Trump schickt Intel in die Höhe, Apple hält sich bedeckt und auch bei Nvidia mangelt es an Neuigkeiten zur Fertigung in den USA – BÖRSE TO GO
Per Tweet wird der Tech-Sektor in die Erholung geschickt
Von Zinssorgen konnten die Märkte sich augenscheinlich schnell wieder erholen. Am Donnerstag gab es schon wieder einige Gegenbewegungen zu sehen, womit der insgesamt positive Trend an den Börsen sich einmal mehr zu bestätigen scheint. Allerdings ist manche Rallye noch immer auf Luftschlössern aufgebaut, was natürlich auch Risiken mit sich bringt.
Besonders kräftig fielen die Kursgewinne im Tech-Segment aus, sodass der Nasdaq 100 sich um 2,5 Prozent auf 30.406 Punkte verbessern konnte. Das kommt nicht von Ungefähr. Im KI-Segment wurden nach vorherigen Abschlägen rasch Verluste aufgelesen und die Bullen sitzen weiter am längeren Hebel. Deutlich verhaltener war die Stimmung im Dow Jones Index, der lediglich um 0,1 Prozent auf 51.565 Punkte zulegen konnte.
Der Dax zeigte sich mit einem Plus von 0,4 Prozent etwas fester und die Aufschläge reichten aus, um den Punktestand wieder knapp über 25.000 Punkte zu bewegen. Gleichwohl haben die Anleger weiterhin an schwachen Entwicklungen bei den Autobauern zu knabbern. Am Mittwoch sorgte BMW für lange Gesichter. Die gestrige Hauptversammlung von Volkswagen lieferte eher keine plötzlichen Comeback-Impulse.
Die Märkte in Hongkong verabschiedeten sich derweil feiertagsbedingt bereits ins Wochenende, und das mit Abschlägen von 1,6 Prozent im Hang Seng. Die Freude über die bevorstehende Öffnung der Straße von Hormus lässt schon wieder nach. Hingegen wird die eher restriktive Zinspolitik der US-Notenbank Fed von Analysten als Belastung für die asiatischen Märkte eingeschätzt. Dass auch Japan die Zinsen zuletzt immer weiter erhöht hat, sorgt zusätzlich für Zweifel.
Intel wieder im Höhenflug
Im Zentrum der spontanen Erholung von Tech-Werten stand die Aktie von Intel (US4581401001), welche sich um mehr als zehn Prozent verbessern und zeitweise bei 135,48 US-Dollar ein neues 52-Wochen-Hoch markieren konnte. Ausgereicht hat dafür eine recht ausschweifende, aber wenig erkenntniserhellende Nachricht von US-Präsident Donald Trump auf dessen Plattform „Truth Social“. Dort heißt es, dass künftig weitere US-Unternehmen ihre Chips bei Intel in den USA statt bei TSMC in Taiwan fertigen sollten. Geschmückt wurde das mit allerlei bereits widerlegten Behauptungen über einen angeblichen Diebstahl Taiwans und ohne jede konkrete Ankündigung.
Nichts Neues bei Apple
Gerüchte darüber, dass Apple (US0378331005) künftig Chips bei Intel fertigen lassen könnte, tauchten in den letzten Monaten immer mal wieder auf. Eine Bestätigung dafür lässt aber noch immer auf sich warten. Wenn überhaupt, könnte Apple aber bestenfalls auf kleinere Serien zurückgreifen. Denn die Kapazitäten, um Chips für ein neues iPhone herzustellen, sind bei Intel in den USA gar nicht vorhanden. Das wissen auch die Anleger, sodass die Apple-Aktie auf das Ganze kaum weiter reagierte. Ein Plus von 0,7 Prozent darf als gewöhnliche Schwankung behandelt werden.
Nvidia bleibt TSMC treu
KI-Platzhirsch Nvidia (US67066G1040) ist zwar bereits bei Intel investiert, weshalb eine Zusammenarbeit bei der Fertigung naheliegend erscheint. Liefern kann Intel allerdings noch immer nicht Strukturbreiten, welche bei Nvidia für aktuelle und kommende KI-Beschleuniger gefragt wären. Die Zusammenarbeit konzentriert sich bisher vor allem auf integrierte Grafikeinheiten in Consumer-Chips und NVLink als Interconnect für künftige Datacenter-Prozessoren. Das ist auch nicht uninteressant. Es ist aber eben nicht das, was sich Trump und vermutlich die Anleger von Intel herbeiwünschen dürften.
Tagestermine
Es geht einigermaßen ruhig in Richtung Wochenende mit Inflationsdaten unter anderem aus Japan und einem Update zum Erzeugerpreisindex aus Deutschland. Ansonsten stehen heute keine Wirtschaftstermine an, welche die Märkte nachhaltig bewegen könnten. Das gilt auch mit Blick auf Bilanzen von Honrbach und Mühlbauer sowie einige Hauptversammlungen von Unternehmen aus der zweiten Reihe. Die Märkte dürften sich bereits auf den Juli vorbereiten, wenn die nächste Berichtssaison langsam ins Rollen kommt.
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19.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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