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Chile zwischen Kupferboom und nachhaltigem Wachstum

Folgt Chile bei Kupfer Indonesien bei Nickel?

 

Der schnelle und starke Anstieg des Kupferpreises hat viele Politiker, Produzenten und Konsumenten des roten Metalls überrascht.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIn dem Maße, wie sich die Terms of Trade für die kupferproduzierenden Nationen verbesserten, wachsen nun auch die Begehrlichkeiten, an diesem Prozess zu partizipieren.

Dass dies im Zuge der parallel laufenden Corona-Krise für Lateinamerika ganz besonders gilt, zeigt das jüngste Beispiel Chile. Denn dort gab es bereits vor der Corona-Krise eine soziale Krise, die nach langen Streiks mit dem Prozess einer neuen Verfassungsgebung vorläufig beruhigt wurde, die zur Linderung der Krise aber nötigen Mittel noch offen sind. Chile als weltgrößter Kupferproduzent steht nun vor der Versuchung, einen Teil der öffentlichen Gelder zur Bekämpfung der sozialen und Gesundheitskrise über stärkere Einnahmen aus der Kupferförderung zu finanzieren.

Im chilenischen Unterhaus erwägt man nun eine Lizenzgebühr für den Verkauf von Kupfer und Lithium. So will der Gesetzgeber einen größeren Beitrag der Rohstoffindustrie für die Finanzierung der geplanten Sozial- und Umweltprojekte erreichen. Ob dieser Vorschlag allerdings den chilenischen Senat passiert, ist noch völlig offen. Aber auch dort hat der steile Anstieg des Kupferpreises Begehrlichkeiten geweckt.

Nun soll eine Steuer von 3 % auf Kupfer und Lithium, welches von den Kupferunternehmen gefördert wird, erhoben werden. Mit diesen Mitteln sollen dann jene regionalen Entwicklungsprojekte finanziert werden, mit denen die steigenden sozialen und ökologischen Standards von Investoren und Lieferketten eingehalten werden können.

 

Fazit

 

Eine zunehmende Verknüpfung von steigenden Rohstoffpreisen mit der Finanzierung einer nachhaltigen sozialen und ökologischen Infrastruktur der Rohstoffförderung ist schon länger eine Forderung an die Politik gewesen, welche aber bislang oftmals mit Rücksicht auf die Unternehmen ins Leere lief. Von dieser ,,Querfinanzierung‘‘ ist aber ein ,,Ressourcennationalismus‘‘ zu unterscheiden, der mit inländischen Rohstoffen Außenpolitik machen will. Aus dieser Perspektive, auch mit Blick auf China und Indonesien, steht eine Standortbestimmung in Südamerika im Allgemeinen und in Chile mit seinen großen Kupfer- und Lithiumvorkommen erst noch aus.

 

25.03.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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