Intesa bemüht sich um eine Übernahme der MPS und will dafür rund 30 Milliarden Euro auf den Tisch legen
Die Aktie der MPS reagiert prompt
Während die italienische UniCredit sich noch immer um eine Übernahme der Commerzbank bemüht, wird sie sich in der Heimat wohl auf größere Konkurrenz einstellen müssen. Denn dort steht eine historische Übernahme an, in deren Mittelpunkt die älteste Bank der Welt, die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) steht.
Bereits am Wochenende schlug die Mailänder Banco BPM eine Fusion mit der MPS (IT0005508921) vor. Zu Beginn der neuen Woche legte nun jedoch die Intesa Sanpaolo ein Übernahmeangebot für die MPS vor. Dafür sollen etwa 30 Milliarden Euro fließen, welche sich aus Barmitteln und Aktien zusammensetzen. Das entspricht einem Aufschlag von rund zwölf Prozent verglichen mit den vorherigen Schlusskursen.
Die Aktie der MPS passte sich dem direkt an. Der Kurs legte gestern um etwas mehr als zwölf Prozent bis auf 10,10 Euro zu Handelsschluss zu. Damit erreicht der Titel zugleich ein neues 52-Wochen-Hoch. Die Anteilseigner scheinen davon auszugehen, dass die Übernahme über die Bühne gebracht werden kann. Dafür spricht auch, dass die italienische Regierung sich wohl hinter das Ganze stellen soll. Medienberichten zufolge bevorzugt Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni das Vorhaben gegenüber dem Vorschlag der Banco BPM.
Intesa erhofft sich Mehrwert durch MPS-Übernahme
Geplant ist eine recht aufwendige Transaktion, bei welcher die Marke MPS mitsamt der Hälfte des Filialnetzes an Unipol gehen soll. Intesa will die Marke der Investmentbank Mediobanca sowie rund 625 Filialen übernehmen. Auf diesem Wege könnte man sich nach Einschätzung von Experten 80 Prozent des kombinierten Nettogewinns von MPS und Mediobanca im Jahr 2025 sichern.
Intesa selbst spricht vor allem davon, dass die Übernahme eine „einmalige Gelegenheit“ darstelle, von der sowohl die eigenen Aktionäre als auch jene der MPS profitieren könnten. Die eigene Präsenz in Italien und die Position als europäischer Marktführer sollen gestärkt werden. In drei Jahren möchte man in Italien etwa 20 Millionen Kunden adressieren und den Nettogewinn auf 16 Millionen Euro steigern. Es würde die zweitgrößte Bankengruppe in der Euro-Zone entstehen.
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10.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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