Apple bemüht sich anscheinend um günstigeren Speicher aus China, stößt damit in Washington aber offenbar bereits auf Widerstand
CXMT lockt Apple mit ncoh vertretbaren Preisen
Die Speicherkrise, gerne auch als „RAMageddon“ bezeichnet, hat mittlerweile auch Apple erwischt. Vor wenigen Tagen kündigte der Konzern Preiserhöhungen für fast alle Produktkategorien. Lediglich das iPhone bleibt (noch) verschont. Doch so die Kosten sich nicht deutlich senken lassen, wird es dabei vermutlich nicht lange bleiben.
Apple (US0378331005) scheint bereits unter Hochdruck daran zu arbeiten, die Kosten für Speicher wieder nach unten zu befördern. Zu diesem Zweck bemüht man sich in Cupertino laut einem Bericht der „Financial Times“ um Speicher des chinesischen Herstellers ChangXin Memory (CXMT). Grundsätzlich ist Apple das auch nicht untersagt. Doch da CXMT sich auf einer Schwarzen Liste der US-Regierung befindet, wird das Vorhaben als einigermaßen heikel angesehen.
Dessen ungeachtet will Apple sich wohl eine Erlaubnis einholen, womit die Speicherkosten sich vermutlich dramatisch drücken ließen. In Washington regt sich allerdings bereits Widerstand. Der republikanische Senator Tom Cotton warnte davor, dass Apple mit einem solchen Vorgehen den eigenen Unternehmenswert sowie die Privatsphäre der Kunden und die Sicherheit des Landes riskieren würde. Warum dem so sei, darauf wurde nicht näher eingegangen. Bisher gibt es auch keine Begründung dafür, warum CXMT eigentlich auf einer Schwarzen Liste geführt wird.
Gamechanger für Apple?
Die US-Regierung begründet ihr Vorgehen lediglich damit, dass es Verbindungen zwischen CXMT und dem chinesischen Wirtschaftsministerium gebe. Welche genau das sein sollen, wurde nicht kommuniziert. Natürlich profitieren Speicherhersteller in China von massiven Subventionen. Es ist aber nicht so, als wäre dies bei den Konzernen aus den USA oder Südkorea anders.
Apple interessiert sich wenig für Politik und sehr viel mehr für die Bill of Materials. Letztere könnte durch Speicher aus China massiv sinken. Zugleich würde auch der Preisdruck bei Micron und Co. zunehmen, wenn ein derart großer Player sich erfolgreich um Alternativen bemüht. Ob es dazu kommt, bleibt momentan offen. Doch der scheidende Konzernchef Tim Cook bewies in der Vergangenheit ein gutes Händchen im Umgang mit der Politik. Es wäre daher denkbar, dass ihm noch einmal ein bedeutender Coup gelingt.
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02.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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