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Indonesien kommt mit seiner Nickelstrategie voran

Weltgrößter Nickelproduzent erzielt strategische Erfolge bei Partner-Investitionen

 

Indonesien ist mit großer Kraft dabei, seinen Wettbewerbsvorteil, der sich aus seinen riesigen Nickelvorkommen ergibt, einen größeren Anteil an den mit dem Abbau von Nickelerz beginnenden Wertschöpfungsketten hochwertiger Endprodukte zu erkämpfen.

Diesbezüglich hatten wir in unserem Beitrag vom 16.10.2020 unter dem Titel ,,Weltgrößter Nickelproduzent organisiert EV-Batterieherstellung‘‘ über die Pläne des Landes berichtet, die Wertschöpfungskette von Batterien für Elektroautos im Inland besser zu strukturieren.

Im Zuge dessen war bereits angekündigt worden, dass eine Gruppe staatlicher Unternehmen einen Verbund bildet, um Batterien zum Antrieb von Elektroautos zu produzieren. Dies teilte damals der CEO des staatlichen indonesischen Bergbauunternehmens MIND ID, Orias Petrus Moedak, mit.

Nun sind einige Monate seither vergangen und im Rückblick zeigt sich, dass diese Pläne zum einen durch die Corona-Pandemie gebremst wurden. Zum anderen braucht es nach Aussagen des indonesischen Ministeriums für Staatsunternehmen auch aktive Partner, denn dem Land fehlt schlicht das entsprechende Know-How für die Produktion. Zu diesen industriellen Partnern gehört auch Tesla.

Nachdem nun Tesla Pläne angekündigt hat, in Indonesien ein Werk für Autobatterien und ein Energiespeichersystem zu errichten, könnte das Land dem strategischen Ziel einen großen Schritt näherkommen.

Zuvor waren bereits zwei weitere industrielle Partner der ,,Indonesia Battery Holding‘‘ (Indonesia Baterai) aktiv geworden. So kündigte der chinesische Batterieproduzent ,,Contemporary Amperex Technology‘‘ (CATL) an, etwa 5 Mrd. US-Dollar in den Bau eines neuen Batterieproduktionsbetriebs zu investieren. Zudem unterzeichnete die südkoreanische LG Chem ein ,,Memorandum of Understanding‘‘ über eine Investition in Höhe von 9,8 Mrd. US-Dollar.

Ganz freiwillig dürfte die Kooperation aber zumindest teilweise nicht kommen. Denn es war bislang eben ökonomisch profitabler, das Nickelerz abzubauen und die ,,Downstream-Wertschöpfung‘‘ im eigenen Land vorzunehmen.

Es ist deshalb keine Überraschung, dass hier die Regierung Indonesiens klare Ansagen macht. So sagte etwa Septian Hario, der für die Koordination der Investitionen zuständige Stellvertreter des Ministeriums für Schifffahrtsangelegenheiten und Investitionen, dass man die Downstream-Wertschöpfungskette der Batterieproduktion im Inland haben möchte. So sei etwa die Lieferkette für Lithiumbatterien ziemlich lang. Man habe LG Chem, CATL und Tesla deutlich gemacht, dass mindestens 70 % des Nickels, welches Indonesien für die Produktion beisteuert, im Inland in den Batterien verarbeitet werden sollen, und zwar nicht nur in Halbprodukten.

 

Fazit

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Dekarbonisierungswelle, die wirtschaftspolitisch über die Weltwirtschaft schwappt, spielt dem Ziel Indonesiens in die Hände, einen größeren Anteil an der globalen Wertschöpfungskette im Inland zu sichern und damit den Wohlstand Indonesiens zu sichern. Der Technologietransfer durch die industriellen Partner ist dabei ein wichtiges Komplement in der indonesischen Wachstumsstrategie. Vor diesem Hintergrund können die neuesten Ankündigungen Teslas und weiterer industrieller Partner über umfangreiche Investitionspläne in eben diese längere inländische in ihrem strategischen Wert kaum überschätzt werden!

 

10.02.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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