Einmal mehr belehrt Nvidia seine Zweifler mit Rekordzahlen eines Besseren
Nvidia übertrifft wieder die Erwartungen
Die Zweifel am KI-Boom wurden in den letzten Wochen immer größer. Nachdem Tech-Giganten wie Amazon immer höhere Investitionen ankündigten, sorgten die Märkte sich darum, ob diese gigantischen Summen sich auch jemals wieder amortisieren lassen können. Betreffend Nvidia kam derweil die Sorge auf, dass die zunehmende Konkurrenz Umsätze und Margen gefährden könnte. Doch zu sehen ist davon bislang exakt gar nichts.
Vorgelegt hat Nvidia (US67066G1040) am Mittwoch nach Börsenschluss wieder einmal Zahlen, welche sämtliche Erwartungen an der Wall Street gesprengt haben. Die Umsätze legten im vergangenen Quartal auf schwindelerregende 68,1 Milliarden US-Dollar zu. Das ist ein neuer Rekord und entspricht einem Plus von 73 Prozent im Vergleich zum bereits schwer beeindruckenden Vorjahreszeitraum. Ein Ende des Booms ist da kaum zu erkennen.
Noch größere Schritte nach vorn machte Nvidia beim Quartalsgewinn, der sich um 94 Prozent auf rund 43 Milliarden Dollar steigerte. Der Gewinn je Aktie wurde auf 1,62 Dollar beziffert. Selbst die größten Optimisten unter den Analysten hatten mit einem derart guten Abschneiden nicht gerechnet. Doch damit nicht genug: auch bei den weiteren Aussichten pulverisiert Nvidia die Konsensschätzung regelrecht. Die Marge soll auch im laufenden Quartal bei rund 75 Prozent bleiben, während die Umsätze wohl auf 78 Milliarden Dollar bei einer Schwankungsbreite von zwei Prozent klettern sollen.
Nvidia bleibt auf Rekordkurs
Nvidia-Chef Jensen Huang sprach bei der Zahlenvorlage von einem exponentiellen Anstieg der Nachfrage nach Rechenleistung. Mit der nächsten Prozessorgeneration Vera Rubin will der Konzern seine dominante Stellung im Markt noch weiter ausbauen. Nicht einmal ansatzweise ergaben sich irgendwelche Schwächeanzeichen in der Bilanz. Nvidia bleibt auf Rekordkurs und schafft selbst auf bereits extrem hohen Niveau noch Wachstumsraten, von denen andere nur träumen können.
Das wird an der Börse belohnt mit grünen Vorzeichen. Im nachbörslichen Handel am Mittwoch konnte die Nvidia-Aktie zeitweise wieder die Marke von 200 Dollar knacken. Im späteren Verlauf ließ die Kauflaune etwas nach. Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels konnte aber noch ein Plus von 1,3 Prozent festgestellt werden. Noch bleibt etwas Abstand zum Rekordhoch bei 212,19 Dollar. Nach den nun vorgelegten Ergebnissen scheint diese Lücke aber alles andere als unüberwindbar zu sein.
Es bleibt dabei, dass im KI-Segment ein Goldrausch herrscht. Die Tech-Giganten erkennen hier die mit Abstand größten Chancen für die Zukunft und halten sich dementsprechend mit Ausgaben nicht zurück. Das kann einen zwar noch immer ins Grübeln bringen, da Konzerne wie Amazon einen großen Anteil ihres Cashflows in Rechenzentren stecken. Doch Nvidia bleibt für den Moment der Schaufelverkäufer und jede weitere Ankündigung für neue Rechenzentren darf hier als positive Nachricht verstanden werden.
Wie lange geht das gut?
Gleichwohl kann das Wachstum von Nvidia nicht ewig in diesem Tempo weitergehen. Früher oder später werden die Wachstumsraten nachlassen und das Szenario einer geplatzten Blase ist trotz neuer Rekordzahlen noch nicht vom Tisch. Interessant wird es in Zukunft zudem, wenn das Training von KI-Modellen stärker in den Hintergrund rückt und stattdessen der Betrieb, auch als Inferenz bekannt, in den Vordergrund rückt. Dabei spielen Chips eine Rolle, welche die Konkurrenz von Nvidia im Programm hat, und das zuweilen deutlich günstiger.
Auch wenn Nvidia und die Anteilseigner für den Moment einen großen Erfolg feiern können, so besteht keinerlei Grund, sich darauf schon ausruhen zu wollen. Alles deutet darauf hin, dass der Chiphersteller im laufenden Jahr erneut abliefern können wird und das Wachstum sich munter fortsetzt. Wie es darüber hinaus weitergehen mag, ist aber nochmal eine ganz andere Frage. Zumindest etwas wird mit den neuen Zahlen aber die Sorge genommen, dass der KI-Sektor schon vor einem aktuen Absturz stehen würde.
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26.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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