Nvidia bemüht sich um Beruhigung, Meta wird gelobt, Amazon bleibt im roten Bereich und Bayer punktet mit Asundexian
Trotz einer Erholung der Märkte am Freitag stehen vor allem Tech-Aktien weiter unter Druck
Teils massive Einbrüche in der ausgelaufenen Woche nutzten die Marktakteure am Freitag für Nachkäufe. Insbesondere die US-Börsen konnten etwas aufatmen und der Dow Jones verzeichnete den höchsten Tagesgewinn seit Monaten. Auffällig ist jedoch, dass die Erholung eher nicht den Tech-Giganten zu verdanken war. Die werden zum Teil noch immer kritisch beäugt.
Fast schon unkontrolliert steigende Ausgaben für KI-Rechenzentren scheinen den Bogen überspannt zu haben. Die Sorge ist groß, dass selbst die riesigen Tech-Konzerne aus den USA sich mit dreistelligen Milliardenausgaben dezent übernehmen könnten. Um Beschwichtigung bemühte sich nun Nvidia (US67066G1040). Gegenüber „CNBC“ meldete sich CEO Jensen Huang zu Wort und sprach von einer „unglaublich hohen“ Nachfrage.
Der Aufbaue der KI-Infrastruktur sei auch keine kurzfristige, sondern eine sehr langfristige Angelegenheit. Der initiale Aufbaue werde demnach sieben bis acht Jahre dauern. Mit solchen Worten soll wahrscheinlich vor allem die Angst vor einer möglichen Blasenbildung genommen werden, bei der auf den derzeitigen Bestell-Boom ein tiefes Loch folgen würde. Zumindest bei den eigenen Anlegern klappte das auch. Die Nvidia-Aktie kletterte gestern um 7,9 Prozent auf 185,41 US-Dollar.
Meta: Lob von Nvidia
Im selben Interview kam Huang auch auf die einzelnen Player aus dem KI-Segment zu sprechen. Er bekräftigte dabei, dass die Ausgaben der Software-Konzerne berechtigt seien, da deren Cashflow dadurch in der Zukunft enorm ansteigen werden. Besonderes Lob erhielt die Facebook-Mutter Meta (US30303M1027). Nirgendwo werde KI aktuell besser genutzt, sagte Huang.
Insbesondere bei den Empfehlungen für Werbung, wofür Meta KI-Agenten einsetze, habe es fundamentale Veränderungen gegeben, welche dem Social-Media-Giganten bereits heute höhere Einnahmen generieren würden. Der kleine Ritterschlag blieb an den Märkten allerdings unbemerkt. Die Meta-Aktie gab am Freitag um 1,3 Prozent auf 661,46 Dollar nach. Meta plant für das laufende Jahr mit Investitionen von 115 bis 135 Milliarden Dollar, was nicht nur für Begeisterung sorgt. Nicht jeder an den Märkten teilt Jensen Huangs Überzeugung, dass es in Zukunft nur noch weiter aufwärts gehen wird.
Amazon schießt den Vogel ab
Mit die größten Sorgen machen die Börsianer sich um Amazon (US0231351067), wo die geplanten Investitionen für das laufende Jahr jene von Meta und Google noch einmal bequem in den Schatten stellten. Satte 200 Milliarden Dollar sollen in die Hand genommen werden. Damit sollen ebenso neue KI-Rechenzentren wie auch Fortschritte beim Satelliten-Projekt Kuiper finanziert werden. Außerdem werden Fortschritte bei der Entwicklung eigener KI-Chips in Aussicht gestellt. Obschon Amazon hervorragende Zahlen vorlegen konnte, wachsen die Zweifel an der Ausgabenwut. Das führte dazu, dass der Aktienkurs in dieser Woche regelrecht abgestraft wurde.
Nachdem es am gestrigen Freitag um weitere 5,6 Prozent auf 210,32 Dollar in die Tiefe ging, blickt die Amazon-Aktie auf einen Wochenverlust von etwas mehr als zwölf Prozent. Damit hat das Papier nicht nur eine der schärfsten Korrekturen seit Monaten hinter sich. Der Kurs fällt auch auf den tiefsten Stand seit den Sommermonaten zurück. Die Anteilseigner stellen sich weiter die Frage, ob und wann die schwindelerregenden Ausgaben je amortisiert werden können.
Bayer punktet mit Studiendaten
In den grünen Bereich fanden vor dem Wochenende viele Titel außerhalb des KI-Segments. Hierzulande sorgte Bayer (DE000BAY0017) für gute Laune mit neuen Studiendaten zum Hoffnungsträger Asundexian. In einer laufenden Phase-3-Studie konnte das Risiko für ischämische Schlaganfälle gegenüber der Verwendung eines Placebos deutlich verringert werden. Diese Daten will Bayer nun nutzen, um eine beschleunigte Zulassung anzustreben. Angestrebt wird, mit dem Medikament Blockbuster-Status, also einen Umsatz von wenigstens einer Milliarde Dollar zu erzielen.
Die Aktionäre scheinen Bayer diesbezüglich einen Erfolg zuzutrauen und die Aktie verbesserte sich gestern um 2,2 Prozent auf 45,80 Euro. Seit Jahresbeginn sind Aufschläge von 20 Prozent zu bestaunen. Die erfreuliche Performance hängt auch damit zusammen, dass die Bayer-Aktie von Ängsten um Glyphosat weniger zurückgehalten wird. Gehofft wird darauf, dass dieses Thema nach einem Urteil durch den Supreme Court in den USA irgendwann im Laufe des Jahres endgültig abgehakt werden kann.
Die Sorgen bleiben
Ein wenig hat die Lage sich zwar beruhigt und auch der Bitcoin konnte sich zum Wochenende wieder fangen. Es bleibt aber dabei, dass zumindest einige Marktakteure fundamentale Zweifel an den schier endlosen Wachstumsplänen der Tech-Konzerne anmelden. Es wird spannend zu sehen sein, ob und wie die dadurch entstehende Reserviertheit zerstreut werden kann. Allerdings wäre es auch nicht das erste Mal, würde auf einen kleinen Einbruch eine Gegenbewegung mitsamt neuer Rekorde folgen.
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07.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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