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Simbabwe incentiviert Goldförderer stärker

Simbabwe erhöht Anreize für Goldförderung

 

Simbabwe will sich im globalen Wettbewerb um Kapitalinvestitionen attraktiver machen und hat nun für seinen größten Devisenbringer neue Anreize dafür geschaffen. Die kapitalintensive Goldförderung leidet wie viele andere Industrien unter den administrativen Beschränkungen, die Investitionen zusätzlich erschweren. Hierzu gehört neben der chronischen Korruption, der mangelhaften Infrastruktur auch das Ausmaß, in der die Minenunternehmen ihre Erlöse, die in der Regel in US-Dollar anfallen, auch in US-Dollar erhalten.

 

Gold

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

In dieser Woche hat die Zentralbank Simbabwes nun entschieden, dass große Goldproduzenten 70 % ihrer Erlöse in ausländischer Währung erhalten werden anstatt wie bisher nur 55 %. Der umzutauschende Anteil wird zum offiziellen Wechselkurs umgerechnet.

Kleinere Zwischenhändler und kleinere Goldförderer, die für rund 60 % der Goldförderung Simbabwes verantwortlich sind, erhalten den gesamten Umsatz zu einem Preis von 45 US-Dollar je Gramm Gold. Dies teilte die mit dem Goldankauf beauftragte Zentralbanktochter ,,Fidelity Printers and Refineries‘‘ mit.

Fidelity Printers and Refineries hatte seit Wochen Probleme, die Minenunternehmen zu bezahlen, nun aber teilte Zentralbank-Präsident Mangudya mit, dass man eine nachhaltige Lösung für das zum Goldkauf notwendige Bargeld gefunden habe.

Er betonte, dass die Auszahlung von US-Dollar zudem zu einer geringeren Geldschöpfung in Simbabwe-Dollar führe und damit Abwertungsdruck auf den Simbabwe-Dollar sinke.

Der Absturz des Simbabwe-Dollar gegen den US-Dollar hatte es für die Minenunternehmen unattraktiv gemacht, Fidelity Printers and Refineries das Gold zu verkaufen. Der Erlösanteil in Simbabwe-Dollar war im März 2020 zu einem Wechselkurs von 1:25 durch die Zentralbank umgetauscht worden. Der Schwarzmarktpreis zum Kauf eines US-Dollar betrug in dieser Woche jedoch nach Angaben des Nachrichtenportals African Mining Market 1:65!

Simbabwe hatte im März im Zuge des Coronavirus-Lockdowns auch seine Minen geschlossen, diese aber kurz danach wieder öffnen lassen. Denn Gold ist Simbabwes größter Devisenbringer und erwirtschaftet 30 % der Exporterlöse des Landes.

Im April war die geförderte Goldmenge auf 1,464 Tonnen gesunken, nachdem im April 2019 noch 2,126 Tonnen gefördert worden waren. Das Land hat ein Förderziel von 35 Tonnen für das Jahr 2020, nachdem es im letzten Jahr nur 27 Tonnen waren. Damals waren 946 Mil. Dollar erlöst worden.

 

Fazit

 

Mit dem steigenden Goldpreis und den höheren Förderanreizen schafft sich Simbabwe eine spürbare Möglichkeit für mehr wirtschaftspolitischen Spielraum. Fehlt nur noch das Vertrauen in die Berechenbarkeit der Wirtschafts- und Geldpolitik. Sollte diese zunehmen, dürfte allein schon dadurch der Abwertungsdruck auf den Simbabwe-Dollar kleiner werden. Denn schließlich konkurriert man mit dem Nachbarland Südafrika bei Investitionen und profitiert von der dortigen politischen Blockade des dortigen ,,Black Empowerment‘‘. Es bedarf also keiner zu großen Verbesserung, um in den Augen potenzieller Investoren attraktiver zu werden.

 

29.05.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 

 






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