Micron bleibt im Sturzflug, Nvidia schürt weiter Zweifel und auch Tesla kann nicht mehr begeistern – BÖRSE TO GO
Die Stimmung an den Märkten bleibt angeschlagen
Der gestrige Mittwoch war kein einfacher Handelstag für die Anleger. Die US-Notenbank Fed ließ die Zinsen einmal mehr unangetastet, was für steigende Anleihezinsen und damit Verkaufsdruck bei Aktien sorgte. Parallel dazu eskalierte die Lage im Irankonflikt mal wieder, wodurch die Ölpreise wieder anstiegen. Immerhin konnte Microsoft nach Börsenschluss noch mir ansehnlichen Zahlen punkten.
Der Dow Jones musste letztlich deutliche Verluste von 2,2 Prozent hinnehmen und der Zählerstand ging auf noch 51.594 Punkte zurück. Einmal mehr war es auch Skepsis gegenüber den zuvor heiß gelaufenen Tech-Aktien, welche für rote Vorzeichen sorgte. Das zeigte sich beim Nasdaq 100, der um 2,1 Prozent auf 27.192 Punkte zurückging. Auf Monatssicht ist hier bereits ein Rückgang von 8,7 Prozent zu verzeichnen.
Besser lief es für den DAX, der recht stabil bei 25.460 Punkten blieb. Weitergeholfen haben einige erfreuliche Quartalszahlen von deutschen Schwergewichten. Darüber hinaus spielte aber zweifellos auch eine Rolle, dass der Handel hierzulande bereits endete, noch bevor einige wichtige Impulse aus Übersee folgten. Für den heutigen Handel zeichnet sich eine eher schwierige Ausgangslage ab.
Gemischte Signale gab es aus Asien. Dort ließen KI-Zweifel den Kospi in Südkorea einbrechen. Japan wurde zusätzlich von einem schweren Erdbeben getroffen, sodass der Nikkei 225 um 1,5 Prozent abwertete. In Hongkong hingegen herrschte Kauflaune und der Hang Seng Index konnte sich um rund zwei Prozent auf 25.808 Punkte verbessern. Damit setzt sich eine Siegesserie fort. Experten führen dies sowohl auf günstige Bewertungen als auch bedeutende Fortschritte bei der chinesischen Chipfertigung zurück.
Micron stürzt weiter ab
Es sind eben diese Fortschritte in China, welche schon seit einer ganzen Weile auf den Aktien der westlichen Speicherhersteller lasten. Es kommen Zweifel daran auf, ob jene den Markt auch zukünftig fest in der Hand haben werden und ihre fürstlichen Margen verlangen können. Darüber hinaus nagen auch allgemeine Zweifel am weiteren Wachstum im KI-Segment an den Nerven der Anteilseigner. Die Aktie von Micron (US5951121038) stürzte am Mittwoch um weitere zehn Prozent auf 739 US-Dollar zurück. Nachbörslich halfen auch gute Zahlen von Microsoft nicht weiter und es gab weitere Verluste zu sehen.
Nvidia: Ein gefährliches Spiel
Nvidia (US67066G1040) ist nicht ganz unschuldig daran, dass die Euphorie in Sachen KI nachgelassen hat. Schon seit Längerem investiert der Chiphersteller munter in KI-Unternehmen und finanziert damit mehr oder weniger die eigene Kundschaft. Befürchtet wird, dass solche Kreislauffinanzierungen eines Tages scheitern könnten. Das trifft auch im Falle einer Bürgschaft für OpenAI zu, über die laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ aktuell verhandelt wird. Offenbar will Nvidia wohl Garantien für 250 Milliarden Dollar gegenüber OpenAI aussprechen, damit der ChatGPT-Entwickler Zugang zu einem Rechenzentrum der Softbank in Ohio erhält. Die Aktionäre reagierten skeptisch; die Nvidia-Aktie gab um 3,6 Prozent auf 190 Dollar nach.
Tesla fällt zurück
Nachlassende KI-Fantasien sind auch für die Aktie von Tesla (US88160R1014) derzeit ein Belastungsfaktor. Ernüchternde bis enttäuschende Absatzzahlen konnten die Anleger eine Weile lang noch gut ignorieren, zumal es diesbezüglich zuletzt auch Zeichen der Besserung gab. Doch zuvor hohe Kurse fußten hauptsächlich auf Zukunftshoffnungen rund um Robotaxis und humanoide Roboter. Nachdem es aus dieser Richtung nun (zu) lange nichts Neues zu hören gab, scheinen die Bullen schlicht weiterzuziehen. Die Aktie erreichte am Mittwoch zeitweise bei 297,38 Dollar ein neues 52-Wochen-Tief. Im Monatsvergleich ging es um 27,5 Prozent gen Süden.
Tagestermine
Nach den heiß erwarteten Impulsen aus den USA geht es heute munter weiter mit Wirtschaftsdaten aus Deutschland und Europa. Erwartet wird unter anderem ein Update zum Verbraucherpreisindex, was die Zinserwartungen beeinflussen dürfte. Die Berichtssaison geht derweil weiter mit Ergebnissen unter anderem von Adidas, Puma, Sanofi und Shell. Nach Börsenschluss in den USA wird schließlich auch Apple einen Blick in die Bücher gewähren.
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30.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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