rennen um das nächste Abnehmwunder gegenüber der Konkurrenz klar im Vorteil ist.
Das sind schlechte Neuigkeiten für Novo Nordisk, versüßt den Anteilseignern von Eli Lilly den Tag aber umso mehr. Am Donnerstag ging es mit dem Kurs um 1,6 Prozent aufwärts. Damit konnte die magische Linie von 1.000 US-Dollar einmal mehr übersprungen werden. Per Handelsschluss reichte es für 1.009 Dollar. Die Marktkapitalisierung nähert sich wieder der Marke von einer Billion Dollar. Im November konnte Eli Lilly jene als erstes Pharmaunternehmen überhaupt hinter sich lassen, wenn auch nur kurzzeitig.
Keine Zeit zum Ausruhen
So Eli Lilly den Wirkstoffkandidaten zu einem Erfolg führen kann, steht dem Unternehmen eine noch hellere Zukunft bevor. Allerdings schläft die Konkurrenz nicht und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch von dort beeindruckende Studiendaten vorgelegt werden. Allgemein wird es im Markt um Abnehmmedikamente voller. Diverse Pharmagiganten arbeiten unter Hochdruck an eigenen Medikamenten, die Generika-Hersteller haben das Thema ebenfalls im Visier und vor allem in China und Indien bildet sich eine Front zunehmend günstiger Alternativen zu Zepbound, Wegovy und Co.
Solche Medikamente müssen nicht unbedingt die besten Ergebnisse liefern, um Eli Lilly Marktanteile abzugraben. Es würde schon reichen, wenn die Wirkung zufriedenstellend ausfällt und die Preise dabei merklich geringer ausfielen. Schon jetzt spielt sich besonders in den USA ein kleiner Preiskampf ab, bei dem auch US-Präsident Donald Trump ein Stück weit seine Finger im Spiel hat. Das gefährdet die bisher üppigen Margen von Eli Lilly und ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass Kursrekorde oberhalb von 1.100 Dollar zuletzt nicht mehr erreicht werden konnten.
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12.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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