Nvidia leitet seine Entwicklerkonferenz mit diversen neuen Produkten und einem vollmundigen Versprechen ein
Nvidia will die Billionengrenze beim Umsatz knacken
Die Zweifel am weiteren Erfolgszug von KI sind in letzter Zeit wieder etwas größer geworden. An der Börse erreichten die Titel aus dem Segment schon seit einer Weile keine Höchststände mehr. Nvidia nutzte nun seine Entwicklerkonferenz GTC in San Jose, um wieder einmal große Prognosen für die Zukunft abzugeben und natürlich auch allerlei neue Produkte vorzustellen.
Besonders im Fokus steht bei Nvidia (US67066G1040) das Thema Inferenz, also der Betrieb von Sprachmodellen. In den vergangenen Jahren verdiente der Konzern schwindelerregende Summen mit Chips, die ihre Stärken vor allem beim Training von Künstlicher Intelligenz ausspielten. Mittlerweile spielt die Inferenz eine immer größere Rolle und die Konkurrenz scharrt schon mit den Füßen. Brachiale GPU-Leistung ist für derartige Einsatzgebiete längst nicht mehr von entscheidender Bedeutung.
Darauf reagiert Nvidia mit der Vorstellung eines neuen KI-Systems, bei dem Technologie des Startups Groq (nicht zu verwechseln mit dem Chatbot Grok von xAI) zum Einsatz kommt. Erst Ende vergangenen Jahres lizenzierte Nvidia die Technologie von Groq und nahm dafür 17 Milliarden US-Dollar in die Hand. Nun sollen die entsprechenden Chips Vera Rubin-Chips ergänzen und in Sachen Inferenz neue Maßstäbe setzen.
Das Billionen-Versprechen
Welches Potenzial Nvidia-Chef Jensen Huang im KI-Zeitalter erkennt, das wurde zu Beginn der Woche noch einmal sehr viel deutlicher. Optimismus verbreitete Nvidia bereits zuvor mit der Aussicht auf Umsätze von 500 Milliarden Dollar mit Hardware für Rechenzentren bis Ende dieses Jahres. Nun geht Huang noch einen Schritt weiter. Seinen Prognosen zufolge sollen die Umsätze von Nvidia bis 2027 sogar die Schwelle von einer Billion Dollar übertreffen. Zum Vergleich: Amazon stieg im vergangenen Jahr mit konzernweit 716,9 Milliarden Dollar zum umsatzstärksten Unternehmen der Welt auf.
Ob Nvidia seine ambitionierten Ziele auch erreichen können wird, das bleibt freilich noch abzuwarten. Die Börse schenkt dem Konzern aber erst einmal Zuversicht. Schließlich ist es Nvidia in der Vergangenheit schon unzählige Male gelungen, auch hohe Erwartungen zu übertreffen und die Skeptiker ein ums andere Mal eines Besseren zu belehren. Auch die oftmals heraufbeschworene KI-Blase ist bisher nicht geplatzt. Die Nachfrage nach Chips bleibt auf einem schwindelerregenden Niveau.
Neuigkeiten hatte Nvidia auch auf Software-Ebene zu bieten. Für seine Gaming-Grafikkarten der Geforce-Reihe enthüllte der Konzern das Modell DLSS 5, welches wohl mehr als nur klassisches Upsampling per Künstlicher Intelligenz bieten soll. Stattdessen verspricht Nvidia, dass klassisches Rendering mit Neural Rendering von der KI verschmelzen soll. Gleich mehrere Beispiele hatte das Unternehmen im Gepäck. Jene sollten zeigen, wie aus bisher üblicher Spielegrafik ein deutlich realistischeres Ergebnis entsteht. Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus. In den sozialen Medien zeigten sich viele Nutzer durchaus beeindruckt. Andere jedoch beklagten, dass die Ergebnisse doch stark nach AI Slop aussehen würden.
Nvidia lässt nicht nach
Die Börsen reagierten positiv auf die Vorstellung von Nvidia und die Aktie legte am Montag um 1,7 Prozent bis auf 183,22 US-Dollar zu. Der Chiphersteller stellt unter Beweis, an der technologischen Speerspitze zu bleiben und teils Kreise um die Konkurrenz zu ziehen. Solange die Nachfrage nach KI-Hardware für Rechenzentren hoch bleibt, sichert sich Nvidia damit einen eklatanten Vorteil zu den Mitbewerbern und die Absatzzahlen dürften weiterhin neue Rekorde aufstellen.
Dennoch bleibt der Aktienkurs weiterhin ein gutes Stück entfernt von vergangenen Rekorden. Daran zeigt sich, dass die grundlegende Skepsis gegenüber KI noch längst nicht verschwunden ist. Teils macht sich auch schon eine regelrechte KI-Müdigkeit bemerkbar, insbesondere in Bereichen, welche Endverbraucher betreffen. Letzten Endes bleibt die Frage im Raum stehen, ob die Zugewinne bei Umsätzen und Gewinnen mit dem Tempo bei den Investitionen in Zukunft schritthalten können. Sollte dies nicht irgendwann der Fall sein, so könnten die Bestellmengen bei Nvidia trotz beeindruckender technologischer Fortschritte eines Tages doch noch nachlassen.
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17.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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