Meta muss WhatsApp wieder für andere KI-Anbieter öffnen, die Argumente des Konzerns verhallen bei der EU
Bei WhatsApp soll Chancengleichheit unter KI-Anbietern herrschen
Im Oktober sperrte Meta Drittanbietern den Zugang zu einer Schnittstelle für KI-Chatbots, was dazu führte, dass faktisch nur noch Metas eigene KI-Dienste genutzt werden konnten. Das rief im Dezember die EU auf den Plan und im Frühjahr besserte Meta letztlich nach. Der EU-Kommission geht das aber noch nicht weit genug.
Bis zuletzt verlangte Meta (US30303M1027) eine Gebühr von Drittanbietern für das Integrieren von Chatbots bei WhatsApp. Dieses Vorgehen sieht die EU als eine Fortsetzung der Zugangssperre an, und eben diese soll nun binnen fünf Tagen wieder entfernt werden. Aufgetragen wurde der Facebook-Mutter, dieselben Bedingungen wie vor dem 15. Oktober 2025 wiederherzustellen.
Meta selbst sieht die Angelegenheit anders und argumentierte damit, dass Nutzer zahlreiche Möglichkeiten hätten, um andere KI-Angebote zu nutzen. Dafür stünden diverse Apps oder die Nutzung per Browser an. Dass WhatsApp ein wichtiger Vertriebskanal für KI-Chatbots sei, kann Meta nicht erkennen. Bei der EU verhallten solche Worte aber offensichtlich.
Sollte Meta den Forderungen der EU nicht nachkommen, drohen hohe Bußgelder. Per Gesetzt sind bis zu zehn Prozent der Umsätze aus dem Vorjahr möglich, was bei Meta eine gewaltige Summe wäre. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Zwangsgelder in Höhe von bis zu fünf Prozent der durchschnittlichen täglichen Umsätze einzufordern. Es wird also unbequem, sollte man den Wünschen der EU nicht baldmöglichst entsprechen.
Meta und die Konkurrenz
Für Meta ist das Ganze recht unerfreulich. Im KI-Rennen ist das Unternehmen bereits etwas ins Hintertreffen geraten. Die Integration bei WhatsApp und anderen Diensten sorgte dafür, dass die Nutzer zumindest dort KI von Meta zuweilen bevorzugten. Nun wird man wohl zumindest in der EU an jeder Stelle in den direktne Wettbewerb treten müssen. Das sorgt für wenig Freude bei den Anlegern; die Meta-Aktie rutschte am Mittwoch um 2,3 Prozent auf 570,98 US-Dollar zurück.
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11.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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