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Ben & Jerry’s-Gründer Ben Cohen erhebt neue Vorwürfe gegen The Magnum Ice Cream Company und befürchtet eine Zerstörung der eigenen Marke

Ben & Jerry’s kämpft weiter gegen die Magnum Ice Cream Company

NTG24 - Ben & Jerry’s-Gründer Ben Cohen erhebt neue Vorwürfe gegen The Magnum Ice Cream Company und befürchtet eine Zerstörung der eigenen Marke

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Schon seit der Gründung des Unternehmens steht bei Ben & Jerry’s soziale Verantwortung im Mittelpunkt. Zumindest sieht das der Mitgründer Ben Cohen so. Aus eben diesem Grund kam es auch zu einer eher ungewöhnlichen Konstruktion, als Unilever den Eiscremehersteller im Jahr 2000 übernahm. Vereinbart wurde ein unabhängiger Verwaltungsrat, welcher die gesellschaftliche Mission weiterverfolgte, während Unilever sich um andere Dinge kümmerte.

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Das Ganze ging jahrelang gut und beide Seiten schienen zufrieden zu sein. Doch noch bevor Unilever sein Eiscremegeschäft in The Magnum Ice Cream Company (NL0015002MS2) ausgliederte und damit auch Ben & Jerry’s verabschiedete, kam es zum Eklat. Reibungen entstanden rund um den Gaza-Konflikt. Ben & Jerry’s entschied sich dazu, seine Produkte nicht mehr in Gebieten zu verkaufen, die vom Unternehmen als palästinensisch und von Israel besetzt angesehen wurden. Das ging damals noch Unilever zu weit und man intervenierte, sehr zum Missfallen der beiden Gründer.

Darauf warf Ben & Jerry’s dem Mutterkonzern vor, dass jener öffentliche Äußerungen zum Gaza-Konflikt untersagen würde. Im Januar wurde schließlich der Verwaltungsrat neu aufgestellt und in der Folge legte Jerry Greenfield sein Mandat nach mehr als 50 Jahren aus Protest nieder. Nun erneuerte Ben Cohen im Gespräch mit „Bloomberg“ nicht nur seine Kritik, sondern packte auch gleich neue Vorwürfe aus.

 

Nimmt Magnum Donald Trump in Schutz?

 

Laut Cohen habe Magnum Ice Cream Company es Ben & Jerry’s verboten, öffentlich Kritik an US-Präsident Donald Trump auszuüben. Damit würde allerdings die Marke erheblich beschädigt werden. Denn Trumpismus sei im Wesentlichen der größte Angriff auf die Werte von Ben & Jerry’s seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1978. Das Verbot sei heuchlerisch und drohe zudem, den Markenwert auf Dauer zu beschädigen.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinMagnum selbst sieht die Angelegenheit freilich etwas anders. Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ werden die Vorwürfe dort klar zurückgewiesen. Ben & Jerry’s bleibe eine „laute Stimme für soziale Gerechtigkeit“. Verwiesen wird darauf, dass es zuletzt diverse Äußerungen zu Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik, dem Irankrieg und den Protesten gegen Trump in den USA gab. Direkte Kritik an Donald Trump scheint aber tatsächlich nicht vorgekommen zu sein.

So die Vorwürfe zutreffend sein mögen, wäre die Überlegung aus Sicht von Magnum nachvollziehbar. Schließlich ist Trump bekannt für sein impulsives und egozentrisches Verhalten. Schon kleine Anflüge von Kritik werden im Weißen Haus gerne mal als Majestätsbeleidigung interpretiert und zuweilen mit herben Sanktionen vergolten. Aus ökonomischer Sicht ist es freilich nachvollziehbar, dass Magnum sich solchen Ärger ersparen möchte. Denn die Auswirkungen könnten weit über die Marke Ben & Jerry’s hinausgehen.

 

Cohen kämpft weiter

 

Gleichwohl möchte man sich von der schwer beliebten Eismarke nicht verabschieden. Ben Cohen bemüht sich schon seit einer Weile darum, sein Unternehmen wieder freizukaufen und in die Unabhängigkeit zurückzuführen. Dafür hat er nach eigenen Angaben auch bereits über 130.000 Unterstützer auftreiben können. An einen Verkauf denkt man bei Magnum bisher aber nicht einmal. Die Fronten bleiben verhärtet.

An der Börse spielt der anhaltende Streit indes nur eine untergeordnete Rolle. Größere Sorgen machen die Anleger sich um die Konsumflaute, welche bereits Spuren hinterlassen hat. Mit dem Einsetzen höherer Temperaturen scheint aber wieder Zuversicht auf bessere Geschäfte aufzukommen. Seit Anfang Mai konnte die Magnum-Aktie sich wieder sichtlich erholen und bis auf 18,03 US-Dollar zu Handelsschluss am Donnerstag aufsteigen. Die wieder höhere Inflation birgt jedoch Risiken und weitere Enttäuschungen lassen sich für die nächsten Monate leider nicht ausschließen.

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12.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

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