Immer größere Rechenkapazitäten für KI sollen bei Meta in Zukunft wohl auch für Drittanbieter angeboten werden
Auf den Spuren von Amazon und Co.!
Vor Kurzem machte noch die Meldung die Runde, dass Google Meta bei KI-Chips vertrösten musste. Der Aufbau von Kapazitäten geht aber dennoch munter weitere. Hunderte Milliarden US-Dollar steckt die Facebook-Mutter in das Thema. Bisher geschieht das vor allem, um eigene Projekte voranzutreiben. Doch es scheint intern Überlegungen zu geben, Rechenkapazitäten in Zukunft auch an andere Anbieter zu verkaufen.
Darüber plauderten Insider laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Angedacht sei demnach der Aufbau eines völlig neuen Geschäftsfeldes, bei dem überschüssige Rechenleistung an Drittanbieter verkauft wird. Das Geschäftsmodell ist wohlbekannt. Amazon, Microsoft, SpaceX und Google verdienen damit bereits prächtig. Meta (US30303M1027) konzentrierte sich bisher vor allem auf Privatkunden und die Entwicklung eigener KI-Systeme.
Letzteres geriet allerdings in den vergangenen zwei Jahren etwas ins Stocken. 2024 sorgte Meta mit Llama noch für viel Aufsehen und wurde zeitweise zur Speerspitze bei KI-Technologie gezählt. Das erklärte Ziel lautete, möglichst schnell eine sogenannte AGI (Artificial General Intelligence) auf die Beine zu stellen. Gelungen ist das bisher nicht, obschon für etliche Milliarden namhaftes Personal eingesammelt wurde. Das Rennen um die besten und fortschrittlichsten scheinen derweil vor allem Anthropic und OpenAI unter sich aus zu machen, auch wenn die Dynamik sich freilich schnell wieder ändern könnte.
Verdient Meta endlich Geld mit Rechenzentren?
An der Börse stellte sich aber lange Zeit vor allem die Frage, ob und wann sich die gigantischen Investitionen von Meta in neue Rechenzentren endlich auszahlen würden. Bisher wollte der Konzern damit eigene Dienste betreiben und damit beim Kunden punkten. Dass damit genügend Umsätze zusammenkommen, um die zig Milliarden an Ausgaben wieder hereinzuholen, daran hatten viele jedoch ihre Zweifel. Die Aussicht auf ein neues Geschäftsfeld für gutbetuchte Geschäftskunden ändert das grundlegend. Denn wie viel hier zu holen ist, ist den Börsianern bereits von anderen Anbietern bestens bekannt.
Die Meta-Aktie reagierte mit einem spontanen Kurssprung auf die frischen Gerüchte. Am Mittwoch konnte der Titel sich um 8,8 Prozent bis auf 612,91 Dollar steigern und damit im Abwärtstrend der letzten Monate zumindest ein kleines Ausrufezeichen hinterlassen. Allerdings sind die Pläne noch nicht richtig bestätigt. Konzernchef Mark Zuckerberg deutete in der Vergangenheit lediglich das eine oder andere Mal an, dass der Verkauf von Rechenkapazitäten grundsätzlich denkbar sei.
Die Strategie befindet sich den Insidern zufolge aktuell noch in der Entwicklung und es könnte noch Änderungen daran geben. Anfragen von Pressevertretern zu der Thematik lehnte Meta bisher ab. Die Aktionäre tappen also noch ein wenig im Dunkeln. Das betrifft letztlich auch die Frage, wie viele Rechenkapazitäten Meta in Zukunft für die Vermietung an Dritte eigentlich haben wird und wie man sich gegenüber der Konkurrenz schlagen könnte.
Das ist interessant
Interessant ist der mögliche Strategiewechsel bei Meta allemal. Andere Bereiche müssten nicht zwingend vernachlässigt werden und die massiven Investitionen könnten in Zukunft optimal genutzt werden. Die Aussichten sind freundlich, solange die Gerüchte sich bestätigen mögen und sich an der brachialen Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten grundsätzlich nichts ändert. Für all das lässt sich aber natürlich keine Garantie aussprechen.
Momentan müssen Anleger daher noch auf andere Dinge blicken. Dazu gehören die Werbeeinnahmen von Facebook und Co. und die Frage, wie die Nutzer auf neuerliche Abo-Modelle reagieren mögen. Gearbeitet wird bei Meta an verschiedenen Fronten daran, neue Einnahmequellen zu erschließen. Ob es ausreichen wird, um die schwindelerregenden Investitionen zu rechtfertigen oder wenigstens etwas abzumildern, ist jedoch noch abzuwarten. Ob hier Risiken oder Chancen überwiegen, können Anleger letztlich nur für sich selbst entscheiden. Doch die ganz große Euphorie ist gewichen und vermutlich wird sie allein durch Gerüchte und Spekulationen auch nicht zurückkehren.
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02.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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