Aufgrund von Problemen bei der Fertigung könnte es gerüchteweise zu Verzögerungen bei Rubin Ultra von Nvidia kommen
Auftragsfertiger TSMC scheint Probleme mit dem Design von Nvidia zu haben
Mit Rubin Ultra will Nvidia einmal mehr die Grenzen des Machbaren verschieben und einen neuen KI-Chip auf die Welt loslassen, dessen Leistung bisherige Lösungen noch einmal deutlich übertrifft. Angekündigt wurde der Start des Ganzen für Ende 2027. Aktuell kommen jedoch Gerüchte auf, laut denen es wohl zu Verzögerungen kommen könnte.
Das Portal „Computerbase“ hat jene zusammengetragen und bezieht sich vor allem auf diverse Meldungen aus den sozialen Medien. Im Kern machen sich vor allem Bedenken hinsichtlich des CoWoS-Designs (Chips on Wafer on Substrate) breit. Das Verfahren ist zwar nicht neu und kommt bereits seit dem Jahr 2021 zum Einsatz. Doch bei immer größeren Chips scheint Nvidia (US67066G1040) bzw. TSMC an Grenzen zu gelangen und Rubin Ultra könnte jene wohl bereits überdehnt haben.
Mit CoWoS-L soll die Größe des Interposers noch einmal deutlich steigen und bis auf 120 x 150 mm anwachsen. Zusätzlich soll es integrierte Features wie Spannungsregler geben. Die Reticle-Größe soll bis um den Faktor 9,5 ansteigen. Letzteres bezeichnet das absolute physikalische Limit für die Fläche eines einzelnen Chips. Mit gängigen Belichtungsmaschinen sollen sich Kantenlängen von bis zu 26 x 33 mm ergeben bzw. eine Fläche von 858 Quadratmillimetern. Im kommenden Jahr sollen damit gigantische Chips erscheinen, auf denen neben den Chips selbst bis zu 12 HBM4E-Stacks Platz finden sollen.
Muss Nvidia noch einmal anpassen?
Rubin Ultra soll bei einem entsprechenden Design wohl an Grenzen stoßen. In der Gerüchteküche heißt es, dass in ersten Testläufen vermehrt das sogenannte „Warpage“ aufgetreten sei. Damit wird ein Phänomen bezeichnet, bei dem es am Ende von zusammengesetzten Chips zu Verformungen kommt. Jene scheinen in diesem Fall so stark auszufallen, dass Rubin-Ultra-Chips nicht wie erwartet oder sogar gar nicht funktionieren.
Selbstredend spricht Nvidia nicht offiziell über derartige Erscheinungen und eine Verschiebung wurde bisher ebenfalls nicht angekündigt. Vermutet wird von Experten jedoch, dass der Konzern wohl nochmal ans Reißbrett muss. Einige Lösungen scheint es wohl zu geben, darunter die Verwendung von Glas-Substrat, was sich aber noch in den Kinderschuhen befindet. Ebenfalls denkbar sei wohl der Wechsel auf CoPoS (Chips on Panel on Substrate), um den Verformungen entgegenzuwirken. Doch der Umstieg darauf könnte dafür sorgen, dass Nvidia bei seinem bisherigen Zeitplan zurückfällt.
Erwartet wird nun, dass Nvidia auf einen angepassten Chip für Rubin Ultra setzen wird. Wie jener aussehen mag, scheint jedoch vollkommen in den Sternen zu stehen. Gemunkelt wird, dass Nvidia auf ein 2-Die-Design wechseln könnte, bei dem lediglich in der Maximalkonfiguration ein zweiter Chip zum Einsatz kommen wird. Beim Nachfolger Feynman will Nvidia in Zukunft dann erstmals das sogenannte Die-Stacking nutzen, um noch mehr Dies auf einzelnen Chips einsetzen zu können. Wie die Fortschritte dort verlaufen mögen, ist derzeit nicht überliefert.
Keine einfache Sache
Die Architektur von Chips ist eine komplexe Angelegenheit und natürlich treten dabei immer wieder Herausforderungen für Ingenieure und Partner von Nvidia auf. Ob deshalb nun tatsächlich schon mit Verzögerungen zu rechnen ist, darüber lässt sich nur mutmaßen. An der Börse führen die Gerüchte nicht zu allzu viel Aufsehen. Im gestrigen Handel stand die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende im Iran im Vordergrund, was dem Techsektor allgemein auf die Sprünge half.
Die Nvidia-Aktie freute sich über Aufschläge von 5,6 Prozent und verbesserte sich damit wieder bis auf 174,40 US-Dollar. Nachbörslich ging es noch etwas weiter in Richtung Norden. Das ist eine willkommene Erholung, doch Berichte über mögliche Probleme in der Fertigung sollten seitens der Anleger nicht vollkommen ignoriert werden. Denn sollte es tatsächlich Verzögerungen geben, und sei es nur bei einzelnen Varianten neuer KI-Chips, so würde die Börse darauf mit hoher Wahrscheinlichkeit eher negativ reagieren.
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01.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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