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Target-2-Saldo der Bundesbank im Oktober leicht gesunken

Target-2-Saldo Deutschlands sinkt im Oktober auf 1,047 Billionen Euro

 

Die gewaltigen Forderungen der Bundesbank im Target-2-System, dem Zahlungssystem der Euro-Notenbanken, sind im abgelaufenen Monat leicht gesunken.

Nach neuesten Informationen der Bundesbank sanken diese im Oktober um rund 68 Milliarden Euro auf 1,047 Billionen Euro.

Parallel dazu nahmen auch die Verbindlichkeiten der italienischen Notenbank ab. Deren Target-Schulden sanken im gleichen Monat laut Daten der Banca d’Italia um rund 27 Milliarden Euro auf 519,59 Milliarden Euro.

Im Euro-Raum wird der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr über das Verrechnungssystem ,,Target 2” abgewickelt. Die Bundesbank ist der größte Gläubiger in dem System, die italienische Notenbank ist der größte Schuldner.

Die zuletzt hohen Target-Salden sind früheren Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge vor allem auf die billionenschweren Anleihenkäufe der Euro-Notenbanken zurückzuführen. Die Währungshüter legten dieses Jahr zur Bekämpfung der ökonomischen Folgen der Virus-Krise ein neues Kaufprogramm mit dem Namen ,,PEPP” auf, das inzwischen auf 1,35 Billionen Euro angelegt ist. Dazu wird noch das ältere Kaufprogramm APP weitergeführt.

Vor allem in Deutschland gibt es seit Jahren eine zum Teil hitzige Debatte unter Volkswirten über die Target-Salden. Manche Experten halten das System für eine tickende Zeitbombe. Sie befürchten, dass die Bundesbank letztlich auf den hohen Forderungen sitzenbleiben könnte, sollte ein Land aus dem Euro-Raum aussteigen oder gar die gesamte 19-Ländergemeinschaft zusammenbrechen. Andere Ökonomen halten dieses Szenario für übertrieben.

 

Fazit

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie neuesten Salden im Rahmen des EZB-Zahlungsverkehrssystems ,,Target 2‘‘ bieten keinen Anlass zu Erleichterung. Denn neben den ursächlichen Faktoren, die zu einem tendenziellen Abfluss von Kapital aus den Peripherieländern führen, kommen im Target-2-Saldo zwar auch die Transaktionen der EZB im Rahmen ihrer Wertpapierkäufe als Interventionsmechanismus zur Aufrechterhaltung einer gemeinsamen Währung. Als Beruhigung über die anhaltende Kapitalflucht aus den südlichen Peripherieländern der EU taugen sie aber nicht. Aus dieser Perspektive sollte der aktuelle Rückgang des Saldos deshalb nicht überbewertet werden!

 

09.11.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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