Brenntag macht deutlich mehr Gewinn, Cisco blickt freudig nach vorn und Tencent ächzt unter KI-Kosten – BÖRSE TO GO
Trotz Wachstumssignalen bleiben die Käufer zurückhaltend
Die Märkte zeigten sich am Mittwoch erneut von ihrer versöhnlichen Seite und es gab genügend grüne Vorzeichen zu sehen. Insbesondere gute Ergebnisse aus der Chip- und KI-Branche ließen manchen Anleger wieder aufatmen. Gedrückt wurde die Stimmung allerdings von US-Inflationsdaten, die erwartet auf hohem Niveau verweilten. Damit bleiben auch die Zinssorgen bestehen, insbesondere mit Blick auf wieder höhere Ölpreise.
Vor diesem Hintergrund konnte der Nasdaq 100 zwar um 0,7 Prozent auf 29.743 Punkte zulegen, doch der Dow Jones verharrte auf seinem bisherigen Niveau und ging mit 53.770 Zählern aus dem Handel. Daran zeigt sich, dass vor allem Tech-Titel wieder etwas Rückenwind bekamen, angeführt von starken Zahlen bei Super Micro Computer und CoreWeave. Dieser Lichtblick allein scheint aber nicht auszureichen, um schon wieder auf Rekordjagd gehen zu können.
Im DAX reicht es im frühen Handel noch für ansehnliche Aufschläge, welche am Nachmittag allerdings schon wieder kassiert wurden. Die Inflationsdaten aus Übersee scheinen die hiesigen Investoren auf dem falschen Fuß erwischt zu haben. Höher als befürchtet fielen die Zahlen zwar nicht aus, blieben aber auch deutlich über der Zielmarke von zwei Prozent. Damit bleibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Fed mittelfristig die Zinsen wieder anheben könnte.
Die Erholung von Tech-Aktien hinterließ in Asien die wohl größten Spuren. Anzeichen für eine anhaltend hohe Chip-Nachfrage ließen den südkoreanischen Kospi um 3,7 Prozent auf 6.579 Punkte zulegen. In Tokio ging es nach einer Feiertagspause am Dienstag um immerhin 0,8 Prozent beim Nikkei 225 in Richtung Norden. Beide Indizes bleiben aber ein gutes Stück entfernt von ihren Höchstständen.
Brenntag trotzt der Irankrise
Wenig beigetragen zu neuen Punktgewinnen an den hiesigen Börsen hat der Chemiehändler Brenntag (DE000A1DAHH0). Die Umsätze im zweiten Quartal verbesserten scih zwar auf bereinigter Basis um 11,1 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro und dank geringerer Kosten legte das Ebitda sogar um 41 Prozent auf 463 Millionen Euro zu. Doch nachdem der Konzern letzte Woche die Prognose erhöhte, scheinen die Anleger sich noch etwas mehr erhofft zu haben. Der Aktienkurs reagierte mit Abschlägen von 2,2 Prozent und fiel auf 61,14 Euro zurück.
Cisco schreibt Rekorde
Der Netzwerkausrüster Cisco Systems (US17275R1023) vermeldete gestern frische Rekorde. Die Produktivität hat laut Finanzchef Markt Patterson das höchste Niveau seit drei Jahrzehnten erreicht. Dank des anhaltenden Booms beim Bau von KI-Rechenzentren kletterten sowohl Umsätze als auch Gewinne auf neue Bestmarken. Das sorgt für Optimismus und lässt die Prognose für das Gesamtjahr deutlich auf 72,2 bis 73,4 Milliarden US-Dollar anschwellen. Die Erwartungen der Analysten werden damit deutlich übertroffen. Die Anteilseigner allerdings scheinen nicht ganz zufrieden zu sein. Mit dem Aktienkurs ging es nach Zugewinnen von 2,9 Prozent im regulären Handel nachbörslich schon wieder um über vier Prozent in die entgegengesetzte Richtung.
Die Kosten bei Tencent steigen
Wachstum gibt es auch beim chinesischen Tech-Giganten Tencent (KYG875721634) zu sehen, welcher seine Umsätze im letzten Quartal um respektable elf Prozent auf umgerechnet 26,3 Milliarden Euro steigern konnte. Allerdings blieben davon nur 7,19 Milliarden Euro als Nettoergebnis hängen. Das ist ein mageres Wachstum von unter einem Prozent und sehr viel weniger, als die Analysten sich erhofft hatten. Steigende KI-Kosten lasten auf der Bilanz und die Anleger zieht es in die Defensive. Die Tencent-Aktie gab um 5,3 Prozent bis auf 56,33 Dollar nach.
Tagestermine
Nach den gestrigen Inflationsdaten aus den USA geht es am Donnerstag hinsichtlich Konjunktur und Co. erst einmal etwas ruhiger zu. Umso mehr dürften die Blicke sich wieder auf den Nahen Osten richten, wo sich weiterhin eine Patt-Situation beobachten lässt. Bei den Quartalsberichten drängen sich ThyssenKrupp und HelloFresh hierzulande in den Vordergrund. Ergebnisse von Lenovo hingegen dürften weltweit Beachtung finden und vielleicht neue Erkenntnisse zur weiteren Entwicklung bei der Speicherkrise liefern.
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13.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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