Im klassischen TV-Geschäft schwächelt RTL noch immer, doch Wachstumsaussichten beim Streaming besänftigen die Anleger etwas
RTL schraubt die Prognose nach oben
Das klassische Fernsehen erfährt weiterhin einen Schrumpfkurs, was an RTL natürlich nicht vorbeigeht. Im ersten Halbjahr entwickelten sich die Werbeerlöse einmal mehr rückläufig und Besserung ist zumindest in diesem Segment nicht in Sicht. Für mehr Optimismus sorgen allerdings erfreuliche Signale aus dem Streaming-Geschäft.
Im ersten Halbjahr konnten die Umsätze um vier Prozent auf 2,9 Milliarden Euro gesteigert werden. RTL (LU0061462528) verdankt dies neben besseren Geschäften beim Streaming auch der Übernahme von Sky Deutschland. Organisch fiel das Umsatzwachstum mit 0,1 Prozent zwar überschaubar aus. Trotz Flaute im TV-Werbegeschäft ging es aber immerhin in die richtige Richtung.
Genau das soll sich weiter fortsetzen. Die Prognose für das laufende Gesamtjahr wurde kräftig nach oben angehoben und sieht nun Umsätze von 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro vor. Zuvor fiel die Spanne eine Milliarde Euro geringer aus. Inspiriert wurde das Management durch Umsätze von 299 Millionen Euro im Streaming-Geschäft. Das trug viel zu einem Ebitda von 239 Millionen Euro bei, welches die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte.
Bescheidene Kursgewinne bei RTL
Vorsichtiger ist RTL allerdings bei den operativen Gewinnen, die keine Prognoseanpassung erfuhren. Wie gehabt soll das Ebitda im Jahr 2026 bei 725 Millionen Euro landen. Dass trotz höherer Umsätze hier keine Sprünge in Aussicht gestellt werden, dämpfte die Stimmung an den Märkten etwas. Nennenswerte Kursgewinne gab es am Dienstag nur im frühen Handel zu sehen. Zu Handelsschluss standen 32,10 Euro und damit nur 0,3 Prozent mehr als tags zuvor auf dem Ticker.
Mittelfristig hält RTL an seinem Vorhaben fest, das Ebitda auf eine Milliarde Euro zu steigern. Daran soll Streaming einen größeren Anteil als bisher gedacht haben. Dort sollen in Zukunft operative Gewinne von etwa 100 Millionen Euro erzielt werden. Zuvor wurde im besten Fall die Hälfte angepeilt. Das lässt sich als Wachstumssignal interpretieren. Dass die Spanne insgesamt unangetastet bleibt, kann aber auch als ein Hinweis darauf verstanden werden, dass das TV-Geschäft sich in absehbarer Zeit nicht erholen wird.
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13.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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